Vanessa Hessler

Das "Alice"-Model und die Gaddafi-Söhne

Ihre Beziehung zu Gaddafi-Sohn Mutassim hat Vanessa Hessler offenbart – doch frühere Berichte besagen, dass sie mit Saadi Gaddafi zusammen gewesen sein soll.

Foto: dpa / dpa/DPA

Werbe-Ikone Vanessa Hessler ("Alice") hat Probleme mit ihrem Arbeitgeber: Das Model hatte der italienischen Zeitschrift "Diva e Donna" (1. November) ihre lange Beziehung zu Mutassim Gaddafi offenbart: „Das war eine leidenschaftliche Geschichte, wir sind vier Jahre lang zusammen gewesen." Der spanische Telefonkonzern Telefonica, dem die Marke Alice gehört, prüft nun, ob man Hessler weiterbeschäftigen kann - die Beziehung zu dem - in der libyschen Revolution getöteten - Diktatorensohn und Chef der Gaddafi-Leibgarde könnte die Werbewirkung der hübschen Hessler durchaus beeinträchtigen.

Vier Jahre war sie mit ihm zusammen - demnach war Hessler knapp volljährig, als Mutassim Gaddafi ihr Freund wurde. Und sie hielt es anscheinend geheim. Im Januar 2008 - also vor weniger als vier Jahren - zitierte „Bild am Sonntag“ die damals 19-jährige Hessler mit den Worten: „Für einen Freund habe ich im Moment nicht den Kopf frei. Ich konzentriere mich ganz auf meine Arbeit.“ Seinerzeit war Hessler in der Comic-Verfilmung „Asterix bei den Olympischen Spielen“ zu sehen; sie spielte eine griechische Prinzessin und tourte durch Deutschland, um für den Film zu werben.

"Ich bin Single"

Hesslers Antwort auf die Frage „Wie kann ein Mann Sie beeindrucken?“ gab die „Bams“ so wieder: „Er muss mich zum Lachen bringen. Und ich muss mich in seiner Gegenwart wohl fühlen und mit ihm über meine Gefühle reden können.“ Der Berliner „B.Z.“ sagte sie im selben Monat: „Ich bin Single und wäre momentan nicht bereit für eine Beziehung. Ich bin mit meinem Job verheiratet und reise ständig herum. Aber wenn der Richtige kommt?“

Im August 2008 berichtet dann die „Bild“ unter der Überschrift „Alice knutscht jetzt den Sohn von Gaddafi“ über eine angebliche Beziehung zwischen einem Sohn des libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi und Hessler: Auf den Paparazzi-Fotos, die an der Küste von Sardinien entstanden, küsst Hessler einen Mann – bei dem es sich um Saadi Gaddafi handeln soll (das Foto hier ).

Tatsächlich ist auf den Aufnahmen nicht eindeutig auszumachen, ob der Mann, der Hessler küsst, tatsächlich Gaddafis Sohn Saadi (Jahrgang 1973, nach Niger geflohen) ist oder Mutassim (Jahrgang 1975, 2011 getötet). Die „Hamburger Morgenpost“ sprach Hessler seinerzeit auf die Fotos an. Die Reaktion: „Ja, es stimmt. Ich war mit meinem Freund an der Amalfi-Küste und in St. Tropez. Wir haben dort Urlaub gemacht.“ Auf die Frage, ob ihr Freund denn Saadi Gaddafi sei, sagte das Model laut „Hamburger Morgenpost“ vom 27. August 2008: „Vieles, was über ihn geschrieben wird, stimmt nicht. Ich fühle mich von diesen bösen Geschichten verfolgt.“

Küssend auf der Yacht

Im September berichtet dann die Bunte. Sie zeigte das Paparazzi-Foto aus Sardinien und eine Aufnahme, die Hessler mit Gaddafis Sohn Saif al-Islam zeigt. Die „Bunte“ zitiert Hessler mit den Worten „Richte nie über jemanden, den du nicht kennst“. Weiter heißt es in der Meldung: „Die meisten Informationen über Saadi seien falsch: ‚Name, Alter, Ehe, nichts davon stimmt in der Presse.’ Richtigstellen will das Model aber nichts.“ Was ein Hinweis darauf sein könnte, dass das ganze eine Verwechselung war und tatsächlich Mutassim Gaddafi seinerzeit Hessler küssend fotografiert worden war.

In der Kritik ist Hessler vor allem, weil sie ihr Verhältnis zur Diktatorenfamilie Gaddafi seltsam naiv wahrgenommen zu haben scheint. Die Gaddafis seien nicht so gewesen, wie sie dargestellt werden, sie habe „normale Menschen“ getroffen. „Wir – Frankreich und Großbritannien – haben die Rebellen finanziert. Die Leute wissen nicht, was sie tun“, meinte Hessler zur Verteidigung des Gaddafi-Clans und ihres toten Ex-Liebhabers.

Telefonica will alles prüfen

„In diesem Moment widert mich alles an, außer Libyen“, erzählte das blonde Fotomodell der Zeitschrift von ihren Gefühlen nach dem Tod des Gaddafi-Sohnes. „Ich mag nicht daran denken, dass es wahr ist. Es ist alles sehr traurig.“ Hessler will nicht mehr von ihren libyschen Erfahrungen sprechen, „es tut mir zu sehr weh“. Das libysche Volk sei ihr weder besonders arm noch sonderlich fanatisch vorgekommen. „Man muss nicht alles glauben, was so gesagt wird“, meinte sie. Libyens Schicksal liege ihr jedenfalls sehr am Herzen.

Telefonica erwartet eine Distanzierung des Mannequins von diesen Aussagen, wie Unternehmenssprecher Albert Fetsch sagte. Es handele sich um Hesslers private Aussagen, die in keiner Weise der Position des Unternehmens entsprechen. Zu einer Weiterbeschäftigung des Models für Telefonica könne er noch nichts sagen, „alles ist in Prüfung“.