USA

Über Notrutsche geflüchteter Steward angeklagt

Wegen seines Ausrasters droht dem entnervten Steward eine Haftstrafe. Er wurde angeklagt, weil er wutentbrannt über die Notrutsche geflohen war.

Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb / dpa

Nach seinem aufsehenerregenden Abgang über die Notrutsche eines Flugzeuges muss sich der US-Flugbegleiter Steven Slater nun vor Gericht verantworten. Gegen Slater, der wegen eines uneinsichtigen Passagiers völlig entnervt aus einer Passagiermaschine geflüchtet war, wurde vor einem Gericht im New Yorker Stadtteil Queens Anklage erhoben.

„Die Notrutsche knallt innerhalb von Sekunden raus. Wenn da jemand am Boden gewesen wäre, hätte er verletzt oder gar getötet werden können“, sagte ein Ermittler der „New York Times“. Slater wurde nach dem Vorfall in seiner Wohnung im New Yorker Stadtteil Queens festgenommen. Auch Staatsanwalt Richard Brown sagte zur Begründung, Slater hätte mit dem Herunterlassen der Notrutsche Mitglieder des Bodenpersonals leicht verletzten oder töten können.

Im Falle einer Verurteilung wegen Gefährdung anderer droht Slater eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren. Neben der Gefährdung möglicher Dritter wird ihm auch die Beschädigung der tausende Dollar teuren Notrutsche zur Last gelegt. Außerdem habe er seine Pflichten vernachlässigt, hieß es. Denn so sehr er die Fluggäste auch verachtet haben mag – er war für sie verantwortlich.

Der Flugbegleiter hatte auf dem JetBlue Flug 1052 von Pittsburgh nach New York die Nerven verloren, weil ein Passagier trotz aller Aufforderungen zu früh das Gepäckfach über den Sitzen öffnete. Slater bekam einen Koffer an den Kopf. Wutentbrannt rannte er zum Heck der Maschine, stieß über das Bordmikrophon Beleidigungen aus und dass 20 Jahre genug seien, griff eine Dose Bier und verließ das Flugzeug über die Notrutsche. Slater schien bis zu diesem Vorfall seinen Job wirklich zu lieben. Schon sein Vater war Pilot, die Mutter selbst Stewardess. Nun ermitteln die Behörden.

Im Internet schlug dem 39-Jährigen eine Welle der Sympathie entgegen. „Wie viele aus dem Dienstleistungsbereich haben davon schon geträumt? Ich ständig!“, kommentierte ein Leser beim Magazin „Time“ den Ausraster. „Wie hat er nur geschafft, 20 Jahre durchzuhalten“, schreibt ein anderer. Und wieder ein anderer hat Mitleid: „Schade, dass er nun seinen Job verliert. Dabei hat er doch nur gemacht, was wir jeden Tag denken.“ Als Slater abgeführt wurde, habe er, sagt ein Nachbar, „ein Lächeln auf dem Gesicht gehabt“.

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