Hochzeit in Monaco

Charlene sagt trotz Krach "Ja" zu ihrem Albert

Es wurde doch ein Happy End: Vor einer Woche gab es Gerüchte, Charlene Wittock wolle die Heirat mit Fürst Albert II. von Monaco absagen. Doch als sich das Paar das kirchliche Ja-Wort gab, schien all das vergessen.

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Mit dem Ja-Wort und dem Austausch der Ringe war am Samstag die kirchliche Trauung des Monegassenfürsten und seiner aus Südafrika stammenden Frau perfekt.

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Sie betrat den Hof des Palastes am Arm ihres Vaters in strahlendem Weiß und unter Applaus der Wartenden – doch das Lächeln in ihrem Gesicht wirkte angespannt. Es war auch kein Wunder. Große Erwartungen lasten auf Fürstin Charlene von Monaco. Seit über 50 Jahren war es die erste Fürstenhochzeit im Mittelmeerstaat. Doch auch die Gerüchte um die Beziehung des Paares dürften ihre Spuren hinterlassen haben. Und so trat Charlene bei ihrer kirchlichen Hochzeit zunächst als zurückhaltende, fast scheue Braut auf.

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Bereits bei der standesamtlichen Trauung am Freitag hatten sich viele Beobachter gewundert. Der Kuss, den Fürst Albert und Charlene auf dem Balkon für ihr Volk austauschten, hatte wenig Herzliches. Doch danach lehnte Charlene sich an ihren Bräutigam. Und so wenig die Monegassen ein Interesse daran hatten, sich bei der Trauung die Laune vermiesen zu lassen – Albert musste 53 Jahre alt werden, um zu heiraten –, so sehr erhielten ausgerechnet am großen Tag die Gerüchte neue Nahrung, das monegassische Fürstenpaar stecke in einer tiefen Beziehungskrise: Berichte über eine Missstimmung zwischen Albert und seiner Braut Charlene entsprächen der „Wahrheit“, hatten mehrere ranghohe Monegassen am Freitagabend zugegeben. Angeblich steht dem Fürsten ein weiterer Vaterschaftstest ins Haus: Zwei uneheliche Kinder hat er schon, was er lange nicht zugeben wollte. Kurz vor der Hochzeit hatten französische Medien unter Berufung auf verlässliche Quellen berichtet, seine 20 Jahre jüngere bürgerliche Braut habe die Hochzeit in der vergangenen Woche abblasen und in ihre Heimat zurückkehren wollen . Sie sollte sich bereits auf den Weg zum Flughafen nach Nizza gemacht haben. Am Freitag versuchten Vertraute des Hofes zu beschwichtigen – es habe sich lediglich um „einen kleinen Streit unter Verliebten“ gehandelt. „Aber Sie wissen ja, der Stress mit der Hochzeit, das ist halt so.“

Am Sonnabendnachmittag zeigte sich der Fürst allen Gerüchten zum Trotz gut erholt, was auch dringend notwendig war, denn er hatte schließlich noch einen Termin: Um 17 Uhr hatte er im Ehrenhof des fürstlichen Palastes zur Hochzeitsmesse zu erscheinen. Er tat dies in der weißen Uniform der monegassischen Karabiner. Ihre Durchlaucht Charlene Fürstin von Monaco schritt die etwa 60 Meter bis zum fürstlichen Portal zum Song „Celebration“ von Paul McCartney.

Der monegassische Erzbischof Monseigneur Bernard Barsi zelebrierte die Messe. Charlene hatte sich durch einige religiöse Nachhilfestunden auf diesen Moment vorbereitet. Die in Rhodesien geborene einstige Leistungsschwimmerin ist protestantisch erzogen worden. 2010 war sie zum katholischen Glauben konvertiert, dem die Grimaldis anhängen.

Pünktlich um 17.30 Uhr sagten Albert und Charlene auch vor Gott „Ja“. Der Erzbischof sprach: „Was Gott vereint hat, soll der Mensch nicht trennen.“ Auf dem Platz vor dem Palast herrschte Stille. Erst als der Fürst der Braut mit leichter Mühe den Ring angesteckt hatte, brandete sanfter Applaus auf. Die Braut lächelte unter ihrem Schleier. Erzbischof Barsi appellierte an das Paar, eine „Zivilisation der Liebe“ zu errichten und niemals Gott und ihren Glauben zu vergessen. Er überbrachte ihnen außerdem eine persönliche Grußbotschaft von Papst Benedikt XVI.

Die südafrikanische Sängerin Pumeza Matshikiza sang den traditionellen „Click Song“ – und Brautvater Michael Wittstock wischte sich den Schweiß von der Stirn.

Das Staraufgebot unter den Gästen war deutlich größer als bei der standesamtlichen Trauung am Vortag: Protokollarisch am höchsten stand Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, was nicht zuletzt daran liegt, dass der große Nachbar bis heute genau hinschaut, was in Monaco so zusammenregiert wird. Zum Bedauern der Fotografen kam Nicolas Sarkozy ohne seine mittlerweile im sechsten Monat schwangere Ehefrau Carla Bruni. Die europäischen Könige erschienen nahezu geschlossen: Carl Gustaf von Schweden, Juan Carlos von Spanien, Albert von Belgien. Es waren die Königinnen, die fehlten. Königin Beatrix von Holland etwa ließ sich von Prinz Willem-Alexander und Prinzessin Máxima vertreten, Königin Margrethe von Dänemark durch Kronprinz Frederik und Prinzessin Mary. Mit leichtem Bedauern hatte man in Monaco die Absage von Prinz William und der Herzogin von Cambridge hingenommen, die sich derzeit in der ehemaligen Kronkolonie Kanada vergnügen. Die Windsors schickten an ihrer statt Prince Edward, den jüngsten Sohn der Queen, mit Gattin Sophie.

Auch unter den politischen Häuptern glänzten einige durch Abwesenheit. Der amerikanische Präsident Obama war ebenso verhindert wie sein südafrikanischer Kolleg Jacob Zuma. Die Anwesenheit des Bundespräsidenten Christian Wulff und seines isländischen Amtskollegen Ólafur Ragnar Grímsson mag das Brautpaar darüber getröstet haben. Die Sopranistin Renée Flemming und der italienische Tenor Andrea Bocelli setzten die musikalischen Akzente des Traugottesdienstes. Flemming sang Mozarts „Laudate Dominum“, Bocelli bot Schuberts „Ave Maria“. Nach der Messe bestieg das Brautpaar – nein, nicht etwa eine Kutsche, sondern einen Lexus mit Hybridmotor. Nach dem Ende der Feierlichkeiten will er eine CO2-Bilanz der Veranstaltung vorlegen. Albert und Charlene tuckerten in ihrem Lexus, bejubelt vom Publikum hinter den Absperrungen, den Palastfelsen hinunter über die Avenue de la Porte Neuve bis zur kleinen Kirche Sainte-Devote, die mit Blumenbeeten in den monegassischen und südafrikanischen Nationalfarben geschmückt waren. Hier, zu Füßen der Schutzpatronin Monacos, legte Fürstin Charlene ihr Bouquet nieder.

Am Abend gab es ein Galadiner von Drei-Sterne-Koch Alain Ducasse, der auf Fleisch verzichtete – und stattdessen Fisch und 17 Gemüsesorten aus dem fürstlichen Garten servierte. Anschließend strebte das Fest mit einem Ball auf den Terrassen der Oper von Monte Carlo dem Höhepunkt zu. Zu Ende ging die Feier mit einem Feuerwerk über der Côte d’Azur.

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