Kirchen-Verlag

Weltbild-Aufseher stürzt über Erotik-Affäre

Schlüpfrige Porno-Serien, Bücher von Erotik-Star Dolly Buster – für den kirchennahen Weltbild-Verlag nicht unbedingt ein angemessens Angebot. Weil sich die Titel dennoch im Sortiment des Medienunternehmens fanden, ist dessen Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Donaubauer zurückgetreten.

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Erotik-Titel im Angebot des kirchennahen Weltbild-Verlags kostet dessen Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Donaubauer den Job. „Wir sind heute durch ein hochoffizielles Schreiben von dem Rücktritt informiert worden“, sagte Markus Kremser, Sprecher des Bistums Augsburg, am Donnerstag.

Die Diözese gehört wie andere katholische Bistümer zu den 14 Gesellschaftern des Verlagshauses. Donaubauer ist auch Finanzdirektor der Diözese. Der Augsburger Weltbild-Verlag ist auch an einem Tochterunternehmen beteiligt, das Buchhandlungen unter verschiedenen Markennamen betreibt, neben den Weltbild-Läden zählen dazu auch die Hugendubel-Filialen.

Ende Oktober hatte der Weltbild-Verlag für Negativ-Schlagzeilen gesorgt, weil er in seinem Internetsortiment auch Bücher mit pornografischem Inhalt anbot. So fand die kritische Katholiken-Initiative „Nie Wieder!“ noch Ende Oktober Ausgaben der Porno-Serie „Mein heimliches Auge“ im Sortiment. Ebenfalls bestellbar waren Bücher der Porno-Darstellerin Dolly Buster, erschienen im Droemer-Knaur-Verlag, der zur Weltbild-Gruppe gehört.

Das Lesen von Erotikliteratur passe jedoch nicht ins Weltbild der katholischen Kirche, die sich gegen die Verbreitung von Material erotischen oder pornografischen Inhalts ausspricht, hie0 es.

Der Rücktritt Donaubauers dürfte nicht die einzige Konsequenz der Diskussion um das Erotik-Angebot sein. Er könne „sicher nur als eine erste persönliche Konsequenz verstanden werden“, hieß es in einer Mitteilung der Diözese Augsburg. „Auf der Sitzung des Ständigen Rates der deutschen Bischöfe Anfang nächster Woche müssen dazu weitere konkrete Schritte beraten werden, die der Komplexität der Unternehmensgruppe Weltbild angemessen sind.“