Geständnis

Polizistin erstach ihr Neugeborenes mit Schere

Sie wisse nicht mehr wie und warum, aber ja: Sie hat ihr Neugeborenes erstochen, hat eine Polizistin gestanden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Vorsatz vor.

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Eine 25-jährige Polizeibeamtin hat vor dem Landgericht Verden die Tötung ihres Neugeborenen gestanden. Sie habe bis zum Moment der Geburt nicht bemerkt, dass sie schwanger gewesen sei, hieß es in einer schriftlichen Erklärung der Angeklagten, die von ihrem Anwalt verlesen wurde. Das Kind sei nach der Geburt blau und bewegungslos gewesen. Beim Durchtrennen der Nabelschnur mit einer Schere habe sich das Kind dann ruckartig bewegt. Es hab so ausgesehen, als ob es plötzlich einatme. Eine genaue Erinnerung besitze sie nicht mehr. Entweder habe sie durch den Schreck eine stichartige Bewegung gemacht oder sei abgerutscht, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, aus niederen Beweggründen im Juli 2010 ihren Sohn nach der Geburt mit einer Schere erstochen zu haben. Die Beamtin aus dem niedersächsischen Scheeßel soll ihre ungewollte Schwangerschaft abgestritten haben, obwohl Freunde und Kollegen sie darauf angesprochen hätten. Das Kind brachte sie laut Anklage heimlich zu Hause zur Welt. Mit der Schere habe sie den Säugling in den Bauch gestochen. Sie soll ihr totes Baby zunächst in einer Box im Gästezimmer versteckt haben. Vier Tage später soll sie die Leiche in einem Seitenarm der Wümme vergraben haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, das Kind aus Angst vor finanziellen Einschränkungen getötet zu haben. Sie habe sich gerade den Traum eines Cabriolets erfüllt, zudem habe sie sich ein Motorrad gekauft und damit eine Reise geplant.