Zerstörtes Atomkraftwerk

Erkrankter Fukushima-Direktor in Klinik eingewiesen

Unter schwierigsten Bedingungen koordinierte Yoshida die Arbeiten nach dem 11. März in Fukushima. Nun tritt der Direktor des Krisen-AKW aus gesundheitlichen Gründen ab.

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Gut acht Monate nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat der Direktor des havarierten japanischen Atomkraftwerks seinen Posten aufgegeben. Der Kraftwerksbetreiber Tepco teilte mit, der 56-jährige Masao Yoshida befinde sich derzeit im Krankenhaus und trete aus gesundheitlichen Gründen ab.

„Wir können keine Details über seine Krankheit herausgeben, da sie eine Privatangelegenheit sind“, ergänzte eine Sprecherin. Die Ärzte hätten bislang keine Verbindung zu radioaktiver Strahlung herstellen können, gab ein Tepco-Verantwortlicher auf einer Pressekonferenz an.

Ab dem 1. Dezember wird laut Tepco offiziell der 54-jährige Takeshi Takahashi die Leitung des Unglücksreaktors übernehmen. Er war bisher am Hauptsitz in Tokio für den Betrieb von Atomkraftwerken verantwortlich.

"Es bricht mir das Herz, von euch zu gehen"

Yoshida hatte das Atomkraftwerk seit Juni 2010 und damit auch nach dem schweren Erdbeben und dem anschließenden Tsunami am 11. März geleitet. Damals waren vier der sechs Reaktoren der Anlagen schwer beschädigt worden.

In einer Mitteilung an die Mitarbeiter in Fukushima schrieb er, „ein Leiden wurde bei einer medizinischen Routineuntersuchung festgestellt“. Er habe keine andere Wahl gehabt, als zur Behandlung ins Krankenhaus zu gehen. „Es bricht mir das Herz, von euch zu gehen“, deshalb werde er sich jetzt auf die Behandlung konzentrieren, um „so schnell wie möglich wieder mit euch zu arbeiten“.

Unter extremen Bedingungen koordinierte Yoshida die Aufräum- und Reparaturarbeiten an den Reaktoren, deren Brennstäbe teilweise schmolzen und große Mengen von Radioaktivität freisetzten. Bei einem ersten Besuch von Journalisten am 12. November auf dem Gelände des havarierten Atomkraftwerks sagte Yoshida, es gebe Hotspots mit gefährlich hohen Strahlungswerten. Trotzdem betonte er, die Reaktoren seien stabilisiert.

Atomenergie ist eine wichtige Energiequelle im sonst ressourcenarmen Japan. Seit der Katastrophe von Fukushima hat die Beliebtheit dieser Energieform jedoch nachgelassen. Zehntausende Menschen mussten in einem 20-Kilometer-Radius rund um das Atomkraftwerk ihre Häuser verlassen. Sie leben in der Ungewissheit, ob und wann sie wieder dorthin zurückkehren können.