Sexueller Missbrauch

Sektenführer wegen Sex mit Kindern verurteilt

Der selbst ernannte "Prophet" Warren Jeffs soll Minderjährige zum Sex gezwungen und geschwängert haben. Ein Gericht in den USA sprach ihn des sexuellen Missbrauchs schuldig. Der "Prophet" sieht sich dagegen "religiös verfolgt".

Der selbst erklärte Prophet Warren Jeffs ist von einer US-Jury wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger schuldig gesprochen worden. Das Urteil gegen den 55-jährigen Anführer der polygamen Sekte "Fundamentalist Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints" (Fundamentalistische Kirche der Heiligen der Letzten Tage) erging in der texanischen Stadt San Angelo.

Die Anklage hielt Jeffs vor, dass er zwei Mädchen im Alter von 12 und 15 Jahren zu einer "spirituellen Heirat" gezwungen habe. Die Ältere sei von ihm schwanger geworden. Jeffs, der in dem Prozess als sein eigener Anwalt aufgetreten war, droht eine lebenslange Haft, berichtete der US-Sender ABCNews. Jeffs sprach vor Gericht von "religiöser Verfolgung" und verteidigte die Vielehe als Gottes Gebot, das man befolgen müsse.

Der Fall der Fundamentalistischen Kirche der Heiligen der Letzten Tage (FLDS) hatte im Jahr 2008 weltweit für Schlagzeilen gesorgt, als die Behörden mehr als 400 Kinder und Jugendliche von der Ranch der Sekte in Texas geholt hatten. Begründet wurde der Einsatz mit dem Verdacht, dass bei der Sekte minderjährige Mädchen systematisch mit älteren Männern zwangsverheiratet würden. Ein texanisches Gericht entschied aber schließlich, dass die Behörden ihre Kompetenzen überschritten hätten und die Kinder bei ihren Eltern besser aufgehoben seien als in Pflegeeinrichtungen.

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