Philipp Lahm hat Ja gesagt – drei Tage nach Ende der Fußball-WM heiratete der „Weltmeister der Herzen“ seine Lebensgefährtin Claudia Schattenberg. Überpünktlich betrat der 26- Jährige das Rathaus von Aying, lässig im offenen schwarzen Hemd mit dunkelbrauner Hose, um dem ein Jahr jüngeren blonden „Münchner Kindl“ die ewige Treue zu versprechen.
Die Braut trug ein kurzes hellbraunes, mit Pailletten besetztes Kleid, in der Hand den Brautstrauß mit weißen Blumen. Der Hochzeitszug des händchenhaltenden Paares wurde von einer Blaskapelle angeführt, die den bayerischen Defiliermarsch spielte.
Bürgermeister Johann Eichler nahm die standesamtliche Trauung des Fußballstars vor. „Ich habe dem Paar viel Glück gewünscht“, sagte der Rathauschef nach der Zeremonie. Und verriet: „Es flossen Tränen.“ Beide Brautleute hätten klar und deutlich Ja zueinander gesagt.
Er habe in seiner kurzen Ansprache nicht ein Wort über Fußball verloren, fügte Eichler hinzu. Trauzeugen waren die älteren Schwestern der Brautleute, Melanie Lahm und Birgit Schattenberg. Anschließend trugen sich die Frischvermählten ins Goldene Buch der Gemeinde ein.
Obwohl sich das Brautpaar eine private Hochzeitsfeier ausschließlich im Familienkreis gewünscht hatte, waren bei leicht bewölktem Himmel, aber sommerlicher Hitze an die 100 Schaulustigen in den gut 4500 Einwohner zählenden Ort südlich der bayerischen Landeshauptstadt gekommen. Sie applaudierten dem Brautpaar.
Auch ein Dutzend Buben des Ayinger Kindergartens standen mit teils selbst gemalten Deutschland-Fähnchen vor dem Rathaus und outeten sich als Lahm-Fans. Sie bekamen den ernst dreinschauenden Fußballstar und die Braut allerdings nur kurz zu sehen. Lahm und seine Braut verzichteten demonstrativ auf ein Bad in der Menge.
Am Nachmittag erhielten Lahm und seine Frau auch den kirchlichem Segen für das Ja-Wort. Die beiden schritten im oberbayerischen Kleinhelfendorf, einem Ortsteil von Aying, vor den Traualtar der Wallfahrtskirche Sankt Emmeram. Dort sah Lahm seine Claudia auch das erste Mal im Brautkleid. Sie hatte sich für einen cremefarbenen Entwurf mit breit ausladendem Rockteil entschieden, der mit Glitzersteinen besetzt war. Dazu trug sie einen Schleier. Die Braut wurde in einem dunkelblauen, offenen Oldtimer – einer Maybach-Limousine aus dem Jahr 1939 – zur Kirche gefahren und von ihrem Vater zum Altar geführt. Rund 100 Schaulustige applaudierten bei ihrer Ankunft.
Musikalisch wurde die Messe mit Lieblingstiteln des Brautpaares umrahmt, die von einem Chor, Solisten und Orchester interpretiert wurden. Dabei waren Liebeslieder wie „My endless Love“ oder „Weus'd a Herz host wia Bergwerk“ zu hören. Als Überraschung für die Frischvermählten sang Reamonn-Sänger Rea Garvey den Popsong „The Only Ones“. Der Wortgottesdienst wurde von dem Münchner Pfarrer Rainer Schießler zelebriert, der auch bekannt ist, weil er regelmäßig auf dem Oktoberfest bedient und seinen Verdienst anschließend spendet.
"In ihr habe ich die Frau fürs Leben gefunden“
Für das Brautpaar stand während des Gottesdienstes bereits eine Kutsche mit vier Pferden vor der Kirche bereit, die den WM-Kapitän und seine Frau zurück nach Aying bringen sollte. Auch die übrigen rund 100 Hochzeitsgäste sollten mit Pferdewagen zum Ort der Feier transportiert werden. Diese sollte zünftig im Ayinger Brauereigasthof statffinden.
Prominente fehlten auf der Liste der rund 100 Gäste. Lediglich Fußball-Kollege Andreas Ottl vom FC Bayern München war geladen, alle anderen Gäste waren Verwandte und Freunde der Familie.
Philipp Lahm und seine Claudia kennen sich seit rund zehn Jahren. Gefunkt hat es aber erst später – seit gut zwei Jahren sind der Außenverteidiger und die blonde Münchnerin ein Paar und leben in einer gemeinsamen Wohnung im Stadtteil Bogenhausen. „In ihr habe ich die Frau fürs Leben gefunden“, schreibt Lahm auf seiner Internetseite. Den Antrag machte er kurz vor Weihnachten. Nach den Flitterwochen steht das nächste Projekt für die junge Familie an: Das Paar wünscht sich Nachwuchs.
AFP/dpa/kami

















