Die Witwe erzählt

Selbst für seine Ärzte war Horst Tappert "Derrick"

Mit 281 Folgen als Kommissar "Derrick" hat Horst Tappert Filmgeschichte geschrieben. So sehr war seine Person mit der Rolle verbunden, dass ihn Fremde sogar mit seinem Fernsehnamen ansprachen. Doch zum Schluss wurde Tappert das alles zu viel, wie seine Witwe jetzt in einem Interview verriet.

„Köstlich fand er, wenn die Menschen ihn mit Herr Derrick ansprachen, sogar seinen Ärzten ist das passiert“, sagte Ursula Tappert in einem Interview mit der „Bunten“. In den letzten Jahren habe er aber mit allem abgeschlossen gehabt. „Er wollte mit seiner Vergangenheit im Grunde nichts mehr zu tun haben“, sagte sie.

Horst Tappert war nach Ansicht seiner Witwe „eine ungeheure Begabung, von Geburt an“. Er sei nie auf einer Schauspielschule gewesen und sei ohne musischen Hintergrund aufgewachsen. „Kaum zu glauben, was er trotzdem geschafft hat, alles kam von allein.“ Er sei allerdings auch ein disziplinierter, unermüdlicher Arbeiter und ein Perfektionist gewesen.

Horst Tappert war in der Rolle des Oberinspektors „Derrick“ weltweit bekannt geworden. Er mimte den Kriminalpolizisten von 1974 bis 1998 in 281 Folgen der ZDF-Serie. Tappert war am 13. Dezember in München im Alter von 85 Jahren gestorben. Ursula und Horst Tappert waren seit 1957 verheiratet, es war seine dritte Ehe.

Die Beisetzung Tapperts soll nur im engsten Familienkreis stattfinden. Sein Freund und Kollege Fritz Wepper sagte der „Bild am Sonntag“: „Ich werde nicht dabei sein. Horsts Familie besteht auf einem sehr privaten Begräbnis ohne Schauspieler und den ganzen Rummel. Das achte ich.“

Wepper, der in „Derrick“ und zuvor in der Serie „Der Kommissar“ den Ermittler Harry Klein spielte, erklärte jedoch: „Es wird zum Abschiednehmen sicherlich noch eine Trauerfeier nach der Beisetzung geben. Dort werde ich mich von meinem Horsti verabschieden.“

Wepper äußerte Verständnis für die Witwe Ursula Tappert und die Kinder. „Organisatorisch ist das alles auch gar nicht anders möglich für die Familie. Immerhin stehen Weihnachten und Silvester vor der Tür.“ Nach Informationen des Blatts soll die Urne in den nächsten zwei Wochen irgendwo in München beigesetzt werden.

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