Eine siebenjährige Samba-Tänzerin ist bei den Karnevalsumzügen in Rio de Janeiro weinend zusammengebrochen. Die kleine Julia Lira war als Samba-Queen aufgetreten, eine Position, die sonst nur erwachsenen Frauen vorbehalten ist. Der Medienansturm bei dem Karnevalsumzug am Sonntag habe das Mädchen total verschreckt, berichteten brasilianische Medien.

Zahlreiche Fotografen und Reporter hatten sie kurz vor ihrem Auftritt umringt, um ein gutes Motiv von dem Mädchen zu bekommen, das in einem Rock und glitzerndem Bikini-Oberteil auftrat. "Sie weinte, weil zu viele Leute um sie herum waren", sagte ihr Vater, Marco Lira, der Präsident des Viradouro Samba Gruppe ist, die Julia Lira anführte.

Sie ließ sich in den Armen ihrer Mutter trösten. Anschließend tanzte Julia mit ihrem neunjährigen Tanzpartner Jorginho bis zum Ende des knapp anderthalbstündigen Umzuges weiter. „Es war hart“, sagte Julia den Berichten zufolge nach dem Umzug. Ihr Vater, dessen Idee es war, sie als Samsa-Queen auftreten zu lassen, beteuerte, dass er bis zum Ende des Umzuges bei ihr gewesen sei.

Die Entscheidung der Sambaschule Viradouro, ihren Umzug von einer siebenjährigen Tänzerin anführen zu lassen, hatte zuvor für großen Wirbel gesorgt. Kinderschützer hatten dagegen protestiert, die Justiz billigte aber den Auftritt des Mädchens. Zu dem farbenfrohen Umzug kamen 120.000 Menschen, darunter viele Prominente wie US-Sängerin Madonna.

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Reuters/AFP/mm