Der Ansbacher Amokläufer wollte laut einem Bericht des "Focus“ mehr als 100 Menschen töten. Der 18-Jährige habe in einer Art Tagebuch, in Briefen an eine wahrscheinlich fiktive Brieffreundin namens „Summer“, geschrieben, er träume vom „Töten im dreistelligen Bereich“, berichtet das Magazin.
Der Abiturient habe die Welt demnach von „Unwürdigen säubern“ wollen, zu denen er Mitschüler, Lehrer, sozial Schwache und „letztlich die gesamte Menschheit“ zählte.
Die Staatsanwaltschaft Ansbach kommentierte den Bericht nicht und kündigte an, sich bis zum Ende der Ermittlungen nicht mehr zu äußern. Laut „Focus“ bezeichnet sich der Amokläufer in seinen Notizen als „überlegene Persönlichkeit, ein Gott“.
Nur sich selbst zu töten, hätte der 18-Jährige demnach als Kapitulation angesehen. Am Morgen seiner Tat habe der Amokläufer große Mengen Tabak geschluckt, um sich zu vergiften. Diesen habe er aber erbrochen, als er von der Polizei niedergeschossen wurde.
Außerdem wird gemeldet, dass ausgerechnet eine Besucher-Gruppe aus dem baden-württembergischen Winnenden hat sich zum Zeitpunkt des Ansbacher Amoklaufs in der Stadt aufgehalten.
Die Ausflügler hätten gerade die Altstadt besichtigt, als sie von dem Überfall auf das Gymnasium Carolinum erfuhren, wie eine Mitarbeiterin des Amtes für Kultur und Touristik berichtete.
Sie bestätigte damit einen Bericht des Bayerischen Fernsehens. Bei einem Amoklauf an einer Realschule in Winnenden hatte im März ein 17- Jähriger 15 Menschen und sich selbst erschossen.
Die Touristen, die im Rahmen einer Busreise die mittelfränkische Barockstadt besucht hätten, seien zunächst von dem plötzlichen Martinshorn-Lärm überrascht gewesen; dieser habe sie sofort an den Schulamoklauf in der eigenen Stadt erinnert.
Als sie erfuhren, dass in Ansbach ein Amokläufer das nahe Gymnasium Carolinum gestürmt habe, seien sie entsetzt gewesen und hätten gesagt: „Oh, Gott, wir bringen den Tod nach Ansbach."
Die beiden schwer verletzten Opfer des Amokläufers befinden sich inzwischen auf „einem sehr guten Weg der Genesung“, wie der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mitteilte. Der Politiker hatte die Mädchen zuvor im Klinikum Nürnberg besucht.
Am Freitag haben Scherze im Zusammenhang mit dem Amoklauf an mindestens zwei Schulen in Bayern Polizeieinsätze ausgelöst. An der Berufschule 1 in Traunstein war ein 17-Jähriger mit einer Sturmhaube herumgelaufen, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilte. Die Polizei nahm ihn vorläufig fest, fand aber keine Hinweise auf eine geplante Gewalttat. Der Schüler gab demnach an, er habe nur Spaß machen wollen. Die Ermittler prüfen nun, ob er sich strafbar gemacht hat.
In Neu-Ulm lösten zwei 14-Jährige einen Alarm an ihrer Schule aus, wie die dortige Polizei mitteilte. Sie hatten bereits am Donnerstag eine Drohung auf Folien hinterlassen, die ein Lehrer im Klassenzimmer vergessen hatte.
Am Freitag meldeten sie sich laut Polizei in Begleitung ihrer Eltern bei der Schulleitung und gestanden den Scherz. Den beiden Jugendlichen drohten nun schulische und strafrechtliche Sanktionen. Zusätzlich würden ihnen die Kosten für den Polizeieinsatz in Rechnung gestellt.
AP/lk














