Beim Absturz eines Passagierflugzeugs im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo sind am Freitag mindestens 50 Insassen ums Leben gekommen. Wie die einheimische private Fluggesellschaft Hewa Bora mitteilte, überlebten mindestens 53 Menschen den Absturz am Flughafen von Kisangani. Unklar war die genaue Zahl der Insassen. Zunächst hatte es geheißen, es seien 112 Menschen an Bord gewesen, jedoch gab es für diese Zahl Medienberichten zufolge keine Bestätigung. Das Unglück ereignete sich beim Landeanflug der Boeing 727 während eines heftigen Gewitters.
Das Flugzeug habe bei seinem Landeversuch wegen des Unwetters die Landebahn nicht erreichen können, erklärte der Chef der Airline, Stavros Papaioannou. Auch der Rettungseinsatz sei durch den heftigen Regen behindert worden. Ein Sprecher der Regierung führte den Absturz der Maschine, die von der Hauptstadt Kinshasa über Kisangani nach Goma fliegen sollte, ebenfalls auf das Gewitter zurück. Nach dem Unglück hing dichter schwarzer Rauch über dem Rollfeld, doch konnte der Flugverkehr später wieder aufgenommen werden.
Die private Hewa Bora gehört zu den auf der Schwarzen Liste der EU-Kommission verzeichneten Gesellschaften, die keine Landerechte auf den Flughäfen der EU-Staaten haben. Die Fluglinie hatte in der Vergangenheit bereits mehrere schwere Unglücke.
Flugzeugunglücke kommen im Kongo häufig vor, da die Maschinen der kongolesischen Fluglinien häufig veraltet, schlecht gewartet und überladen sind. Zudem gibt es kaum staatliche Kontrollen, auch die Wetterbedingungen in der Region sind oft schwierig. Zuletzt waren Anfang April beim Absturz eines UN-Flugzeugs am Flughafen von Kinshasa 32 Menschen ums Leben gekommen. Es war das erste Mal, dass eine Maschine der seit dem Jahr 1999 in dem zentralafrikanischen Land eingesetzten UN-Mission Monusco abstürzte.
AFP/dpa/mac





