Steilküste abgetragen

Zerstörtes Atomkraftwerk Fukushima war tiefer gelegt

Der verheerende Tsunamischaden am AKW Fukushima hätte womöglich verhindert werden können – wenn Betreiber Tepco beim Bau nicht die schützende Steilküste abgetragen hätte.

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Beim Bau des Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi in den 1960er-Jahren hat die Betreiberfirma Tepco offenbar rund 25 Meter der Steilküste abtragen lassen. Erst damit sei das Kraftwerk dem Tsunami ausgesetzt gewesen, berichtet die Zeitung „The Japan Times“ am Mittwoch.

„Wenn ich mir die Lage jetzt ansehe, meine ich, dass es falsch war, so viel vom Hügel abzutragen“, wird ein ehemaliger Tepco-Angestellter zitiert. Das Gelände sei planiert worden, um die Betriebskosten für die Pumpen niedrig zu halten, die das Kühlwasser in die Reaktoren befördern, schreibt die Zeitung. Das Atomkraftwerk wurde am 11. März von rund 14 Meter hohen Tsunami-Wellen zerstört.

Regierung will Abhängigkeit von Atomstrom verringern

Die japanische Regierung will als Konsequenz aus der Atomkatastrophe von Fukushima die Abhängigkeit von der Kernenergie beenden. Ihm schwebe eine Gesellschaft vor, die nicht auf die Nutzung der Atomkraft setzen müsse und irgendwann auf diese Form der Energie-Erzeugung verzichten könne, sagte Ministerpräsident Naoto Kan am Mittwoch.

Noch sei es aber zu früh, einen Termin für einen Atomausstieg zu nennen. Die japanischen AKW hatten bis zu dem durch ein Erdbeben ausgelösten Tsunami am 11. März 30 Prozent des Energiebedarfs der drittgrößten Volkswirtschaft abgedeckt. Nach dem Ausfall des Katastrophenkraftwerks Fukushima und der Überprüfung zahlreicher Nuklearanlagen lag der Atomanteil im Juni bei 18 Prozent.

Als Folge der Natur- und Atomkatastrophe leidet Japan derzeit unter einer massiven Stromknappheit. Kan äußerte sich überzeugt, dass die japanische Wirtschaft in Folge von Energieeinsparungen und dezentrale Stromversorgung die Energieengpässe in diesem Sommer meistern werde.

US-Atomsicherheitsbehörde empfiehlt Konsequenzen

Zuvor hatte die amerikanische Atomsicherheitsbehörde NRC Konsequenzen aus der Atomkatastrophe in Japan gefordert. In ihren Empfehlungen sprach sie sich für eine unverzügliche Überprüfung der Erdbebensicherheit der 104 Atomkraftwerke aus.

Flutrisiken müssten neu eingeschätzt und zusätzliche Ausrüstung installiert werden, um Schäden an mehreren Reaktoren reparieren zu können. Zudem sollte sichergestellt werden, dass Stromversorgung und Überwachungsinstrumente zur Kühlung verbrauchter Brennstäbe verfügbar ist.