Der Vulkan Merapi in Indonesien hat bei seinem bislang größten Ausbruch Aschewolken bis zu zehn kilometerweit in die Luft geschleudert. Die Regierung erweiterte am Mittwoch die offizielle Gefahrenzone um fünf auf 15 Kilometer und ordnete weitere Evakuierungen an. In dem bereits zuvor eingerichteten Flüchtlingslager brach unter den Bewohnern Panik aus, als sie die gewaltige Eruption verfolgten. Viele Kinder weinten.
Der Ausbruch dauerte über eine Stunde, über neue Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Bislang hat der Vulkan seit seinem ersten Ausbruch am 26. Oktober 38 Menschen das Leben gekostet. „Das ist eine außergewöhnlich starke Eruption, dreimal so stark wie bei beim ersten Mal“, sagte der Vulkanologe Surono.
Der Ausbruch am Mittwochnachmittag (Ortszeit) folgte auf mehrere kleinere Eruptionen am Morgen, bei denen glühende Gaswolken freigesetzt wurden. Die meisten Anwohner des Vulkans wurden seit Beginn der Eruptionen bereits in Sicherheit gebracht. Wissenschaftler vermuten, dass der Ausbruch noch mehrere Wochen andauern könnte.
Der Dorfbewohner Tentrem Wahono sagte, er habe während der Eruption nur daran gedacht, seine Frau und seinen Sohn zu retten. „Wir haben mein Haus und alles zurückgelassen“, erklärte der 50-Jährige. Die Familie, die rund zehn Kilometer vom Gipfel des Merapi entfernt lebt, flüchtete auf Wahonos Motorrad.
Der 3000 Meter hohe Merapi zählt zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen Indonesiens. Das südostasiatische Land liegt im sogenannten pazifischen Feuerring mit zahlreichen Vulkanen, in dem Verschiebungen von Erdplatten immer wieder zu Erschütterungen führen.
Das folgenschwerste Beben der vergangenen Jahrzehnte ereignete sich im Dezember 2004 vor Sumatra und löste einen Tsunami aus, der rund um den Indischen Ozean 230.000 Menschen das Leben kostete.
dapd/sv



