Polizei und Staatsanwaltschaft haben rund 50 Objekte von Mitgliedern der „Hell's Angels“ und anderer Rockergruppen durchsucht. Die Wohnungen, Bordelle und Clubhäuser befanden sich in Süd-, Südost- und Mittelhessen, Frankfurt und Mannheim sowie in Rheinland-Pfalz und Bayern.
Den Angaben zufolge wurden zwei Personen festgenommen, die noch dem Haftrichter vorgeführt werden sollten. Ihnen wird schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Daneben soll es noch weitere Tatverdächtige geben.
Dem nächtlichen Einsatz vorausgegangen waren Ermittlungen wegen eines Vorfalles am 26. Juni in Roßdorf (Kreis Darmstadt-Dieburg). Der Motorrad-Club „Black Souls“ war an diesem Tag in einer Grillhütte zur Feier seines 40-jährigen Bestehens zusammengekommen. Gegen Mittag hatten etwa 50 mutmaßliche „Hell's Angels“ auf die Feiernden eingeprügelt und ihnen Kleidung, Handys, Geldbörsen und weitere persönliche Gegenstände geraubt. Einige der Angegriffenen mussten ärztlich versorgt werden. Bei einem 48-jährigen Mann aus Darmstadt könnten durch die Verletzungen dauerhafte Schäden am Auge zurückbleiben.
Die Hintergründe der Tat waren seinerzeit unklar geblieben. Bei den angegriffenen „Black Souls“ soll es sich um überwiegend ältere Motorradfahrer handeln, die friedlich gesinnt sind und keine Feindschaft zu den „Hells Angels“ pflegen.
Nähere Angaben machte die Staatsanwaltschaft Darmstadt zunächst nicht, da die Durchsuchungen am späten Vormittag noch andauerten. Die groß angelegte Aktion sei notwendig gewesen, da die genauen Aufenthaltsorte der Tatverdächtigen nicht bekannt waren.
dpa/dapd/kami





