In Deutschland könnten bald minus 30 Grad herrschen. Schuld trage das Tief "Thilda", berichtet die Nachrichtenseite Bild.de. Hoher Luftdruck aus Skandinavien und Finnland sowie Tiefdruckgebiete über dem Osten Europas schleusten kalte Luft aus polaren Regionen nach Deutschland, sagte Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Wetter.net. "Es bleibt eisig kalt in den nächsten Tagen. Nachts kühlt es bis minus 20 Grad ab, stellenweise sogar bis zu minus 30 Grad", so Jung.
Aktuell halte Bad Königshofen (Bayern) mit minus 24 Grad den Rekord für den tiefsten gemessenen Wert, so Jung. Außerdem seien auch von mehreren Stationen zwischen Karlsruhe und Stuttgart in Baden-Württemberg unter minus 20 Grad gemeldet worden.
Zum Silvester-Wetter sagte Jung: "Es wird neue Schneefälle geben, stellenweise aber auch gefährliches Blitzeis." Mit Temperaturen von minus 6 bis plus 2 Grad werde es tagsüber relativ milder. In der Neujahrsnacht lägen die Werte zwischen null Grad im Westen und minus 20 Grad im Osten.
Tödlicher Unfall in Bayern
Die Verkehrslage beruhigte sich am Montag allerdings ein wenig. Dennoch ereigneten sich auf den Autobahnen wegen glatter Fahrbahnen mehrere Unfälle. In Oberbayern starb ein 22-Jähriger. Er kam mit seinem Auto von der Straße ab, raste in ein Gebüsch und wurde mitsamt Wagen über ein Bushäuschen katapultiert. Zwei weitere Insassen wurden schwer verletzt. Das Auto hatte nach Polizeiangaben Sommerreifen. Möglicherweise sei der Fahrer auf der stellenweise glatten Straße zu schnell unterwegs gewesen.
Einen Sturz in 25 Meter Tiefe überlebten ein 29 Jahre alter Autofahrer und seine Eltern. Der Fahrer hatte beim Überholen auf einer Brücke die Kontrolle über das Auto verloren, das daraufhin das Brückengeländer durchbrach, einen Abhang hinunter stürzte, sich mehrfach überschlug und in einem Fluss landete. Der 29-Jährige und seine Mutter wurden schwer verletzt, der 53-jährige Vater leicht.
Glimpflich ging auch der Unfall eines Touristen im oberbayerischen Skigebiet Winklmoos-Steinplatte aus. Er hatte die Talabfahrt mit der Mautstraße zur Winklmoosalm verwechselt. Nach einigen Metern Fahrt aufwärts blieb sein Wagen am Sonntagabend auf der Piste stecken. Das Auto musste geborgen werden.
Weiterhin Verspätungen bei der Bahn
Beim Flug- und Bahnverkehr kam es am Montag weiterhin zu Behinderungen. So waren in Nordrhein-Westfalen wegen der Schneefälle am Wochenende noch einige Bahnstrecken gesperrt. Außerdem kam es bundesweit wieder zu Verspätungen von bis zu einer Stunde, was im Vergleich zur Woche vor Weihnachten aber eine Verbesserung darstellte.
Auch im Nahverkehr besserte sich die Lage im Allgemeinen. So fuhren in Leipzig die Straßenbahnen wieder, nachdem der Verkehr am ersten Weihnachtsfeiertag nach starken Schneefällen eingestellt worden war. Bei der Berliner S-Bahn sind von 550 Zügen etwa 300 im Einsatz. Dadurch fahren die meisten Bahnen nur im 20-Minuten-Takt.
dapd/dpa

