Pipi-Posse

Deutsche Bahn nimmt Versetzung zurück

Ein Schaffner hatte einem Fahrgast erlaubt, in den Mülleimer eines leeren 1.-Klasse-Abteils zu urinieren. Aus diesem Grund war der Schaffner zum Nachtwächter degradiert worden. Nach einem Prozess hat die Deutsche Bahn die Versetzung nun zurückgenommen.

Foto: dpa / dpa/DPA

Ende einer Pipi-Posse: Im Streit mit einem Schaffner um das Pinkeln in einen Mülleimer hat die Deutsche Bahn eingelenkt. Die Bahn hatte den Zugbegleiter zum Nachtwächter degradiert, weil er einem Fahrgast das Urinieren in einen Abfalleimer der 1. Klasse erlaubt hatte.

Nun nahm die Bahn die Versetzung wieder zurück, wie ein Sprecher des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts am Montag mitteilte. Das Gericht hatte den 53-Jährigen in Schutz genommen und das Disziplinarverfahren der Bahn gegen ihren Beamten gestoppt.

Der Harndrang des Fahrgastes in einer S-Bahn ohne Toilette zwischen Hagen und Wuppertal hatte den Beamten beruflich in Bedrängnis gebracht: Um Schlimmeres zu verhindern, hatte der 53-Jährige dem jungen Passagier geraten, in einen Abfallbehälter des leeren 1.-Klasse-Abteils zu pinkeln – „wenn es gar nicht anders geht“.

Der Lokführer hatte das beobachtet und den Vorfall gemeldet. Daraufhin hatte die Bahn den Schaffner mit einem Disziplinarverfahren überzogen und schließlich nach 36 Dienstjahren sogar versetzt: Er musste nachts Züge im Depot bewachen. Der Mitarbeiter habe den unvermeidbaren Schaden immerhin zu begrenzen versucht, hatte Richter Norbert Klein angemerkt.