Nach Tod der Trainerin

Orca "Tilly" wird nach Attacke nicht bestraft

Die Besucher von SeaWorld werden bald schon wieder Orca "Tilly" sehen können: Nach der Attacke, bei der eine 40-jährige Trainerin ums Leben kam, zieht der Meerestierpark offenbar keine Konsequenzen und bietet die Schwertwal-Show weiter an. Der Bulle soll nach dem Unglück auch nicht bestraft werden.

Wenige Tage nach dem Tod einer Trainerin sollen die beliebten Shows mit Schwertwalen in den SeaWorld-Freizeitparks in den USA wieder aufgenommen werden. Wie der Chef der SeaWorld-Parks, Jim Atchison, in Orlando im US-Bundesstaat Florida mitteilte, soll auch der Orca-Bulle Tilikum in dem Wassertierpark bleiben.

„Er wird ein Teil unseres Teams bleiben“, sagte Atchison vor Journalisten. Tilikum sei ein „ganz besonderes Tier“, das allerdings auch einen „ganz besonderen Umgang“ brauche. Der Schwertwal werde nach dem tödlichen Unglück auch nicht von seinen Artgenossen isoliert oder bestraft. Die Trainer dürfen bis zum Abschluss einer Sicherheitsüberprüfung aber nicht mehr mit den Tieren ins Wasser.

Der fast sieben Meter große und 4,5 Tonnen schwere Schwertwal Tilikum hatte am Donnerstag während einer Vorführung in Orlando seine Trainerin Dawn Brancheau geschnappt und sie mit sich ins Becken gezogen. Die 40-Jährige erlitt eine Reihe schwerster Verletzungen und ertrank. Schon vor dem tragischen Vorfall durften die Trainer nicht mit Tilikum zusammen im Becken schwimmen. Der Schwertwal soll in der Vergangenheit bereits für den Tod eines weiteren Trainers und eines Besuchers verantwortlich gewesen sein.

Atchison sagte, die beiden Vorfälle hätten nichts mit dem Unglück vom Donnerstag zu tun. Sie seien für die Auseinandersetzung mit dem Unglück nicht von Bedeutung. Die Vorführungen und Ausstellungen in den SeaWorld-Freizeitparks bezeichnete er als lehrreich. Sie seien eine „außergewöhnliche“ Möglichkeit für die Besucher, mit Meerestieren in Kontakt zu kommen. Tierschützer hatten den SeaWorld-Verantwortlichen zuvor Profitdenken vorgeworfen.