Protest in Gadebusch

Erneuter Aufstand gegen mutmaßlichen Triebtäter

Schon wieder haben Bürger in Gadebusch (Mecklenburg) gegen einen mutmaßlichen Kinderschänder in ihrer Kleinstadt protestiert. Etwa 100 Personen trafen sich zu einer nicht angemeldeten Demonstration und zogen zum Haus des Mannes. Sie riefen: "Kinderschänder raus".

Rund 100 Menschen haben am Freitagabend in Gadebusch (Nordwestmecklenburg) erneut die Bestrafung einesmutmaßlichen Sexualstraftäters gefordert. Sie zogen lautstark mit Transparenten durch die Stadt, wie die Polizei mitteilte.

Etwa die Hälfte der Demonstranten habe sich vor dem Haus des Mannes versammelt, wo sie seinen Wegzug forderten und unter anderem „Kinderschänder raus“ riefen.

Gegen den 22-Jährigen wird wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt. Er soll am vergangenen Wochenende drei Mädchen zwischen acht und zehn Jahren in seiner Wohnung Pornofilme gezeigt haben.

Gegen den Mann war Haftbefehl erlassen, aber außer Vollzug gesetzt worden. Der Mann hält sich laut Polizei nicht in seiner Wohnung auf. Bereits am Dienstag hatten rund 200 Menschen das Mehrfamilienhaus drei Stunden lang belagert.

Einem Polizeisprecher zufolge verlief die zweite Kundgebung friedlich und ohne Zwischenfälle. Für die mehr als 50 Polizeibeamten habe es keinen Grund zum Eingreifen gegeben, obwohl die Demonstration nicht angemeldet war.

Zu der Zusammenkunft sei wieder per Ketten-SMS aufgerufen worden. Die Polizei habe rechtzeitig davon erfahren, der Urheber sei aber nicht bekannt.

Das Gericht hatte den Haftbefehl gegen den 22-jährigen Tatverdächtigen am vergangenen Montag laut Staatsanwaltschaft außer Vollzug gesetzt, weil der Mann zuvor nicht einschlägig aufgefallen sei.

Gegen ihn seien aber Auflagen erlassen worden, so darf er keinen Kontakt zu den Kindern haben und muss sich regelmäßig bei der Polizei melden.