Sommer im Herbst

Der Oktober knackt zum Start Hitzerekorde

27 Grad im Oktober – das gibt es selten. Wenn es so schön bleibt, wird der Rekord aus 2006 gebrochen. In Berlin wurden schon Höchstwerte aus 1917 und 1942 überboten.

Der Herbst macht dem Sommer Konkurrenz: Blauer Himmel, Sonne und Temperaturen von mehr als 25 Grad – der Oktober hat in Deutschland einen absoluten Traumstart hingelegt. Besonders vom sonnigen Spätsommer verwöhnt wurde die Mitte Deutschlands: Hier kletterte das Thermometer auf mehr als 27 Grad. Spitzenreiter war Bernburg an der Saale in Sachsen-Anhalt mit 27,3 Grad.

Nur unwesentlich kühler war es im thüringischen Jena und in Rahden-Varl in Nordrhein-Westfalen. Am kältesten war es den Angaben zufolge in Konstanz. Dichter Hochnebel verhinderte, dass die Temperaturen in der Stadt am Bodensee über 16 Grad stiegen.

Möglicherweise kann sogar der Hitzerekord für den Oktober geknackt werden. Die Meteorologen sind sich allerdings unsicher: Zwar lagen die Temperaturen in vielen Orten über dem langjährigen Mittel, an den Traumherbst von 2006 reichten sie aber nicht heran, heißt es beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Damals waren Anfang Oktober im Oberrheingraben bei Freiburg teilweise Spitzenwerte von 28 Grad gemessen worden.

Rekord in Berlin bereits geknackt

In Frankreich allerdings wurde der Hitzerekord bereits gebrochen. In Paris wurden am Samstag 28,8 Grad Celsius gemessen, 0,4 Grad mehr als der letzte Rekord vom Oktober 1921. Selbst in Ploumanac'h an der normalerweise eher kühlen Nordküste der Bretagne wurden 32 Grad registriert. Grund war nach Angaben von Meteorologen ein warmer Südwind.

Auch Berlin wurde durch das Hoch „Sepideh“ schon Höchstwerte gemessen: Am Samstag ist der Rekord aus dem Jahr 1942 von 25 Grad Celsius mit 26,5 Grad gebrochen worden, wie Meteorologe Christian Schubert vom privaten Wetterdienst MeteoGroup Deutschland sagte. Auch am Sonntag sei der bisherige wärmste 2. Oktober mit einem Wert von 23,9 Grad im Jahr 1917 mit 25,6 Grad überboten worden.

Zwar soll es bis Donnerstag in Deutschland so schön bleiben, doch dann geht dieser Altweibersommer nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zu Ende. Dann erreiche eine Kaltfront Deutschland. „Auch wenn wir uns an das schöne und warme Spätsommerwetter gewöhnen könnten, irgendwann muss auch ein langlebiges Hoch einmal weichen“, sagte DWD-Meteorologin Johanna Anger.

Im Norden kündigt sich der Wetterwechsel bereits am Dienstag mit ersten Wolken und deutlich frischeren Temperaturen an. Ab Mittwoch zeigt sich dann auch in der Mitte Deutschlands die Sonne seltener, und ab Donnerstag kommt der Herbst mit Regen und Sturm in alle Landesteile.