Kurioses aus dem Sommer

"In China ist ein Sack Reis umgefallen!"

Ein Österreicher mit Nudelsieb auf dem Kopf, eine zweiköpfige Schlange und eine Kuh in Schwarz-Rot-Gold – der Sommer 2011 ist reich an unterhaltsamen Skurrilitäten.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die auf das Leben den größten Einfluss haben. Manchmal allerdings will auf dem ganzen Erdenrund einfach partout nichts passieren, das groß genug wäre, um in aller Länge und Breite für die Öffentlichkeit erörtert zu werden. Für solche Situationen haben Journalisten den Standardseufzer "Ob das nun passiert, oder in China fällt ein Sack Reis um, das kommt aufs selbe raus."

Dabei tut man dem armen Sack sicher unrecht – denn wenn er umfällt, könnte der Inhalt ungenießbar werden. Und Verschwendung von Ressourcen können wir uns wirklich nicht mehr leisten.

Wir wollten deswegen unseren Peking-Korrespondenten alles über umgefallene Säcke Reis in China recherchieren lassen. Ein Riesending, ein Scoop, etwas wogegen die Aufdeckung des Watergate-Skandals ziemlich banal rübergekommen wäre.

Unser Peking-Korrespondent versteckte sich jedoch hinter der fadenscheinigen Ausrede, er arbeite gerade an einer ultraheißen politischen Top-Story, sodass wir ohne gesichertes Datenmaterial in die Schlacht hätten ziehen müssen. Weil wir aber ordentliche Journalisten sind, kommt uns so eine Geschichte selbstverständlich nicht in Frage.

Stattdessen finden Sie hier sehr unterhaltsame Begebenheiten, wie sie nur der Sommer hervorbringen kann – und an dem umgefallenen Sack Reis bleiben wir dran. Knallhart. Versprochen.

Ankündigung der Deutschen Presse-Agentur:

Achtung! Zum Österreicher, der es mit einem Nudelsieb auf dem Kopf auf sein Führerscheinfoto geschafft hat, erhalten Sie einen Korrespondentenbericht bis 15 Uhr.

Ist uns glatt durchgerutscht.

Verschluckt vom Sommerloch:

Eine Saarländerin (20) war so von ihrer Zeitung gefesselt, dass sie über der Lektüre die Zeit vergessen hat.

Als sie das Café, in dem sie saß, verlassen wollte, stellte sie fest, dass die Kellner sie eingeschlossen hatten. Die Polizei musste sie mit einer Leiter aus dem ersten Stock des Hauses befreien.

Zur Ursache sagte das Café-Personal: Nicht mitgekriegt.

Revolution in der Böllerschützenszene:

Ilse Franz-Murr (65) hat in München den ersten Böllerverein für Frauen gegründet.

Ilse Franz-Murr ist bislang das einzige Vereinsmitglied, wer an Traditionen rührt, erntet mitunter Unverständnis.

"Das ist sehr ungewöhnlich", äußerte sich der Bayerische Sportschützenbund zu den Vorgängen in Obergiesing.

Riesenspektakel in Norddeutschland:

Frank Sieland, Präsident des Badewannenvereins, ist begeistert. Zwischen 20 und 30 Gefährte erwartet der engagierte Plauer zum Badewannenwettrennen auf dem Müritz-Elde-Kanal.

Motto der Veranstaltung ist irgendwas mit "Algen im Ohr", Schöpfer der Disziplin ist der ewige Trendsportpionier Kanada.

Auch das noch:

Als sei die Kalifornische Kettennatter nicht schon genug vom Schicksal geprüft - Albino, zwei Köpfe, kein Name -, frisst sie sich nun auch noch selbst das Futter weg.

Zoowärter Ruslan Jakowenko im ukrainischen Jalta: "Wenn sie sehr hungrig ist, stehlen sich die Köpfe das Futter."

Weil Kettennattern Reptilien jagen, könne es sogar vorkommen, dass sie nach ihrem eigenen Kopf schnappe.

Dann wäre der Szazka-Zoo seinen größten Besuchermagneten auch schon wieder los.

Aber gerade noch:

Ein Paketbote hat im badischen Durbach fast eine Hochzeit vereitelt. Als er der Braut ihr Brautkleid zuliefern wollte, sie aber nicht zu Hause und er zu faul war, um noch einmal zu kommen, unterschrieb er den Empfangszettel einfach selbst und legte das Paket, versteckt hinter reichlich Botanik, in den Garten der Frau.

Wochenlang bangte sie um ihr Kleid, sah gar ihren Hochzeitstermin in Gefahr. Dann fand sie das Kleid - etwas feucht, aber durchaus tragbar.

Wieder mal München:

Ein Verkehrsschild in der bayerischen Landeshauptstadt hat Autofahrer wegen einer Sperrung am Bahnhofsplatz auf eine Ableitung "über Göthestraße" geführt.

Nachdem die Münchner Zeitung "tz" ein Foto des kuriosen Schildes veröffentlicht hatte, wurde das "ö" eilig durch ein "oe" gleich morgens mit Folienbuchstaben überklebt.

Verdächtiger Viehtransport:

Eine Polizeistreife hat im niederrheinischen Korschenbroich eine rollende Kuh in den Nationalfarben gestoppt.

Das Vehikel war auf dem Weg zum Halbfinale der Frauenfußball-WM in Mönchengladbach. Der Anfangsverdacht des Viehdiebstahls konnte sich nicht bestätigen. Das Vieh war aus Plastik, Bauer mit Kuh im Schlepptau der rechtmäßige Besitzer.

Und wieder München:

Eine Forelle im Fischbrunnen am Marienplatz hat zwei Tage die Behörden auf Trab gehalten. Weder Feuerwehr noch Polizei konnten den flinken Fisch einfangen. Bis zum späten Nachmittag entwischte das Tier allen, die sich am Fang versuchten.

Zwischenzeitlich soll sogar ein Koch aus einem Fischrestaurant mit einem Kescher angerückt sein. Erst durch die Senkung des Wasserstands, wurde der Fisch gefangen und in den Zoo gebracht.

Mit 145 Stundenkilometern statt der erlaubten 50 ...

... ist ein 23-jähriger Motorradfahrer durch München (!) gerast. Ein Gutachten soll nun erst einmal klären, ob der Mann charakterlich zum Führen eines Fahrzeugs geeignet ist.

Nun reicht's aber, München.