Eine querschnittsgelähmte Frau musste in Paris ein Flugzeug des Billigfliegers Easyjet verlassen, weil sie ohne Begleitung eines Nichtbehinderten reisen wollte. Der Steward habe sie unter Verweis auf eine entsprechende Regel der Gesellschaft der Maschine verwiesen, berichtete die Rollstuhlfahrerin dem französischen Radiosender RTL.

Sie sei dann wieder aus dem Flugzeug befördert worden und habe am Easyjet-Schalter ein Gratis-Ticket für den nächsten Flug bekommen. Ein Fluggast, der sich spontan als Begleitperson anbot, wurde nicht akzeptiert.

Die 19-Jährige hatte ihren Flug wie sonst auch im Internet gebucht. Bisher habe sie nie Probleme gehabt, sagte sie. Die Frau wandte sich nach eigenen Angaben an mehrere Behindertenverbände, bekam bislang aber keine Antwort.

Die Airline bestätigte den Vorfall, betonte aber, dass das Team an Bord richtig gehandelt habe. Die Regelung diene dem Schutz der behinderten Passagiere, sagte Frankreich-Chef François Bacchetta. Im Fall einer Evakuierung des Flugzeugs, seien Behinderte auf schnelle Hilfe angewiesen. Er bedaure, dass die Frau diese „traumatische Erfahrung“ machen musste. Nach eigenen Angaben hatte die querschnittsgelähmte Frau beim Hinflug von Nizza nach Paris allerdings keinerlei Probleme. Niemand habe sich um die Regel gekümmert, erzählte sie.

In ihrer Heimat kam die Rollstuhlfahrerin letztendlich erst mit mehrstündiger Verspätung an. Am Flughafen fand die Rollstuhlfahrerin einen Freiwilligen, der sich bereits beim Check-in als Begleiter ausgab. Deswegen durfte sie beim nächsten Easyjet-Flug nach Nizza mitfliegen. Der französische Verkehrsstaatssekretär Dominique Bussereau hat sich bereits in den Fall eingeschaltet. Er forderte eine Erklärung von der britischen Gesellschaft und informierte das britische Verkehrsministerium.

AFP/dpa/heg