Belgien

Heftiger Schneefall hat am Wochenende in Belgien mindestens zwei Autofahrern das Leben gekostet. Ein Mann verlor am Samstag in Genappe südlich von Brüssel auf glatter Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug..

Am Sonntag kam ein Fahrer in der Nähe von Lüttich mit seinem Auto auf schneebedeckter Fahrbahn ins Rutschen und fuhr gegen die Mittelleitplanke. Eis und Schnee werden auch als ursächlich für mindestens zwei weitere tödliche Verkehrsunfällen gesehen. Bei Lüttich kam am Samstag ein Lastwagen ins Schleudern und verlor auf der Autobahn E40 Richtung Aachen bis zu 700 Liter Heizöl.

Ansonsten blieb es aber relativ ruhig auf den Straßen; nach Angaben der Behörden verzichteten viele Belgier auf unnötige Fahrten. Nachschubprobleme bei Streusalz gab es in Belgien nicht. Wegen des Schneesturms am Samstag wurden am Brüsseler Flughafen mehr als 30 Flüge gestrichen, ein Großteil der Flüge hatte Verspätung. Am Sonntag beruhigte sich aber auch hier die Lage. Nur wenige Flüge mussten annulliert werden oder hatten Verspätung.

Niederlande

Starke Schneefälle und eisige Temperaturen haben am Wochenende auch den Niederlanden ein Winterchaos beschert. Im Bollenstreek, der Blumenzuchtregion zwischen Haarlem und Leiden, brach wegen eines defekten Hochspannungsmastes die Stromversorgung zusammen. Rund 100 000 Haushalte saßen Samstagabend bis kurz vor Mitternacht vier Stunden lang im Dunkeln.

Südlich von Amersfoort kamen drei junge Männer im Alter von 17 bis 22 Jahren ums Leben, als ihr Auto bei Glatteis von der Straße abkam und gegen einen Baum prallte. Vielerorts wurde der Busverkehr wegen Glatteis eingestellt. Im Norden des Landes, vor allem in den Provinzen Friesland und Groningen, waren am Sonntag wegen starker Schneeverwehungen zahlreiche Fernverkehrstraßen nicht befahrbar. Auf dem Amsterdamer Airport Schiphol gab es Verspätungen, insgesamt war der Flugverkehr dort aber weniger stark beeinträchtigt als in anderen Regionen Europas.

Großbritannien

Großbritannien stöhnt unter dem härtesten Winter seit mehr als drei Jahrzehnten. Bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad sind mindestens 26 Menschen gestorben, seit Schnee und Kälte kurz vor Weihnachten Einzug gehalten haben. Die Briten kennen derzeit nur noch eine Nachricht: die aus „Frozen Britain“, dem gefrorenen Britannien. Ein Ende von „The Big Freeze“ ist nicht in Sicht.

Landesweit wurden bereits zahlreiche Zugverbindungen und Flüge gestrichen, Gas und Streusalz werden knapp, auf vielen Straßen herrscht Chaos, Krankenhäuser sind überlastet. Vergangene Woche fiel in tausenden Schulen der Unterricht aus. Zahlreiche Menschen sind von der Versorgung abgeschnitten. Premierminister GordonBrown räumte am Sonntag eine „besorgniserregende und frustrierende Situation“ ein. Das Rote Kreuz erklärte, seit 30 Jahren nicht mehr so viel zu tun gehabt zu haben. Und Zeitungen geben „Überlebens-Tipps“, wie der Winter am besten zu meistern ist („Wenn Sie im Kalten sind, vermeiden sie auf jeden Fall einzuschlafen – das könnte tödlich sein.“)

Die wenigsten Inselbewohner sind harte Winter gewöhnt. Schneepflüge oder Streusalz werden zumindest in den südlichen Landesteilen selten gebraucht. Auch in der Hauptstadt werden viele Straßen nicht geräumt und sind deshalb spiegelglatte Rutschbahnen.

Frankreich

Frankreich war am Wochenende fast vollständig von einer Schneedecke überzogen, die in Teilen des Landes zu Verkehrsbehinderungen führte. Auf dem Flughafen von Lyon mussten knapp tausend Passagiere die Nacht zum Sonntag in Notunterkünften des Roten Kreuzes verbringen, nachdem der Flugverkehr eingestellt worden war. Auch die Flughäfen von Toulouse und Brest wurden vorübergehend geschlossen. In Südfrankreich waren am Sonntag knapp 3000 Haushalte weiter ohne Strom, nachdem Leitungen unter der Schneelast zusammengebrochen waren.

Italien

Ein ungewohntes winterliches Bild überraschte die Bewohner der italienischen Hafenstadt Neapel am Sonntagmorgen: Ihr berühmter Hausberg, der 1281 Meter hohe Vesuv, präsentierte sich fast völlig schneebedeckt.

Die weiße Pracht bedeckte nicht nur den Gipfel des Kegels, sondern einen Großteil des Vulkans am Golf von Neapel. Starker Sturm und Regen hatten in den vergangenen Tagen in der Umgebung der Metropole einigen Schaden angerichtet.

dpa/ddp/Reuters/cor