Nordrhein-Westfalen

26-Jähriger erdrosselt seine Oma mit Stromkabeln

Ein psychisch kranker Mann hat seine Großmutter erwürgt und ihr danach den Hals aufgeschnitten. Er glaubte, seine Umwelt hätte sich gegen ihn verschworen.

Erst legte er seiner Oma eine Kabelschlinge um den Hals, dann griff er zum Messer: Knapp zehn Monate nach der Bluttat ist ein junger Mann aus Datteln auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden.

Eine klassische Bestrafung kam vor dem Bochumer Schwurgericht nicht infrage. Der psychisch kranke 26-Jährige galt als schuldunfähig. Er leidet an Wahnvorstellungen – er lebt in der Vorstellung, alle um ihn herum hätten sich gegen ihn verschworen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Tat allerdings als Mord eingestuft.

Der Mann hatte sich wenige Stunden nach der Tat selbst der Polizei gestellt. Er war zu einem Wellness-Hotel gefahren und hatte dem Nachtportier gesagt: "Bitte sofort die Polizei verständigen, ich bin völlig durch den Wind." Besonders tragisch: Der Dattelner hatte immer ein sehr gutes Verhältnis zu seiner Großmutter. Die 75-Jährige lud ihn regelmäßig zum Essen ein und unterstützte ihn finanziell. Mit seiner Freundin durfte er dort übernachten.

Ein Psychiater hatte dem 26-Jährigen im Prozess eine paranoide Schizophrenie bescheinigt. Auslöser der Tat sei massiver Cannabis-Missbrauch gewesen. Nach Angaben der Rechtsmediziner hatte der arbeitslose Leiharbeiter seine Großmutter am 3. Oktober 2010 zunächst mit Stromkabeln erdrosselt und ihr dann mit einem Messer den Hals aufgeschnitten. Richter Hans-Joachim Mankel: "Er war gefangen von Gefühlen tiefer Traurigkeit und Wut."