Grünen-Spitzenkandidatin

Künast ist seit fünf Monaten heimlich verheiratet

Die Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast und ihr langjähriger Lebensgefährte Rüdiger Portius gaben sich im Februar in Charlottenburg das Ja-Wort. Fünf Monate hielten sie das geheim.

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Beide lachen an diesem festlichen Abend gelöst in die Kamera, er im schwarzen Anzug mit Fliege, sie im gold-schwarz glänzenden Zweiteiler: Renate Künast und der Mann an ihrer Seite, Rüdiger Portius, auf dem Berliner Ball der Wirtschaft am 26.Februar im „Interconti“. 3000 prominente Gäste sind an diesem Abend beim Fest der Berliner Kaufleute versammelt. Doch kaum einer von ihnen weiß, dass Künast und Portius nur vier Tage zuvor geheiratet haben. Heimlich, nur im Beisein von Portius' Tochter und den Trauzeugen.

Das Paar, das bereits seit zehn Jahren zusammen ist, hat sich am 22.Februar im Standesamt Charlottenburg das Jawort gegeben. An die Öffentlichkeit kommt die Hochzeit erst am Sonntag, fünf Monate später. Da berichten die Grünen-Spitzenkandidatin und der Strafverteidiger in einer ungewohnt privaten Homestory in der „Bild am Sonntag“, wie es zur Trauung kam und warum sie das Geheimnis monatelang bewahrt haben. „Unsere Freundin Anne Klein und ihre Lebenspartnerin sollten unbedingt unsere Trauzeuginnen sein“, so Künast zur „BamS“. Doch weil die ehemalige Berliner Senatorin für Frauen, Jugend und Familie schwer krank war, habe es schnell gehen müssen. Klein starb schließlich im April an Krebs. „Deshalb haben wir die Heirat auch ganz privat gehalten“, sagt Künast in der „BamS“.

Selten in der Öffentlichkeit

Öffentlich treten Künast (55) und Portius (67) sonst nur ganz selten zusammen auf. Der „Ball der Wirtschaft“ ist so eine Ausnahme gewesen. Doch auch bei gemeinsam besuchten Veranstaltungen inszenieren die beiden sich eigentlich nicht gern zusammen. In dem Magazin, das der Verein der Berliner Kaufleute und Industrieller nach dem Ball veröffentlicht, lächelt Künast in der Fotokollage der illustren Gäste wieder allein in die Kamera. Ihr Neu-Ehemann taucht gar nicht auf. Vorbilder der Grünen-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag und des parteilosen Rechtsanwalts sind in Sachen Privatleben ausgerechnet Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Mann, Chemie-Professor Joachim Sauer. Die beiden zeigen sich nur selten gemeinsam, auch haben sie trotz Heirat ihre Nachnamen behalten. „Ich finde, Herr Sauer macht es nicht schlecht“, sagt Portius in der „BamS“. Auch er wolle nicht sein Leben ändern, nur weil seine Frau Spitzenpolitikerin ist und er nach der Wahl eventuell Ehemann der Regierenden Bürgermeisterin sein könnte. „Aus den wesentlichen Offizialien werde ich mich raushalten“, so Portius. Auch künftig solle es wenige Auftritte zu zweit geben.

Umso auffallender, dass beide nun Reporter in Portius' Ferienhaus in der Holsteinischen Schweiz eingeladen hatten und sehr persönliche Dinge preisgaben. Etwa wie sie sich kennengelernt haben (ab und zu seien sie sich bei Veranstaltungen über den Weg gelaufen, aber erst eine Reise nach New York habe zum „zweiten Kennenlernen mit Folgen“ geführt.

Was sie aneinander schätzen? Künast zur „BamS“: „Ich mag seine Ruhe und Ausgeglichenheit. Er bringt mich zum Lachen.“ Er wiederum mag laut „BamS“ ihre Direktheit. „Sie wirkt manchmal sehr schroff, ist aber in Wahrheit sehr herzlich.“ Wegen des Berliner Wahlkampfes will das Ehepaar in diesem Jahr auf eine große Party nachträglich zum Jawort verzichten. Aber im kommenden Jahr solle das dann nachgeholt werden. cbr