+++ Easyjet streicht Flüge ab Berlin-Schönefeld+++
Die britische Billigfluggesellschaft Easyjet hat für Freitagvormittag alle Flüge ab Berlin-Schönefeld abgesagt. Wie das Unternehmen in der Nacht mitteilte, sind die „gravierenden Lieferengpässe an Enteisungsmittel“ der Grund. Davon seien auch die anderen Fluggesellschaften betroffen. Bereits am Donnerstag waren in Berlin zahlreiche Flüge gestrichen worden, weil Enteisungsmittel für die Maschinen fehlte. Glätte, Eisregen und Schnee sorgen derzeit deutschlandweit für starke Verkehrsbehinderungen.
+++ Super-Stau auf der A9 +++
Nach Eisregen und Schnee haben Hunderte Autofahrer 15 Stunden und länger in einem Super-Stau auf der A 9 ausharren müssen. Am Donnerstag löste sich der Stau nur langsam auf, weil erst mehrere querstehende Lastwagen geborgen und die Straße vom Winterdienst beräumt werden musste. „Wir hoffen, dass die Probleme bis zum Abend behoben sind“, sagte eine Polizeisprecherin. Bis zum Nachmittag sei der besonders gefährdete zweispurige Abschnitt zwischen Triptis und Schleiz freigegeben worden. Zu der Zeit reihten sich Autos und Lastwagen noch rund 30 Kilometer von Schleiz bis zur Anschlussstelle Hof-West in Bayern Stoßstange an Stoßstange.
Bei einigen Autofahrern lagen unterdessen die Nerven blank. Zur Untätigkeit verdammt beschwerten sie sich über mangelnde Information. „Wir erfahren hier gar nichts und wissen nicht, wann es wieder weitergeht“, sagte ein Fahrer. Ein anderer monierte, dass bei ihm nichts von der versprochenen Verpflegung angekommen sei. Den Angaben zufolge waren Helfer der Feuerwehr, des DRK-Katastrophenschutzes und der Johanniter seit der Nacht damit beschäftigt, warmen Tee, Bockwürste und Decken sowie Benzin und Diesel an die im Stau Wartenden zu verteilen.
Begonnen hatte das lange Ausharren in der Kälte am Mittwochabend. Zwischen Dittersdorf und Triptis hatte sich gegen 18.30 Uhr nach Regen Glatteis gebildet. Daraufhin war es zu mehreren Unfällen gekommen und der Triptiser Berg wurde unpassierbar. Die Polizei sperrte daraufhin die Autobahn, um die Fahrzeuge zu bergen. So wuchs der Stau stetig.
+++ Kaum noch Enteisungsmittel an Berliner Flughäfen +++
Heftige Schneefälle und knappes Enteisungsmittel haben den Betrieb auf den Berliner Flughäfen massiv gestört. 350 Flüge fielen aus, das ist laut Flughafensprecher Leif Erichsen jeder zweite. Wenn ein Flugzeug abhob, dann grundsätzlich mit Verspätung. „Der fehlende Nachschub mit Enteisungsmitteln ist unbefriedigend und ärgerlich“, sagte Erichsen. Die Start- und Landebahnen seien freigeräumt gewesen.
+++ Seehofer im Stau +++
CSU-Chef Horst Seehofer hat wegen des Winterwetters in Bayern seine Teilnahme am Koalitionsausschuss in Berlin absagen müssen. Seehofer und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt steckten am Donnerstag in Bayern auf der Autobahn in einem Stau fest, wie es aus CSU-Kreisen hieß. Die Christsozialen waren somit im Kanzleramt am Abend nur mit ihrem Berliner Landesgruppenvorsitzenden Hans-Peter Friedrich vertreten. Die Koalitionäre wollten über Maßnahmen zur Steuervereinfachung und über den Zuzug von Fachkräften nach Deutschland reden.
+++ 1200 Unfälle in 24 Stunden +++
Schnee und Straßenglätte haben binnen 24 Stunden zu mehr als 1200 Unfällen auf den Straßen Nordrhein-Westfalens geführt. Bei insgesamt 1205 witterungsbedingten Unfällen verletzten sich 13 Personen schwer, 86 Menschen kamen mit leichten Verletzungen davon. Das teilte die Landesleitstelle in Duisburg am Donnerstag mit. Den entstandenen Sachschaden schätzt die Behörde auf 3,4 Millionen Euro. „Für die Wintermonate sind diese Zahlen nicht sonderlich außergewöhnlich“, sagte eine Sprecherin.
Schuld an den zahlreichen Unfällen sind neben der falschen Bereifung insbesondere die außergewöhnlich niedrigen Temperaturen und Schneeverwehungen bei örtlicher Windstärke sieben. „Der Monat ist noch nicht sehr alt, daher kann sich das alles noch einpendeln. Die niedrigen Temperaturen sind aber schon auffällig“, sagte Stefanie Gärtner vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen. Der Dezember sei bislang 6,7 Grad kälter als im langjährigen Mittel.
+++ Lufthansa bittet Fluggäste auf Bahn umzusteigen +++
Massive Schneefälle durchkreuzen die Reisepläne von zehntausenden Flugpassagieren. Allein am Frankfurter Flughafen wurde etwa jeder vierte Flug gestrichen. In der Nacht zu Donnerstag musste der größte deutsche Flughäfen wegen der massiven Schneemassen sogar für rund vier Stunden schließen. Auch an anderen deutschen Flughäfen gab es Behinderungen mit Flugstreichungen und Verspätungen.
Lufthansa bat ihre Gäste, bei gestrichenen innerdeutschen Flügen auf die Bahn auszuweichen. Fluggäste sollten noch vor der Anfahrt zum Flughafen prüfen, ob ihr Flug stattfindet, sagte ein Sprecher in Frankfurt. Die Fluggesellschaft verwies auf das Angebot im Internet unter www.lufthansa.com und schaltete eine besondere Service-Nummer unter 0800 / 8506070 . Die Zahl der gestrichenen Flüge stand zunächst nicht fest. Alle Langstreckenflüge würden aber stattfinden.
Der Frankfurter Flughafen berichtete am Vormittag, dass die Bahnen inzwischen wieder frei seien. Allerdings stauten sich Maschinen auf den begrenzten Abstellplätzen, so dass zeitweise auf allen europäischen Flughäfen keine Starterlaubnis für Flüge in Richtung Frankfurt gegeben wurde. Interkontinentale Flüge etwa aus den USA oder Asien seien davon nicht betroffen.
+++ Mosel für Schiffe gesperrt +++
Teile der Mosel sind für die Schifffahrt wegen Hochwassers gesperrt. Bis zum Morgen wurden fünf der sechs Stauhaltungen geschlossen, wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Trier mitteilte.
Beim Hochwasserzentrum Mosel geht man davon aus, dass der Wasserpegel erst nach dem Wochenende wieder fällt – wenn der Schnee der vergangenen Tage nicht taue. Auch der Wasserstand des Rheins ist nach Angaben des Hochwasserzentrums erhöht. Man rechne aber vorerst nicht damit, dass der Fluss für die Schiffe gesperrt werden muss.
+++ Bahn verlängert Gratis-Rücknahme von Tickets +++
Bahnkunden können wegen der anhaltenden Winterprobleme ihre Fahrkarten weiterhin gebührenfrei zurückgeben. Die Bahn verlängerte die Regelung. Wer lieber später oder gar nicht mehr reisen will, muss für zuggebundene Fahrkarten und Reservierungen bis einschließlich Sonntag die übliche Erstattungsgebühr nicht bezahlen, wie die Deutsche Bahn am Freitag mitteilte. Sonst sind in der Regel 15 Euro fällig.
Schnee und Eisregen hatten laut Bahn in der Nacht und am Donnerstagvormittag vor allem in Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Hessen und Bayern zu Störungen geführt. Weitere Verspätungen und Ausfälle seien möglich, hieß es.
Auf der Strecke Berlin-München gibt es Verspätungen von eineinhalb Stunden, weil die Züge zwischen Leipzig und Nürnberg über Fulda umgeleitet werden, weil erneut Bäume unter der Schneelast auf die Gleise zu stürzen drohen.
Aus Sicherheitsgründen drosselt die Bahn ihre Hochgeschwindigkeitszüge. Sie fahren bundesweit nur noch höchstens 200 Stundenkilometer. Damit werde verhindert, dass von der Wagenunterseite herabfallende Eisklumpen Schotter hoch wirbeln, der die Züge beschädigt.
+++ Am Wochenende wieder Schnee und Schneeregen +++
Nach Eisregen und kräftigem Schneefall hat der Deutsche Wetterdienst vorerst Entwarnung gegeben. In Thüringen sei bis auf einzelne Schneeschauer im Laufe des Tages zunächst kein Neuschnee in größeren Mengen zu erwarten, sagte Meteorologe Konrad Döpke. Allein in der Nacht kamen bis zu zehn Zentimeter Neuschnee vom Himmel, im Bergland sogar noch mehr. Damit sei die Schneehöhe in Thüringen auf durchschnittlich 20 bis 30 Zentimeter angewachsen. Vorsicht ist vor allem am Wochenende wieder geboten. Dann wird Schnee und Schneeregen vorhergesagt, so dass es erneut gefährlich glatt werden könnte.
+++ Jeder vierte Flug in Frankfurt fällt aus +++
Die heftigen Schneefälle in weiten Teilen Europas setzen dem Luftverkehr massiv zu. Allein am Frankfurter Flughafen wurde am Donnerstag rund jeder vierte Flug gestrichen, wie die Betreibergesellschaft Fraport mitteilte. Damit würden etwa 340 von rund 1400 geplanten Starts und Landungen ausfallen. Die Bahnen des Frankfurter Flughafens waren zwar nach einer Sperrung in der Nacht am Vormittag wieder verfügbar. Allerdings stauten sich in Frankfurt Flugzeuge, die wegen schlechten Wetters keine Genehmigung zur Landung auf anderen europäischen Flughäfen erhielten. Daher habe die Flugsicherung verfügt, bis auf weiteres auch keine Starts von europäischen Flughäfen Richtung Frankfurt mehr zu genehmigen. Der Langstreckenverkehr aus den USA oder Asien ist davon nicht betroffen.
+++ Sportfreunde Stiller verschieben Konzert wegen Schneechaos +++
Starker Schneefall hat „Die letzte leise Reise“ der Sportfreunde Stiller vorübergehend gestoppt. Die Band sagte ihr für den Abend in Hamburg geplantes Konzert ab. „Die außergewöhnlich starken Schneefälle führten zum totalen Stillstand auf den Autobahnen, wodurch auch die Transporter mit der Tourneeproduktion auf der Strecke blieben“, berichtete Konzertveranstalter Karsten Jahnke. Vor der Hansestadt war Nürnberg Tourstation. Schon in wenigen Tagen will das Trio („54, '74, '90, 2010“) sein Konzert in der Hansestadt aber nachholen: Der Auftritt in der O2 World ist für Montag (13.12./20.00 Uhr) geplant. Die Eintrittskarten behalten für den neuen Termin ihre Gültigkeit.
+++ Diebe stehlen Weihnachtsgeschenke +++
Das war extra fies: Traurige Gesichter wird es an Weihnachten vermutlich bei einer Familie in Peine geben. Skrupellose Diebe hatten den Keller eines Mehrfamilienhauses aufgebrochen und mehrere Weihnachtsgeschenke gestohlen, teilte die Polizei mit. Unter den Geschenken waren ein kleines, elektrisches Motorrad und ein Puppenwagen mit Puppe. Der Wert der gestohlenen Geschenke liegt laut Polizei bei rund 250 Euro.
+++ Enteisungsmittel auf Flughafen ausgegangen +++
Auf einigen deutschen Flughäfen fehlt inzwischen das Enteisungsmittel für Flugzeuge. Grund dafür sind laut der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen Lieferschwierigkeiten der wenigen spezialisierten Hersteller der Flüssigkeit. Das Problem bestehe nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin zeigte sich über die Lieferengpässe und die daraus resultierenden Ausfälle und Verspätungen verärgert.
+++ Lagerdach unter Schneelast eingebrochen +++
Der nasse Schnee auf dem Dach war zu schwer: Die Stützpfeiler einer Lagerhalle der Kulmbacher Brauerei in Bayern haben der Last nicht mehr standhalten können und sind eingebrochen. Nachdem bereits etwa 15 Meter des 70 Meter langen Daches eingestürzt waren, krachte ein weiteres Teilstück herunter. Auch der Rest der Halle gilt als massiv einsturzgefährdet. „Das Gelände ist absolut abgesperrt“, erläuterte Unternehmenssprecherin Helga Metzel.
„Das ist im Moment noch nicht absehbar, was da eventuell noch zusammenbricht.“ Ein Kran sollte den rechten Teil des Gebäudes vom vollgesogenen Schnee befreien. Bereits mit dem ersten Einsturz war ein Schaden von geschätzt 120.000 Euro entstanden, wie die Polizei Bayreuth mitteilte. Wie hoch die Summe am Ende sein wird, war zunächst noch offen.
+++ Tausende Menschen ohne Strom +++
Wegen starker Schneefälle und Eisregens sitzen wohl Tausende Menschen in Ostthüringen ohne Strom im Kalten. Rund 30 Orte und Ortsteile in den Kreisen Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt seien seit fast zwölf Stunden von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte der Energieversorger Eon Thüringer Energie mit.
Unter der Schneelast seien Bäume umgestürzt und hätten Stromleitungen zerrissen oder Masten beschädigt. „Wir kommen kaum an die Reparaturstellen heran“, erklärte ein Sprecher. Denn diese lägen teils mitten im Wald. Wegen zu großer Gefahr für die Monteure hätten die Arbeiten in der Nacht eingestellt werden müssen. Bei der Suche nach Schäden werden sie nun von Hubschraubern unterstützt.
+++ Weiterhin viele Unfälle wegen Schnee und Eis +++
Zahlreiche witterungsbedingte Unfälle haben im Land Brandenburg wieder zu Behinderungen im Berufsverkehr geführt. Die Polizei zählte zwischen Mitternacht und 10.00 Uhr mehr als 110 Unfälle, knapp 30 davon ereigneten sich wegen Schnee und Eis auf der Fahrbahn, wie Sprecher der Polizeipräsidien mitteilten. Bei zahlreichen weiteren Unfällen sei die Ursache noch nicht geklärt. Im Regionalverkehr der Bahn gab es nach Angaben des Unternehmens keine größeren Verspätungen, die S-Bahn zwischen Berlin und Potsdam fuhr jedoch weiterhin nur alle 20 Minuten.
Auf der A 9 zwischen Niemegk und Klein Marzehns stauten sich die Fahrzeuge bis zum Vormittag. Die Fahrbahn Richtung Leipzig blieb nach zwei Lkw-Unfällen voll gesperrt. Zunächst war in der Nacht ein Lastwagen in die Leitplanke gekracht, wie eine Polizeisprecherin sagte. Am frühen Morgen stellte sich dann noch ein Autotransporter auf spiegelglatter Fahrbahn quer. Die Bergung beider Lastwagen dauerte nach Polizeiangaben bis zum Vormittag an.
Ein Autofahrer hatte am Morgen auf der A 13 Glück: Vom Dach eines vorausfahrenden Lastwagens lösten sich Eisplatten und verfehlten nur knapp die Windschutzscheibe seines Autos. Es sei bei einem Sachschaden geblieben, der Verkehr Richtung Dresden habe sich für kurze Zeit gestaut, sagte ein Polizeisprecher. Am gesamten Mittwoch hatte die Polizei fast 400 Verkehrsunfälle aufgenommen. Mindestens 120 Unfälle ereigneten sich nach vorläufigen Erkenntnissen aufgrund der Witterung. Insgesamt wurden am Mittwoch 35 Menschen im Straßenverkehr verletzt.
+++ Deutschland unter geschlossener Schneedecke +++
Ganz Deutschland liegt unter einer geschlossenen Schneedecke. Den heftigen Schneefall bekam vor allem die Mitte ab – in einem breiten Streifen von Trier bis zur Oberlausitz gab es den meisten Neuschnee. Im hessischen Bad Nauheim fielen innerhalb weniger Stunden 20 Zentimeter Schnee – das ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bundesweit Spitze. Auf Platz zwei folgt Bernkastel-Kues in Rheinland-Pfalz mit 18 Zentimetern, in Darmstadt fielen 17 Zentimeter Schnee. Neue Rekorde wurden aber nicht aufgestellt. Grund sei eine markante Luftmassengrenze über der Mitte Deutschlands gewesen, sagte DWD-Meteorologe Thomas Ruppert. Im Norden davon lag kalte, relativ trockene Luft, im Süden milde Mittelmeerluft. „Wenn sowas zusammenkommt, gibt es immer viel Regen oder Schnee“, sagte Ruppert.
+++ 60 Flüge fallen in Berlin aus +++
Schnee und Eis führen an den Berliner Flughäfen zu massiven Behinderungen. An den Airports Tegel und Schönefeld sei mit rund 60 Flugstreichungen zu rechnen, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft.
Passagiere sollten sich möglichst früh bei ihrer Fluggesellschaft oder dem Reiseveranstalter informieren. Heftiger Schneefall hatte bereits am späten Mittwochabend dazu geführt, dass mehrere ankommende Maschinen statt in Tegel in Schönefeld landeten. Hintergrund ist, dass die Jets wegen des Winterwetters in größeren Abständen voneinander geführt werden. Zudem müssen Maschinen vor dem Abheben enteist werden.
+++ Zwei Kleinkinder ins Eis eingebrochen +++
Zwei Kindergartenkinder im Alter von zwei Jahren sind in Eberswalde an einem Teich ins Eis eingebrochen. Beide Mädchen wurden in Krankenhäuser eingeliefert, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Eines der Kinder ist nach Klinikangaben in einem sehr kritischen Zustand. Die betreuenden Erzieherinnen erlitten laut Stadtverwaltung einen Schock.
Zu dem Unglück kam es nach Angaben einer Stadtsprecherin bei einem Spaziergang von Kindergartenkindern in der Nähe der Kita im Stadtteil Finow. An einem kleinen Teich seien die beiden Mädchen in einen Zulauf geraten. Eines der Kinder musste den Angaben zufolge reanimiert werden. Es wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Berliner Klinik gebracht. Das andere Mädchen kam wegen Unterkühlung in das Eberswalder Krankenhaus.
Das reanimierte Kind war entgegen ersten Angaben der Polizei nicht in das Unfallkrankenhaus Berlin, sondern zunächst in die Charite und dann in das Deutsche Herzzentrum Berlin gebracht worden. Das Mädchen sei in einem sehr kritischen Zustand und schwebe in Lebensgefahr, hieß es im Herzzentrum.
+++ Eingeschneites Edinburgh ruft Armee zur Hilfe +++
Nach den schwersten Schneefällen seit fast 50 Jahren hat die schottische Hauptstadt Edinburgh die Armee zur Hilfe gerufen. Die Soldaten sollten unter anderem die Straßen rund um Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeheime von Schnee und Eis befreien und Menschen helfen, die ihre Häuser nicht mehr alleine verlassen können. In Teilen der Stadt lagen bis zu 70 Zentimeter Schnee. Schottland ist seit fast zwei Wochen fest im Griff von Schnee und Eis. Einige abgelegene Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten. Am Mittwoch waren Tiefsttemperaturen von minus 18 Grad gemessen worden. Die Truppen des Royal Regiment of Scotland hatten bereits mit Geländewagen Ärzte zu Notfällen gebracht. Auch die Feuerwehren und die Küstenwache waren im Einsatz und brachten unter anderem Medikamente in abgelegene Dörfer.
+++ Gestrandete Passagiere in Hannover +++
Hunderte Fluggäste sind in der Nacht zum Donnerstag auf dem Flughafen Hannover gestrandet. Zehn Flugzeuge aus Frankfurt seien umgeleitet worden, teilte eine Sprecherin des Flughafens mit. Acht davon hatten Passagiere an Bord. Der Frankfurter Flughafen war um 22 Uhr komplett gesperrt worden. Flugzeuge wurden von dort aus nach Hannover weitergeleitet.
Rund 900 Passagiere mussten in Hannover versorgt werden. Nicht alle Fluggäste konnten in Hotels untergebracht werden. Sie wurden zunächst mit Wasser und Kaffee versorgt. Gegen 2.00 Uhr bauten die Johanniter nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei im ruhigeren Ankunftsbereich des Terminals circa 400 Feldbetten auf. Wie viele Menschen darauf übernachteten, war nicht bekannt.
Bis zum Donnerstagmittag sollte sich die Lage wieder normalisieren, teilte ein Sprecher der Fluggesellschaft Lufthansa mit. Fluggästen werde jedoch geraten, ihren Flugstatus auf den Internetseiten ihres Fluganbieters vor der Abfahrt zum Flughafen zu überprüfen.
+++ Shakira-Konzert fällt wegen Schnees aus +++
11.000 Fans warteten vergeblich: Das ausverkaufte Shakira-Konzert in Frankfurt ist dem Schneechaos zum Opfer gefallen. Die kolumbianische Sängerin blieb in Paris stecken, wie die Marek Lieberberg Konzertagentur mitteilte. Ausgerechnet auf ihrer Tour mit dem Motto „Here Comes The Sun“ (Die Sonne kommt raus) wurde das Konzert wegen Winterwetters abgesagt. Zwei weitere Deutschlandkonzerte des kolumbianischen Superstars waren am Donnerstag in Berlin und am 11. Dezember in Köln geplant.
„Künstlerin und Veranstalter bemühen sich mit Nachdruck um einen Frankfurter Ersatztermin, der möglicherweise erst im Frühjahr 2011 stattfinden kann“, hieß es. Shakira hatte am Mittwochnachmittag von Paris zu ihrem Auftritt nach Frankfurt fliegen wollen, als sie von dem plötzlichen Wintereinbruch überrascht wurde.
In Paris wurden zahlreiche Flüge annulliert. Die Hoffnung auf einen späteren Flug sei geschwunden, als ein Unwetter über Frankfurt hereinbrach, die Landebahnen lange gesperrt und dann lediglich die Südbahn gegen 22 Uhr wieder mit verminderter Flugzeugdichte geöffnet werden konnte. Um einen Ersatztermin für das ausgefallene Konzert würden sich Künstlerin und Organisatoren kurzfristig bemühen. Sollte dieser nicht gefunden und das Konzert ersatzlos abgesagt werden, erhielten Fans ihr Eintrittsgeld von der jeweiligen Vorverkaufsstelle zurück.
+++ In Leipzig fahren wieder keine Straßenbahnen +++
Mehrere Zentimeter Neuschnee und zusätzlich Eisglätte haben zu erheblichen Behinderungen im Berufsverkehr geführt. In Leipzig waren mehrere tausend Pendler von einem Totalausfall des Straßenbahnverkehrs betroffen, sagte der Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), Reinhard Bohse. Aufgrund von Eisregen wurden am Mittwoch Oberleitungen beschädigt. Zum Teil seien Triebwagen im Netz festgefroren. In der Nacht hätten bis zu 20 Zentimeter Neuschnee zu neuen Behinderungen geführt.
dpa/dapd/AFP/kami




