+++ Ein Toter bei Massenkarambolage auf der A 9 +++

Bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn A 9 (Fahrtrichtung München) bei Weißenfels in Sachsen-Anhalt sind ein Mensch getötet und zwölf weitere verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich der Unfall am frühen Donnerstagnachmittag. Grund dafür waren zu geringer Abstand und nicht angepasste Geschwindigkeit bei starkem Nebel. Auf der wichtigen und stark befahrenen Nord-Süd-Route bildete sich ein 15 Kilometer langer Stau, da die Fahrbahn in Richtung München für mehrere Stunden gesperrt werden musste. Erst am Abend konnte die Autobahn wieder für den Verkehr freigegeben werden.

+++ Warnmeldung für Nordhessen +++

Blitzeis auf den Straßen in Nordhessen hat zu etlichen Unfällen geführt. Die Polizei in Kassel berichtete, dass es allein um Hofgeismar rund 100 Unfälle gegeben habe. Bei Wolfhagen waren es gut 50. Dabei blieb es bei Blechschäden. Auch im Kreis Waldeck-Frankenberg verunglückten etliche Fahrzeuge auf spiegelglatten Straßen. Die Autobahnen waren aber eisfrei.

Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach gab eine Warnmeldung für Nordhessen heraus. Der gefrierende Regen und Sprühregen könne auch in den nächsten Stunden zu weiteren glatten Straßen führen.

+++ 100 Kilometer Stau auf der Ost-West-Achse A2 +++

Auf der wichtigsten Ost-West-Trasse, der Autobahn 2, ist der Verkehr nahezu zum Erliegen gekommen. Zwischen Hannover und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt staute sich der Verkehr am Donnerstagabend in beiden Richtungen auf 100 Kilometer Länge. "Seit Stunden geht hier fast gar nichts mehr. Nur Schritttempo ist möglich“, sagte Holger Heuer von der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen.

Der Eisregen sorge für kritische Straßenverhältnisse. Zudem kämen die Streufahrzeuge kaum durch. "Wir raten, gar nicht erst loszufahren“, sagte Heuer. Ein Beamter der Autobahnpolizei Braunschweig sprach von einer bis zu fünf Zentimeter dicken Eisschicht auf der Fahrbahn. Die stark befahrene A2 ist die wichtigste Verbindung vom Ruhrgebiet über Berlin Richtung Osten.

+++ Lage in Frankfurt und London entspannt +++

Nach dem tagelangen winterlichen Reisechaos am Frankfurter Flughafen hat sich die Lage kurz vor Weihnachten entspannt. Bis zum Nachmittag wurden an Deutschlands größtem Airport zwar noch 50 Flüge annulliert. Das war jedoch auf die anhaltenden Störungen an anderen Flughäfen zurückzuführen. Gestrandete Reisende gab es kaum noch am Flughafen.

Nach tagelangen Flugausfällen läuft inzwischen auch auf dem größten europäischen Flughafen in London-Heathrow fast alles wieder normal. 90 Prozent aller geplanten Starts und Landungen seien abgewickelt worden, teilte der Flughafen mit.

+++ Hochwasser an Saar und Mosel +++

Im Saarland hatte das Tauwetter Hochwasser zur Folge. Einige Straßen wurden wegen Überflutung gesperrt. Betroffen war unter anderem die Stadtautobahn Saarbrücken. Den Scheitelpunkt sollte das Hochwasser nach Einschätzung der Behörden gegen Abend erreichen. Ebenfalls wegen Hochwassers waren Teilstücke der Bundesstraße 51 bei Kleinblittersdorf und Güdingen gesperrt.

Auch in Rheinland-Pfalz stiegen die Wasserpegel. Laut dem Meldezentrum in Trier lag der Pegel der Mosel am Vormittag bei 7,51 Metern. Der Scheitel wird zu Heiligabend gegen 12.00 Uhr mit einer Höhe von 8,30 Metern erwartet. Einige Uferstraßen wurden gesperrt. Im Raum Trier ist die Mosel nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes seit dem frühen Morgen für den Schiffsverkehr gesperrt. Rhein und Nahe führten laut Meldezentrum nur geringes Hochwasser, es wurde mit einem Rückgang der Pegelstände gerechnet.

+++ Aachen stellt kompletten Busverkehr ein +++

In Aachen und Umgebung ist der gesamte Busverkehr wegen starken Schneefalls eingestellt worden. „Hier geht gar nix mehr“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen. Er appellierte an alle, auch nicht Auto zu fahren. „Ich sehe, wenn ich hier rausgucke, nur rote Lichter, die stehen.“

Da weiterer Schneefall angesagt sei, könne man auch nicht auf Entspannung hoffen. „Es wird eher schlimmer. Und wir wollen die Leute da nicht reinfahren lassen, das würden wir uns nicht verzeihen.“ Selbst Räumfahrzeuge kämen oft nicht mehr durch, und vielerorts sei das Streusalz ausgegangen. Mit dem Aufkommen starker Winde sei mit Schneeverwehungen auf offenen Strecken zu rechnen. Das werde alles bis Freitagmorgen andauern, warnte Kemen.

+++ Schneerekord für Hamburg erwartet +++

Für Heiligabend wird in Hamburg eine Rekordschneehöhe erwartet. Am Freitag (24. Dezember) wird die Schneedecke voraussichtlich 18 Zentimeter hoch sein, wie ein Sprecher vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte.

Nach Informationen des Instituts für Klima und Wetterkommunikation (IWK) betrug die höchste am Weihnachtsvorabend je in der Hansestadt gemessene Schneedecke bislang neun Zentimeter (1938 und 1981).

+++ Flugverkehr in Europa durch Schnee behindert +++

Erneuter Schneefall hat den Flugverkehr in Europa am Donnerstag weiter behindert. In Dublin und Paris gab es die meisten Probleme, wie die europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel berichtete. ImSchnitt seien die Flugzeuge um 80 Minuten verspätet gewesen. In Wien, Prag und Athen habe indes starker Nebel für Verspätungen von zeitweise mehr als anderthalb Stunden geführt. Die meisten der etwa 22.850 Flugzeuge sollten nach Angaben einer Sprecherin aber wie geplant starten und landen können. Bis zum frühen Nachmittag waren davon rund 1200 Maschinen mehr als eine halbe Stunde verspätet.


+++ Toter bei Glätteunfall +++

Nach einem Glätteunfall auf der Bundesstraße1 in Paderborn ist ein Autofahrer an seinen schweren Verletzungen gestorben. Das teilte die Polizei am Donnerstag mit. Der 27-jährige Mann war in den Gegenverkehr geraten und mit einem entgegenkommenden Transporter kollidiert. Er wurde in seinem total demolierten Fahrzeug eingeklemmt. Rettungskräfte konnten ihn zwar aus dem Wrack befreien und ins Krankenhaus bringen.

+++ Zug schafft Steigung nicht +++

Zug 808 war noch planmäßig gegen 12.15 Uhr im Tiefgeschoss des Hauptbahnhofs Berlin Richtung Hamburg abgefahren. Nur wenige hundert Meter weiter war aber vorläufige Endstation. Wegen eines Antriebsschadens konnte der ausgebuchte ICE nur mit gedrosselter Leistung fahren – das allerdings bei vollem Gewicht. Damit war er nach Bahnangaben zu schwer, um auf glatten Schienen die Steigung vom Untergeschoss des Bahnhofs bis hinauf zur Brücke über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal zu schaffen. Der Zugführer stoppte notgedrungen und fuhr zurück zum Hauptbahnhof. Nach kurzem Aufenthalt ging es weiter – allerdings diesmal in umgekehrter Richtung und ohne steile Anstiege. Über den Bahnhof Südkreuz ging es auf den Berliner Außenring und ohne den planmäßigen Halt in Spandau in Richtung Hamburg. Wer in Spandau einsteigen wollte, hatte Pech und musste auf dem nächsten Zug warten. Die übrigen Reisenden kamen mit 60 Minuten Verspätung ans Ziel. Ein Bahnsprecher rechtfertigte die Entscheidung. Die Alternative zu dem Umweg wäre gewesen, den schwächelnden ICE ganz zu streichen. Angesichts des Massenandrangs auf die Züge im Fernverkehr habe man sich daher entschlossen ICE 808 fahren zu lassen.

+++ Rentner prügeln sich beim Schneeräumen +++

Der Streit von zwei Rentnern beim Schneeräumen in einer Grundstückseinfahrt im sächsischen Schöneck hat am Donnerstag mit einer Platzwunde und einem verletzten Bein sein Ende gefunden. Wie die Polizei mitteilte, fuhr ein 74-Jähriger mit einem kleinen Traktor zunächst seinem 73 Jahre alten Kontrahenten ans Bein. Dieser revanchierte sich, indem er seinem Widersacher eine Schneeschaufel auf den Kopf schlug. Gegen die beiden Streithähne wird nun ermittelt.

+++ Tief "Scarlett" bringt neuen Schnee +++

Ein großer Teil Deutschlands darf sich über eine weiße Weihnacht und Ausflugswetter freuen. Im Norden und Osten kann an Heiligabend die Bescherung aber auch weniger schön ausfallen, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD). Das Tief „Scarlett“ bringt neben neuem Schnee kräftigen Wind, der zu Schneeverwehungen führen kann.

Auf einem Streifen von der Ostsee bis ins Rheinland können vereinzelt über 20 Zentimeter der weißen Pracht fallen. Im Süden und Südwesten regnet es am Freitag zunächst. Doch am Nachmittag gehen auch dort die Niederschläge allmählich in Schnee über. An den Weihnachtsfeiertagen beruhigt sich das Wetter. Es bleibt überall frostig kalt.

„Zusammen mit dem kräftigen Wind ist der Schnee im Norden fast so rastlos wie ein verspäteter Geschenkejäger“, witzelte Martin Jonas vom DWD in Offenbach. Es werde am Freitag dort eine „kritische Mischung“ und vermutlich Unwetterwarnungen geben. Im Süden und Südwesten zieht sich der Regen nach Südosten zurück. Besonders im Mittelgebirge und in den Alpen kann es dann wieder viel Schnee geben.

In der Nacht zu Samstag ziehen die Niederschläge nach Süden und Osten ab, von Nordwesten her wird es freundlicher. Die Temperaturen erreichen Werte zwischen minus eins und plus drei Grad.

Am ersten Weihnachtsfeiertag schneit es vor allem im Osten und Südosten sowie am Alpenrand noch zeitweise. Bei wechselnder Bewölkung laden die winterlichen Landschaften zu Ausflügen ein. Im Osten und im Norden bleibt es aber sehr windig mit starken Böen. Überall gilt: besser warm anziehen. Die Höchstwerte liegen zwischen minus acht und minus drei Grad, vereinzelt wird es noch kälter.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag ist es überall überwiegend stark bewölkt. Der Wind legt sich weitgehend. Es bleibt bei Dauerfrost zwischen minus eins und minus acht Grad. Im Norden steigen die Temperaturen wieder etwas. Der Anstieg ist Vorbote neuer Niederschläge, die wohl in der Nacht zu Montag in den Nordwesten ziehen.

+++ Dicke Eisschicht auf den Kanälen +++

Der Winter bringt jetzt auch die Schifffahrt ins Stocken: Der Mittellandkanal werde von diesem Freitag an zwischen der Schleuse Sülfeld bei Wolfsburg und Rothensee bei Magdeburg von 12 Uhr an und von 18 Uhr an von Sülfeld bis zur Schleuse Hannover-Anderten gesperrt, teilte die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte (WSD) am Donnerstag in Hannover mit. Der Stichkanal Salzgitter sollte bereits an diesem Donnerstag gesperrt werden.

Unpassierbar ist seit Mittwoch der Stichkanal Linden, Hildesheim und Misburg und der Elbe-Seitenkanal.Drei Eisbrecher, die bislang auf dem Elbe-Seitenkanal im Einsatz waren, wurden nach Hamburg-Finkenwerder verlegt. Von dort aus sollen sie das Wehr in Geesthacht freihalten und den Abfluss des Eises vom Hamburger Hafen sicherzustellen.

Eine Eisdicke von bis zu 15 Zentimetern sowie zusammengeschobene Eisschollen behindern die Schifffahrt in weiten Teilen des Landes. Durch den Dauerfrost sind auch diverse Schleusen stark vereist. Von Heiligabend an werden laut WSD in Abstimmung mit der Schifffahrt keine Eisbrecher mehr eingesetzt. Erst am kommenden Montag (27.) ist der Eisaufbruch geplant.

+++ Autofahrer sollten Notfall-Übernachtungen einplanen +++

Auf langen Fahrten in den Weihnachtsurlaub sollten Autofahrer auch Unterkünfte für eine Übernachtung einplanen. Der dichte Weihnachtsverkehr könne in Kombination mit Schnee und Eis einige Langstreckenfahrten so verzögern, dass ein Zwischenstopp notwendig wird. Das seien aber Extremfälle, sagte Jürgen Grieving vom ADAC. Blitzeis und Schneeglätte müssten vor allem Reisende im Norden Deutschlands bei der Routen- und Zeitplanung berücksichtigen. Generell sei es ratsam, sich zwei Stunden vor dem Aufbruch im Radio oder Internet über die Situation auf der Strecke zu erkundigen und gegebenenfalls Ausweichrouten zu suchen.

+++ Bahn rechnet mit Verspätungen +++

Am Tag vor Heiligabend ist der Bahnverkehr im Norden am Vormittag zunächst ohne Probleme angelaufen. Fernzüge waren maximal eine halbe Stunde verspätet, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Bereits ab Mittag rechne die Bahn mit einem ersten Ansturm von Reisenden. „Heute ist Großkampftag. Spätestens am Nachmittag, wenn die Leute von der Arbeit kommen, dürften die Züge voll werden.“ Auch neuer Schneefall in Norddeutschland könnte Probleme bereiten: „Wir rechnen an den Weihnachtstagen mit Verspätungen, wenn das Wetter sich weiter verschlechtert.“

+++ Starker Schneefall in Hamburg +++

Schneefall hat am Donnerstagmorgen den Verkehr in Hamburg und Umgebung stark beeinträchtigt. Rund 70 Mal krachte es seit Mittwochabend auf den Straßen der Hansestadt, sagte ein Sprecher der Verkehrsleitzentrale auf dapd-Anfrage. Zumeist sei es bei Blechschäden geblieben, teilweise habe es aber auch Verletzte gegeben.

Seit dem Morgen seien im Großraum Hamburg drei bis sechs Zentimeter Neuschnee gefallen, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Für den späteren Tagesverlauf sind weitere zehn bis zwanzig Zentimeter möglich. „Mehrere Schneefallgebiete ziehen von der Ostsee her über Schleswig-Holstein Richtung Hamburg und Niedersachsen“, sagte der Sprecher.

Mit 120 Streufahrzeugen ist der Winterdienst der Stadtreinigung seit 3.30 Uhr auf den Hauptverkehrsstraßen im Einsatz. Etwa 800 weitere Einsatzkräfte werden darüber hinaus eingesetzt, um Kreuzungsbereiche, Fußgängerüberwege, Bushaltestellen sowie verkehrswichtige Gehwege ohne Anlieger und Radwege zu streuen.

+++ Unwetterwarnung für Berlin +++

Der Deutsche Wetterdienst hatte eine Unwetterwarnung für Berlin herausgegeben. Danach kann es durch überfrierenden Regen zu erheblicher Glatteisbildung auf Straßen und Wegen kommen. Die Warnung gilt vorerst bis 12.00 Uhr.

+++ Blitzeis im Großraum Hannover +++

Besonders im Großraum Braunschweig hat Eisregen zu erheblichen Problemen auf den Autobahnen 2 und 39 geführt, sagte ein Sprecher der Verkehrsmanagementzentrale. Zum Teil habe sich eine zwei Zentimeter dicke Eisschicht auf den Fahrbahnen gebildet. „Wer nicht fahren muss, sollte das Auto unbedingt stehenlassen.“ Zahlreiche Lastwagen hatten sich am Morgen an Steigungen quergestellt. Lkw-Fahrer wurden daher gebeten, umgehend die nächsten Parkplätze anzufahren oder notfalls auf dem Standstreifen zu stoppen. Die A7 musste nach mehreren Unfällen zwischen Göttingen und Hann.Münden-Hedemünden in Richtung Süden voll gesperrt werden. Ebenfalls auf der A7 nahe dem Dreieck Drammetal bei Göttingen wurden nach einem Lasterunfall zwei Fahrstreifen gesperrt. Es kam zu längeren Staus. Bei den zahlreichen Unfällen blieb es glücklicherweise zumeist bei Blechschäden. Am Flughafen Hannover gab es nach Angaben eines Sprechers am Morgen noch keine Behinderungen durch den Eisregen. „Alles läuft planmäßig und es gibt keine Verspätungen.“

+++ Polizei sperrt Autobahnabschnitte für LKW +++

Blitzeis behindert in einem Teil Niedersachsens den Verkehr: Die Polizei hat Autobahnabschnitte für den Lkw-Verkehr gesperrt. Sie forderte den Schwerlastverkehr am Donnerstagmorgen auf, die Fahrt sofort zu unterbrechen und den nächsten Parkplatz anzufahren oder den Standstreifen als Parkplatz zu nutzen. Betroffen seien vor allem die Autobahn 2 Hannover-Magdeburg und 39 Salzgitter-Wolfsburg, teilte die Polizeidirektion Braunschweig. „Die Straßen sind spiegelglatt, es gibt Unfälle ohne Ende – zum Glück bisher ohne Verletzte“, sagte ein Sprecher.

+++ Kurzwettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes +++

Heute Vormittag im Norden Schneefall, in Teilen Norddeutschlands zunächst aber noch gefrierender Regen mit Glatteisbildung. An der Ostsee Unwetter durch Schneeverwehungen! In der Mitte und im Süden Regen, im Südwesten auch kräftiger. Abends bis hinein ins Rheinland Übergang der Niederschläge in Schnee. Im Südosten anfangs noch teils heiter und trocken. Höchstwerte zwischen minus 3 Grad im äußersten Norden und 6 Grad am Oberrhein, bei Föhn örtlich noch milder. Schwacher bis mäßiger, an der Küste auch frischer Ost- bis Nordostwind. An der Ostsee starke bis stürmische Böen. In der Nacht in der Nordwesthälfte Schneefall, sonst zunächst noch etwas Regen. Tiefstwerte 2 bis minus 4 Grad, an der Küste weiterhin stürmischer Wind.

+++ Autobahn 24 lahmgelegt +++

„Blitzeis“ legte am frühen Donnerstagmorgen die Autobahn 24 Berlin-Hamburg vollständig lahm. Sie musste nach mehreren Unfällen bei Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) komplett gesperrt werden, wie die Polizei in Potsdam mitteilte. Zwei Menschen, darunter eine Polizistin, seien verletzt worden. In der Nacht zum Donnerstag hatte Regen in ganz Brandenburg zu überfrierender Nässe geführt. Die Autofahrer wurden gebeten, möglichst vorsichtig zu fahren.

Auch an anderen Orten schauten Polizisten und Feuerwehrleute besorgt aus dem Fenster. „Wir fürchten Eisregen im Berufsverkehr“ sagte etwa ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Aus Kiel berichtete die Polizei: „Es gab hier über Nacht heftige Schneeverwehungen. Teilweise blieben die Autos stecken.“ Magdeburg meldete: „Das mit dem Eis geht jetzt hier los.“ An der Müritz hieß es: „Der Schneeregen hat eingesetzt.“ Und auch aus Anklam im äußersten Nordosten Deutschlands verlautete: „Kein Schnee, aber ordentlich Glätte.“

Diese Wettergefahren zogen sich bis hinunter nach Südniedersachsen, wo die Polizei in Göttingen berichtete: „Es taut und friert im Wechsel. Eine tückische Mischung.“ Der Deutsche Wetterdienst DWD aus Offenbach warnte um 6.30 Uhr: „In Teilen Nord- und Ostdeutschlands Schneefall oder gefrierender Regen, teils mit unwetterartigem Ausmaß.“

An der Ostsee werde es bei kräftig auffrischendem Wind Schneeverwehungen geben. Südlich einer gedachten Linie von Düsseldorf über Erfurt bis nach Dresden sinke hingegen die Gefahr merklich. So sahen das auch die Polizeidienststellen. „Es regnet Bindfäden und weit genug über Null Grad haben wir es auch“, sagte etwa ein Sprecher in Köln. Praktisch in ganz West-, Mittel- und Süddeutschland hieß es: Tauwetter, Regen und höchstens örtlich Probleme mit Glätte. Nach den Prognosen des DWD wird sich die Trennlinie zwischen kalter Luft im Norden und milderer weiter südlich bis Heiligabend auflösen: Ein Tiefdruckgebiet vom Atlantik ziehe „in den nächsten Tagen nach Oberitalien. Dann sind in Deutschland regional sehr ergiebige Schneefälle möglich“, sagen die Meteorologen voraus.

Eine Entspannung deutete sich hingegen am Frankfurter Flughafen an, wo nach dem tagelangen Reisechaos rechtzeitig zu Weihnachten Besserung in Sicht war. „Wir sind guter Hoffnung, dass wir heute zu fast 90 Prozent zum normalen Verkehr zurückkommen“, sagte ein Sprecher der Airportbetreibers Fraport am Donnerstagmorgen. Bei feuchter, milder Luft und relativ geringen Sichtbehinderungen durch Sprühregen seien keine schwerwiegenden Probleme absehbar. Die verbliebenen Ausfälle resultierten aus gestrichenen Flügen im Ausland, darunter Frankreich, Großbritannien und vereinzelt Polen. „Wir sind guter Dinge, dass bis Heiligabend alles wieder normal läuft“, sagte der Sprecher. Bedingung dafür sei allerdings, dass sich das Wetter nicht doch noch verschlechtere. Sollte es wieder schneien, wäre der Reiseverkehr über die Festtage gefährdet. Ausfälle in Frankfurt machen sich wegen der fehlenden Rotation der Maschinen in ganz Deutschland bemerkbar.

+++ Glatteis in Thüringen +++

Der Deutsche Wetterdienst hat für den Kyffhäuserkreis, den Landkreis Eichsfeld, den Landkreis Nordhausen und den Unstrut-Hainich-Kreis eine Unwetterwarnung vor Glatteis herausgegeben. Die Meteorologen rieten dazu, Autofahrten zu vermeiden und zu Hause zu bleiben.

Im gesamten Norden Thüringens ist es am Donnerstagmorgen zu zahlreichen Unfällen gekommen. Allerdings handele es sich meist um Blechschäden, Straßensperrungen seien bisher nicht notwendig gewesen. „Unsere Kollegen haben mit den Unfallaufnahmen alle Hände voll zu tun, dennoch rollt der Verkehr“, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion in Nordhausen. Auch das Innenministerium in Erfurt zog eine positive Bilanz. „Trotz der glatten Straßen hat es bisher kaum Behinderungen gegeben“, sagte ein Sprecher.

Die Polizei mahnt vor allem auch die Fußgänger zur Vorsicht. Während die Hauptstraßen gut geräumt seien, treffe das für die Fußwege nicht zu, sagte ein Sprecher der Polizei in Erfurt. „Problematisch ist, dass der anhaltende Regen auf die Straßen und Wege fällt und sofort gefriert.“

+++ Buslinien in Sachsen-Anhalt eingestellt +++

Der Deutsche Wetterdienst warnte für weite Teile des Landes vor Sprühregen und Glatteis. Die Meteorologen rieten dazu, Autofahrten zu vermeiden und zu Hause zu bleiben. Wie des Innenministerium in Magdeburg mitteilte, gab es verbreitet Blitzeis. „Auf den Straßen sieht es schlimm aus. Es ist überall spiegelglatt“, sagte eine Sprecherin.

Der Busverkehr ist in zahlreichen Kreisen erheblich eingeschränkt oder ganz eingestellt worden. In Merseburg und dem Landkreis Börde fuhren am Donnerstag vorerst keine Busse. Auch in Halle bleiben sie im Depot, weil die Straßen vereist waren, wie die Hallesche Verkehrs- AG am Donnerstagmorgen mitteilte. Die Straßenbahnen waren davon nicht betroffen.

Auf den Straßen hatten sich zahlreiche Lastwagen quergestellt. Dadurch kam es zu Behinderungen auf der Autobahn 9 Richtung Halle/Leipzig. Zwischen den Anschlussstellen Weißenfels und Bad Dürrenberg war ein Teil der Fahrbahn gesperrt. Auf der Bundesstraße 180 ging zwischen Aschersleben und Winningen in beiden Richtungen nichts mehr. Die Strecke war wegen querstehender Laster komplett gesperrt.

+++ Unfälle in Schleswig Holstein +++

Neue Schneefälle und Schneeverwehungen aufgrund starken Windes haben in der Nacht zum Donnerstag den Straßenverkehr in Schleswig-Holstein teilweise stark beeinträchtigt.

Bei diversen Glätteunfällen gab es nach Polizeiangaben aber überwiegend Blechschäden und nur wenige Leichtverletzte, da die Autofahrer sich zumeist umsichtig verhielten. Speziell der Bereich Nordfriesland und die Ostseeküste im Bereich Rendsburg-Eckernförde waren von den Schneeverwehungen betroffen. Auf der B 202 zwischen Norderstapel und Erfte (Kreis Schleswig-Flensburg) mussten rund ein Dutzend festgefahrene Autos befreit werden.

dpa/dapd/lk