Murray-Prozess

Verteidigung hört weiteren Leibarzt Jacksons an

Bereits zwei Monate vor seinem Tod im Juni 2009 hat Michael Jackson einen Arzt nach dessen eigenen Angaben um ein intravenöses Schlafmittel angebettelt. Der US-Popstar habe nicht geglaubt, dass oral verabreichte Medikamente gegen seine Schlaflosigkeit helfen könnten, so Zeuge Allan Metzger.

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Im Prozess gegen Michael Jacksons Arzt hat nun die Verteidigung mit der Beweisführung begonnen.

Video: Reuters
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Die Verteidiger von Michael Jacksons früherem Leibarzt haben ihre ersten Zeugen vor Gericht vernommen. Dabei kam ein langjähriger Arzt des Popstars zu Wort. Er bezeugte am Montag (Ortszeit), dass Jackson häufig starke Schlafmittel verlangt habe. Zwei Monate vor seinem Tod habe der Sänger gefragt, ob er ihm intravenöse Mittel beschaffen könne, gab Allan Metzger zu Protokoll. Tabletten seien dem prominenten Patienten zum Einschlafen nicht stark genug gewesen.

Jacksons früherer Leibarzt Conrad Murray ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Er soll dem Sänger unter anderem das starke Narkosemittel Propofol gegeben haben. Die Verteidiger wollen Jackson als medikamentensüchtigen Patienten darstellen, der ohne Wissen seines Arztes selbst zu der tödlichen Dosis gegriffen habe.

Im Kreuzverhör sagte Metzger, er habe Jackson vor der intravenösen Einnahme starken Mittel in seinem Haus gewarnt. Er selbst habe dem Sänger niemals Propofol gegeben, betonte der Arzt. Der Sänger habe ihm von seiner „Angst“ vor der Comeback-Tour „This is It“ erzählt, sagte Metzger weiter aus. Allerdings habe sein berühmter Patient kein spezielles Schlafmittel gefordert, sondern lediglich von „Saft“ gesprochen. Metzger versicherte, dem Popstar nie etwas gespritzt zu haben.

Die Anklage hat in den vergangenen vier Wochen 33 Zeugen vernommen, zuletzt den Narkose-Experten Steven Shafer , der Murray die Schuld am Tod des Sängern gab. Nach US-Medienberichten wollen Murrays Anwälte rund 15 Zeugen anbringen. Im Falle eines Schuldspruchs drohen dem Herzspezialisten bis zu vier Jahre Haft.