Vieles von dem ist irgendwie richtig – aber auch wohlfeil. Natürlich bekäme man viele Probleme an den Schulen besser in den Griff, wenn es dort mehr Sozialarbeiter und Psychologen gäbe.

Aber ob das auch geeignet ist, Amokläufer von ihren Taten abzuhalten, ist zumindest fraglich. Studien belegen, dass diese meist zu den unauffälligen Schülern gehören und selten als echte Problemfälle gelten.

Deshalb ist es eher unwahrscheinlich, dass sie überhaupt auf den „Radar“ von Sozialarbeitern und Schulpsychologen geraten, wenn sie sich nicht selbst in psychologische Behandlung begeben. Das haben sowohl Tim K. als auch offenbar Georg R. getan. Abgehalten hat es sie nicht.

Auch bei den Notfallplänen hat sich in den meisten Bundesländern seit Erfurt einiges getan. In Winnenden etwa waren sie sogar vorher durchgespielt worden, weswegen das ganze Bildungszentrum in kurzer Zeit evakuiert werden konnte. Dabei haben Lautsprechersysteme tatsächlich geholfen.

Ob man aber alle Schulen Deutschlands mit Alarmknöpfen ausstatten muss, darf bezweifelt werden. In Winnenden und in Ansbach wurde die Polizei ja sofort mit Schülerhandys informiert und war in kürzester Zeit am Tatort. In beiden Fällen zahlte sich aus, dass auch die Polizei inzwischen schneller handelt.

Wer immer zuerst eintrifft, ist gehalten, den Amoklauf sofort zu unterbinden, ohne erst auf Spezialkräfte zu warten. Auch das eine Lehre aus Erfurt.

Natürlich kann die Schulsicherheit an der einen oder anderen Stelle noch verbessert werden. Der Ruf nach Maßnahmenpaketen verdeckt aber meist nur unsere eigene Ratlosigkeit.

Ein Amoklauf bleibt eine verrückte, eine letztlich unerklärliche Tat. Mit diesem Unsicherheitsfaktor Mensch werden wir wohl leben müssen.