+++ Wetteramt warnt vor Glatteis +++

Die klirrende Kälte im Südwesten wird am Dienstag nach einer Prognose des Stuttgarter Wetteramtes von leichten Plus-Graden und akuter Rutschgefahr abgelöst. Auf den Straßen werde es bei einer Mischung aus Regen und Schnee vermutlich „verdammt glatt“, sagte der Meteorologe vom Dienst, Rudolf Blohm, am Montag in Stuttgart. Nachdem die Temperaturen in der Nacht zu Dienstag auf unter minus zehnGrad fallen, ströme im Laufe des Tages mildere Luft von Südwesten her ins Land. Am Rhein und am Neckar sollen es zwei Grad plus werden. Bis zumWochenende herrsche dann vielerorts leichtes Tauwetter. Neujahr werde es dann bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wieder etwas kälter, sagte der Meteorologe.

+++ Lufthansa streicht Flüge nach New York +++

Der Blizzard an der Ostküste der USA führt auch bei der Lufthansa zu Flugausfällen. Bislang seien etwa ein halbes Dutzend Flüge nach New York gestrichen worden, sagte ein Konzernsprecher am Montag. Die Schneestürme führten im gesamten Luftverkehr zu erheblichen Einschränkungen. Die Lufthansa warte nun ab, wie sich die Lage entwickele, möglicherweise öffneten die New Yorker Flughäfen im Tagesverlauf wieder. „Wir sind verhalten optimistisch, dass am späten Nachmittag wieder Flüge dorthin starten können.“

Der Blizzard mit Schneemassen und starkem Wind hatte den Nordosten der USA am Sonntag lahmgelegt. Der Betrieb an einigen Flughäfen, darunter JFK International in New York, wurde eingestellt, hunderte Flüge von verschiedenen Airlines fielen aus. Auch der Zugverkehr kam vielerorts mitten im Weihnachtsreiseverkehr zum Erliegen.

+++ Autobahn 1 nach Lkw-Unfall voll gesperrt +++

Nach einem schweren Lkw-Unfall ist die Autobahn 1 bei Sottrum voll gesperrt worden. Die Vollsperrung sollte voraussichtlich noch bis in die Mittagsstunden andauern, wie die Polizei am Montag mitteilte. In der Nacht war ein 58-Jähriger mit seinem Sattelzug in Fahrtrichtung Bremen zwischen Stuckenborstel und Posthausen zu Beginn eines Baustellenbereichs von der Fahrbahn abgekommen. Der Lastwagen geriet ins Schleudern, durchbrach die Mittelleitplanke und kam erst im linken Straßengraben zum Stehen. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt. Am Sattelzug und an den Schutzplanken entstand jedoch erheblicher Sachschaden. Die Autobahn musste für die Dauer der Bergungs- und Reparaturarbeiten in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt werden.

+++ Weiter Behinderungen im Bahnverkehr +++

Wegen des winterlichen Wetters müssen sich Reisende in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am Montag noch auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Nach Angaben der Deutschen Bahn können im Regionalverkehr in Sachsen-Anhalt zwischen Merseburg und Schafstädt aufgrund starker Schneeverwehungen derzeit keine Züge fahren. Zwischen Weißenfels und Zeitz verkehrten die Regionalbahnen nur im Zwei-Stunden-Takt. In Sachsen fallen zwischen Zwickau und Chemnitz und Chemnitz und Wüstenbrand einige Züge aus. In Thüringen gibt es Probleme zwischen Weimar und Kranichfeld.

+++ Straßen in Südost-Niedersachsen gesperrt +++

Der Winter hat vor allem den Südosten Niedersachsens weiter fest im Griff. Im Landkreis Northeim und am Höhenzug Elm seien einige Land- und Kreisstraßen unpassierbar, teilte die Verkehrsmanagementzentrale am Montag mit. Zahlreiche Bäume seien unter der schweren Schneelast umgeknickt. Auf den Autobahnen habe sich die Lage dagegen entspannt. Mindestens ein Fahrstreifen sei geräumt und gestreut. Lediglich die A1 ist seit den frühen Morgenstunden gesperrt, weil ein Lastwagen auf schneeglatter Fahrbahn ins Schleudern geriet und in die Mittelleitplanke krachte. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

+++ A 24 stundenlang blockiert +++

Mehrere Lkw-Unfälle haben am Montagmorgen die Autobahn 24 stundenlang blockiert. Bei Putlitz (Prignitz) sorgten ausgerissene Puten sogar für eine Vollsperrung der Strecke Berlin-Hamburg, wie die Polizei in Potsdam mitteilte. Ein damit beladener Lastwagen war umgekippt, zahlreiche Tiere flüchteten in alle Richtungen. Sie sollten erst eingefangen werden, ehe der Lastwagen mit einem Kran aufgerichtet werden kann. Er war auf glatter Straße auf die Leitplanke gestürzt. Der Fahrer wurde leicht verletzt.

Ein weiterer Lastwagen kippte zwischen Neuruppin (Ostprignitz- Ruppin) und Herzsprung um. Er war mit leeren Flaschen beladen. Auch deshalb werden die Aufräumarbeiten längere Zeit dauern. Auf dem südlichen Berliner Ring A 10 und der A 13 gab es ebenfalls Verkehrsbehinderungen durch mehrere Unfälle.

+++ Frostige Nacht in Deutschland +++

Vielerorts in Deutschland ist es in der Nacht zum Montag bitterkalt gewesen: Bei Leutkirch-Herlazhofen im Allgäu sei die Temperatur auf minus 17 Grad gesunken, in Manschnow im Kreis Märkisch-Oderland (Brandenburg) auf minus 16 Grad, sagte Meteorologe Martin Jonas von Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Die Minus-20-Grad-Marke sei zwar noch nicht geknackt worden, aber in Reichweite. „Wir bekommen noch einmal einen Schub Kaltluft“, sagte Jonas. Besonders kalt wird es nach Angaben des Wetterexperten, wenn der Himmel nachts klar ist und es eine geschlossene Schneedecke gibt.

+++ Warnung vor Eisnebel +++

Bei klirrender Kälte – aber endlich ohne Chaos auf den Straßen – ist auch der zweite Weihnachtsfeiertag im Norden ruhig und besinnlich zu Ende gegangen. Die größten Polizei- und Rettungsleitstellen meldeten eine sehr entspannte Lage.

Bis einschließlich Heiligabend hatten Schneeberge, verspätete Züge und gesperrte Straßen den Norden in Atem gehalten. Dann wurde es noch kälter – aber der Wind ließ dafür nach und der Himmel klarte auf.

Laut Deutschem Wetterdienst DWD deutet zumindest für den Montag nichts auf eine Neuauflage dieser Wetterprobleme hin. In Schleswig- Holstein sei höchstens leichter Schneefall absehbar – vor allem in Ostseenähe. Der Wind soll nur schwach bis mäßig aus Nordwest und Nord wehen. Die Temperaturen könnten aber in der Nacht zum Dienstag noch weiter in den Keller fallen: minus zwölf Grad sollen es werden.

In Lübeck meldete ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen: „Keine wetterbedingten Unfälle, kein neuer Schnee, alles ruhig.“ Auch aus Kiel hieß es: „Verkehrstechnisch keine Probleme.“ In Hamburg hieß es bei Polizei und Feuerwehr ebenfalls, es sei weihnachtlich ruhig.

Ein Bewohner in Schleswig, wo am Nachmittag noch einmal um die fünf Zentimeter Neuschnee gefallen waren, berichtete am Abend zwar von einer verschneiten Autobahn. Der Verkehr auf ihr sei gegen 17 Uhr aber gelaufen, wenn auch nur langsam. Gegen 22 Uhr seien dann in Schleswig minus sechs Grad gewesen und es habe nicht mehr geschneit.

Für ganz Schleswig-Holstein hält der DWD in den nächsten Tagen ein seltenes Wetterphänomen für gut möglich: Sogenannten Eisnebel. Gemeint ist damit ein über dem Boden schwebender Vorhang aus winzigen Eiskristallen. Sie können wie gewöhnlicher Nebel auch die Sicht behindern – oder bei Sonnenschein alles funkeln und glitzern lassen.

+++ Obdachloser erfriert in Hinterhof +++

In Rheinland-Pfalz ist erstmals in diesem Winter ein Obdachloser erfroren. Polizisten fanden den 51-Jährigen gestern in einem Hinterhof eines Einkaufsmarktes in Trier-Süd, wie die Polizei berichtete. Der Mann lag unter einer Laderampe auf einer Matratze in Decken gehüllt und war von der Streife am Mittag entdeckt worden.

Er hatte in dem Hof offensichtlich sein Nachtquartier aufgeschlagen und war bei Minustemperaturen im Schlaf erfroren. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Nach Darstellung des Lagezentrums im Innenministerium ist es der erste Kältetote in diesem Winter in Rheinland-Pfalz.

+++ Bahn meldet Beeinträchtigungen +++

Nach einem Schneechaos an den Feiertagen normalisiert sich der Verkehrsbetrieb in Nordrhein-Westfalen langsam. Nachdem es am Wochenende auf den Straßen festtäglich ruhig war, wird auch für die letzte Arbeitswoche im Alten Jahr weniger Berufsverkehr erwartet. Der international Flugverkehr in Düsseldorf läuft wieder ohne große Störungen. Allein die Flüge aus New York wurden aufgrund der dortigen Wetterlage gestrichen. Die Deutsche Bahn meldet indes weitere Beeinträchtigungen im Zugverkehr, da Schnee und Eis die Weichen blockieren.

dapd/dpa/lk