+++ Warme Luftmassen nach Bayern und Baden-Württemberg +++

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Montag vor teils unwetterartigem Tauwetter in Süddeutschland. Das Einströmen warmer Luftmassen werde in Bayern und Baden-Württemberg zu ergiebigem Regen führen, was in Verbindung mit dem Abschmelzen von Schnee zu Überschwemmungen an kleineren Flüssen führen könne, teilte der DWD in Offenbach bei Frankfurt am Main mit.

+++ Tödlicher Unfall auf der Autobahn +++

Schneefall behindert weiter den Verkehr auf bayerischen Straßen. In Schwaben gab es zu Wochenbeginn mehrere Unfälle. Bei Fischach im Landkreis Augsburg verunglückte am Montag eine Frau tödlich. Wie die Polizei in Augsburg mitteilte, geriet die 24-Jährige auf glatter Fahrbahn ins Schleudern und stieß mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. Der Fahrer des anderen Wagens wurde schwer verletzt.

Mehrere Dutzend Unfälle und lange Staus gab es auch in Ostbayern. Auf der Autobahn 93 zwischen Mainburg und Bad Abbach (Landkreis Kelheim) standen die Fahrzeuge auf rund 30 Kilometern Länge, berichtete die Polizei in Straubing. Auch auf mehreren Bundesstraßen ging es im Berufsverkehr nur langsam voran. Seit Sonntagabend waren in der Region etwa 20 Zentimeter Neuschnee gefallen.

Im nördlichen Oberbayern kam es ebenfalls zu Behinderungen. In der Nacht zu Montag krachte es rund 50 Mal auf schneebedeckten Straßen, wie die Polizei in Ingolstadt mitteilte. Am Morgen verunglückten zwei Lastwagen auf der Autobahn 9 München-Nürnberg. Alle Unfälle endeten jedoch glimpflich. Im südlichen Oberbayern und der Landeshauptstadt hingegen gab es kaum Probleme. Auch auf dem Münchner Flughafen lief alles planmäßig, wie ein Sprecher mitteilte.

+++ Weniger Züge bei Berliner S-Bahn +++

Wieder ist es bei der Berliner S-Bahn am Montagmorgen zu erheblichen Verspätungen gekommen. Grund dafür sind nach Angaben der S-Bahn Berlin GmbH die kältebedingten Weichenstörungen vom Donnerstag. Deshalb konnten die Züge nicht zur Wartung in die Werkstätten gebracht werden. Insgesamt sind deshalb weniger Züge im Einsatz.

Bei Normalbetrieb müssten eigentlich 830 Züge fahren. Seit Monaten setzt die S-Bahn aber nur knapp 400 bis 450 Züge am Tag ein. Jetzt sollen in diesem Winter nochmals etwa 200 Züge weniger fahren – ein Viertel von dem, was benötigt wird. Das erinnert einige Berliner an vergangenen Winter, wo rund 275 Züge im Einsatz waren und es deshalb auch schon zu Beeinträchtigungen kam.

Auf allen Linien werden die S-Bahn-Züge mit weniger Wagen fahren. Auch die Taktzeiten verlängern sich. Deshalb ist mit überfüllten Bahnhöfen und Zügen zu rechnen. Auf dem Ring fährt die S-Bahn im Zehn-Minuten-Takt. In Ost-West-Richtung sind es nur alle 20 Minuten. Laut Ansagen an den Bahnhöfen sind dies aber nur ungefähre Angaben, weil Zugverkehr unregelmäßig ist. Die Internetseite der S-Bahn-Fahrplanauskunft informierte zudem nicht über aktuelle Fahrplanänderungen.

Weitgehend normaler Verkehr lief hingegen bei Bussen, Straßen- und U-Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Verspätungen gebe es allenfalls wegen mehr Pendler, teilte der Berliner Verkehrswarndienst mit.

+++ Streusalz könnte knapp werden +++

Der Salz und Düngemittelhersteller K+S schließt bei langanhaltender strenger Winterkälte Engpässe beim Streusalz nicht aus. „Wenn es, wie im letzten Winter, durchgehend von Mitte Dezember bis Ende März kalt ist, dann schaffen wir es nicht, für ausreichend Nachschub zu sorgen“, sagte K+S-Bereichsleiter Salz, Reinhard Dust, der „Berliner Zeitung“. Das Unternehmen brauche wenigstens hin und wieder eine Woche mit Tauwetter, um die Lager aufzufüllen.

Vor einem Jahr war K+S wegen des harten Winters zeitweise mit seiner Streusalzproduktion nicht hinterher gekommen. Vereinbarte Vertragsmengen für Autobahnen und Fernstraßen waren in einigen Fällen wegen des extrem hohen Verbrauchs deutlich übertroffen worden. Manchen Kommunen war zeitweise das Salz ausgegangen.

K+S tue alles, um Engpässe in der Zukunft zu vermeiden, sagte Dust. „Seit vergangenem Dezember haben wir in unseren Bergwerken durchgehend im Dreischichtbetrieb gearbeitet. Wir haben eigens 120 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und zusätzliche Lager eingerichtet“, sagte der Manager dem Blatt. Mehr gehe nicht. Zudem hätten diesmal viele Kommunen schon im Sommer große Mengen an Streusalz bestellt.

In der vergangenen Woche hatte der frühe Wintereinbruch mit zum Teil heftigem Schneefall zeitweise zu einem Verkehrschaos geführt. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen und auch bei der Bahn gab es viele Verspätungen und Ausfälle. Auf den Autobahnen hatten sich kilometerlange Staus gebildet.

+++ Die Wettervorhersage +++

Der Deutsche Wetterdienst hat folgende Kurzwettervorhersage für Deutschland veröffentlicht: „Heute im Norden wechselnd wolkig oder heiter, meist trocken. Nach Süden teils länger andauernde Niederschläge, zunehmend als Regen, Schneefallgrenze im äußersten Süden auf etwa 1300 Meter steigend. Unterhalb davon Tauwetter, teils unwetterartig. Meist -2 und +3 Grad, im Süden teils bis +6 Grad. Schwacher Wind. In der Nacht zum Dienstag im äußersten Süden weitere Niederschläge, Schneefallgrenze über 1500 Meter steigend. Unterhalb davon gebietsweise Dauerregen und starkes Tauwetter. Zwischen Main und Donau zeitweise Schnee, nach Norden hin wechselnd wolkig bis klar und meist trocken. Tiefstwerte zwischen +1 und -6 Grad.“

+++ Unfälle nach Schnee und Regen im Südwesten +++

Schnee und Regen haben am Montagmorgen zu zahlreichen Unfällen in Baden-Württemberg geführt. Viele Straßen verwandelten sich binnen kurzer Zeit in Rutschbahnen. Bei Biberach (Ortenaukreis) geriet ein 36 Jahre alter Autofahrer auf regennasser Straße ins Schleudern und verunglückte tödlich.

Der Mann war in der Nacht zum Montag in Richtung Haslach unterwegs, als er auf die Gegenspur kam und in einen entgegenkommenden Wagen krachte. Er starb noch an der Unfallstelle, wie die Polizei in Offenburg berichtete. Die Bundesstraße 33 musste zwischen Gengenbach und Biberach für vier Stunden gesperrt werden. Es entstand ein Schaden von rund 15000 Euro.

Auf der Autobahn 7 in Richtung Würzburg fuhr am Montagmorgen ein Lastwagen zwischen Heidenheim und Aalen (Ostalbkreis) gegen die Leitplanke und legte sich quer. Ein nachfolgender Laster konnte nach Polizeiangaben nicht rechtzeitig bremsen und krachte in das Fahrzeug. Ein 58-jähriger Fahrer wurde schwer, ein 41-jähriger leicht verletzt. Zwei Fahrspuren mussten gesperrt werden, der Verkehr wurde über Standstreifen und einen Parkplatz an der Unfallstelle vorbeigeführt. Der Schaden beläuft sich auf gut 100000 Euro.

Auch andernorts kam es nach Angaben von Verkehrsdienst und Polizei vermehrt zu Unfällen. Meist blieb es jedoch bei Blechschäden. Einige Straßen im Schwarzwald sind durch den hochgetürmten Schnee unbefahrbar. In den höheren Lagen besteht für Lastwagen Schneekettenpflicht. Einige Bäume kippten unter der Schneelast um und blockierten Straßen. Meteorologen hatten Alarmstufe Rot vorausgesagt:Bis zu 60 Liter Schnee und Regen pro Quadratmeter könnten auf den Boden prasseln. „Es ist dabei mit massivem Tauwetter zu rechnen, so dass es nach den Schneefällen zu größeren Überflutungen kommen kann. Auf noch gefrorenen Böden kann das Wasser zudem kaum versickern“, teilte der Wetterdienst Meteomedia mit. Auch der Deutsche Wetterdienst hatte vor Schnee, Schneematsch und überfrierende Nässe im Süden gewarnt.

+++ Schnee und Eis behindern Verkehr in Schleswig-Holstein +++

Schnee und Glätte sorgen weiterhin für schlechte Bedingungen auf Schleswig-Holsteins Straßen. Doch trotz Blitzeis in der Nacht zum Montag sei es bislang zu keinen schweren Unfällen gekommen, teilte die Polizei am Morgen in Kiel mit. Die Autofahrer hätten sich den Umständen angepasst. Außerdem sei der Streudienst im Dauereinsatz. Am Wochenende zählte die Leitstelle in Kiel rund 100 wetterbedingte Unfälle. Es blieb aber meistens bei Blechschäden. Freuen dürfen sich über das winterliche Wetter alle Kinder. In ganz Schleswig-Holstein bleiben am Nikolaustag die öffentlichen Schulen geschlossen.

+++ Zwei Tote und Leichtverletzte bei Glätteunfällen +++

Schnee und Glätte haben am Sonntagabend zu zahlreichen Unfällen in Niedersachsen geführt. Nahe Wesendorf in der Region Gifhorn kamen nach Polizeiangaben zwei Frauen im Alter von 51 und 63 Jahren ums Leben, als ein Kleinbusfahrer beim Überholen auf glatter Fahrbahn ins Schleudern geriet und gegen Bäume raste. Der 50- jährige Fahrer seine 19-jährige Tochter und eine 55-Jährige wurden schwer verletzt. Auf der Autobahn 28 verletzten sich zwei Menschen, als ihnen auf winterglatter Fahrbahn bei Ganderkesee (Kreis Oldenburg) ein Wagen in das Heck ihres Autos rutschte. Mehrere Glätteunfälle auf der Autobahn 29 Oldenburg-Wilhelmshaven innerhalb von zwei Stunden gingen glimpflicher aus. Insgesamt vier Fahrer schlitterten mit ihren Autos von der Fahrbahn, weil sie zu schnell waren. Sie seien aber wie auch ihre Beifahrer unverletzt geblieben, teilte die Polizei am Montag mit. Wegen Blitzeis kam es auch im Emsland zu einigen Unfällen. Es blieb aber bei Blechschäden.

+++ Blitzeis verschont weite Teile von Hessen +++

Von Blitzeis sind weite Teile Hessens in der Nacht zum Montag verschont geblieben. Am Morgen kam es nur vereinzelt zu Glätteunfällen, wie die Polizeidienststellen im Land berichteten. Ein Mensch wurde bei einem Unfall in der Nähe von Kassel leicht verletzt. Dort notierte die Polizei bis zum Morgen insgesamt fünf Unfälle mit Blechschäden. Rund um Gießen krachte es ebenfalls vereinzelt. Im Osten des Landes blieb es meist ruhig. Für Fulda sagte ein Polizeisprecher: „Wir hatten keinen Niederschlag, keinen Schnee.“ Bis zum Beginn des Berufsverkehrs gab es auch in Süd- und Westhessen keine Verkehrsprobleme wegen des Wetters.

+++ Viele Straßen wegen Schnee weiter gesperrt +++

Auch zu Beginn der neuen Woche müssen sich Autofahrer in Sachsen weiter auf Behinderungen durch Schnee und Glätte einstellen. Wie der Verkehrswarndienst mitteilte, waren am Montagmorgen noch rund ein Dutzend Straßen wegen Schneeverwehungen gesperrt. So waren unter anderem Straßen bei Ehrenberg und bei Witzschendorf nicht passierbar. Auf der Autobahn 4 bei Dresden kam es zu einem Unfall. Ein Lastwagen hatte eine Schilderbrücke gerammt, die daraufhin umstürzte. Ein weiterer Lastwagen konnte nicht rechtzeitig bremsen und krachte in die Unfallstelle. Ein Fahrer wurde dabei leicht verletzt. Der Schaden beläuft sich auf 180 000 Euro.

+++ Glatte Straßen in NRW: 129 Unfälle in der Nacht +++

Nach einem schneereichen Wochenende warnt die Polizei in Nordrhein-Westfalen nun vor Eisglätte auf den Straßen. Alleine in der Nacht zum Montag kam es zu 129 Unfällen. Dabei wurden sechs Personen schwer verletzt, 23 leicht. Mit mehr als 300 weiteren Unfällen am Sonntag beläuft sich der Schaden insgesamt auf rund 1,6 Millionen Euro, teilten die Behörden mit. Der internationale Flugverkehr in Düsseldorf und die Bahnstrecken bleiben aber von wetterbedingten Verspätungen erstmals verschont. „Der Verkehr für Nordrhein-Westfalen wird relativ normal laufen“, sagte ein Bahnsprecher.

In Wuppertal stürzten etliche Bäume unter der Last vonSchnee auf die Straßen und Äste versperrten Fahrbahnen. Dadurch wurden Zufahrten zu Einsatzstellen von Feuerwehr und Rettungsdiensten stark behindert. Ansonsten gab es aber auch Freude über die etwas höheren Temperaturen nach den Minus-Rekorden. Für einzelne war das sogar Anlass, vom Sommer zu schwärmen:„Hier ist fast Mallorca-Klima“, sagte ein Polizeisprecher in Mönchengladbach.

+++ Verkehr auf Straße und Schiene läuft wieder normal +++

Nach dem Winterchaos der vergangenen Tage hat sich die Lage in Sachsen-Anhalt auf Straße und Schienen weitgehend entspannt. „Der Zugverkehr ist wieder voll angelaufen, Probleme sind uns derzeit nicht bekannt“, sagte am Montagmorgen eine Bahnsprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Auch auf den Straßen gebe es keine größeren Behinderungen. Lediglich im Süden sorgten laut Verkehrswarndienst noch Schneeverwehungen für Einschränkungen. Auf der Autobahn 9 ereignete sich am Morgen ein Unfall. In Richtung Nürnberg waren an der Ausfahrt Dessau-Ost zwei Lastwagen zusammengeprallt. Verletzt wurde laut Angaben niemand.

dapd/dpa/ws