Niederlande

Bahn führt Pinkeltüten für Fahrgäste ein

Da meckere noch einer über die Deutsche Bahn: In den Niederlanden wurden Züge ohne Toiletten eingeführt. Dafür gibt es jetzt den Urinbeutel "Travel John".

Foto: picture-alliance / Horst Galusch / picture-alliance / Horst Galusch/dpa

Amsterdam – Die niederländische Bahn führt auf Zügen ohne Toiletten in Zukunft Pinkeltüten mit. Die Urinbeutel seien aber nur für Notfälle gedacht, teilte das Unternehmen mit, etwa wenn ein Zug auf der Strecke angehalten werden müsse und die Fahrgäste nicht aussteigen könnten.

In den Tüten, die im Abteil des Zugbegleiters aufbewahrt werden, befindet sich ein hoch absorbierendes Material, das Urin in eine gelartige Substanz verwandelt. Nach Gebrauch können die Tüten versiegelt und in den Müll geworfen werden.

Dass die „Sprinter“-Züge ohne Toiletten entworfen wurden, hatte in der Öffentlichkeit bereits zu Kritik an der niederländischen Bahn geführt. Die niederländische Bahn (NS) soll sich zur Anschaffung der modernen Züge ohne Toiletten entschieden haben, weil Reisende auf kurzen Strecken angeblich kaum die Toiletten benutzen. So wollte man Kosten sparen.

Niederländische Medien berichten, dass der Reisende bei Bedarf vom Schaffner in einen leeren Raum geführt wird. Dort könne er dann seine Notdurft verrichten. Inzwischen wurde die Pinkeltüte auch schon ausprobiert. Unter anderem zeigt ein Internetvideo des " Telegraaf ", wie der Urinbeutel mit dem Namen "Travel John" angewandt wird. Der weiße Beutel hat dabei eine Art integrierten Trichter, der dann das Zielen in die Tüte gewährleisten soll.