Preis für Integration

Bushido - der falsche Bambi-Gewinner

Rapper Bushido ist am Abend in Wiesbaden mit einem Bambi in der Kategorie "Integration" geehrt worden. Was kommt wohl als nächstes, fragt sich Autor Matthias Wulff. Ein Kommentar.

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Es hat eine gewisse Komik, wenn ausgerechnet Bushido als „hervorragendes Beispiel für gelungene Integration“ einen Bambi verliehen bekommt. Was kommt wohl als nächstes, fragt man sich? Dominique Strauss-Kahn geht ins Kloster und erhält den Margherita-von-Brentano-Preis für Frauenrechte? Robert Mugabe tritt zurück und empfängt den Friedensnobelpreis?

Bushidos Erfolg gründete sich auf Provokationen. Das geht noch immer, denn unsere Gesellschaft ist eine hochsensible Veranstaltung mit zahlreichen Tabus. Bushido hat sie erkannt und Homosexuelle und Frauen auf miese Weise beleidigt und Gewalt verherrlicht. 2008 kam mit seiner Biografie der Schwenk, der sagte: „Hey, ich bin jetzt ein anderer.“ Wahrscheinlich stimmt das sogar: Als Bürger in Zehlendorf ist er heute nicht der Macker und als Familienvater sind Frauen für ihn was anderes als Schlampen. Aber ist das preiswürdig? Wenn überhaupt in diesem Fall jemand den Preis verdient hätte, dann die Deutschen dafür, dass sie jemanden, der gegen alle Werte des Landes rebellierte, nicht ausgrenzten, sondern integrierten.