Abhörskandal

Ex-Premier Brown von News of the World abgehört

Im Abhörskandal um News of the World sind weitere Details bekannt geworden. Großbritanniens Ex-Premierminister Brown erhob schwere Vorwürfe gegen das Blatt. Mitarbeiter der Zeitung hätten sich mit unlauteren Methoden Zugang zu seinen Konten verschafft.

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Während immer neue Details über die Recherchemethoden bei „News of the World“ herauskommen, hat die Polizei der Zeitung mangelnde Kooperation bei den seit Jahren laufenden Ermittlungen vorgeworfen. Die Verantwortlichen bei dem am Sonntag eingestellten Boulevardblatt hätten erst vor kurzem damit begonnen, wichtige Informationen und Beweise herauszugeben, sagte der an den Ermittlungen beteiligte John Yates von der Londoner Polizei am Dienstag vor einem Komitee von Parlamentsmitgliedern.

Hätte der Verlag hinter der Zeitung, das zum Imperium von Rupert gehörende Haus News International, diese Informationen früher bereitgestellt, wären die Ermittlungen bereits 2009 wieder aufgenommen worden, sagte Yates. Er selber hatte damals entschieden, das Verfahren gegen „News of the World“ nicht neu aufzurollen. Zuvor waren ein Journalist des Blattes und ein Privatdetektiv zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt worden, weil sie die Handys von Mitarbeitern der britischen Königsfamilie angezapft hatten.

Erst nachdem zahlreiche neue Vorwürfe gegen „News of the World“ herauskamen, unter anderem zu Abhör- und Bestechungsmethoden, hatte die Polizei im Januar dieses Jahres die Ermittlungen wieder aufgenommen.

Unterdessen wurden neue Details in dem Abhörskandal bekannt. Der frühere Premierminister Gordon Brown berichtete in einem Interview des Senders BBC über die Verzweiflung in seiner Familie, nachdem sie erfahren habe, dass das Blatt „The Sun“ über eine eigentlich geheim gehaltene Krankheit seines kleinen Sohnes berichten werde. Damals habe er gedacht, nur die Familie und die Ärzte wüssten über den Zustand des vier Monate alten Kindes Bescheid. Er wisse daher nicht, wie die Zeitung an die Informationen gekommen sein könne.

Die „Sun“ erscheint ebenso wie die „Times“ und die „Sunday Times“ bei News International. Brown sagte, er habe Beweise dafür, dass sich Mitarbeiter des Unternehmens mit unlauteren Methoden Zugang zu Unterlagen seiner Anwälte und zu seinen Konten verschafft hätten. Auch hätten sich Mitarbeiter als er selber ausgegeben und damit private Informationen eingeholt. Er wisse, dass die Zeitung Verbindungen zu bekannten Kriminellen gehabt habe.