Eine dichte Wolkendecke, grauer Himmel und kühle Temperaturen: Die erste Maihälfte war wettermäßig gesehen ein fürchterlicher Reinfall. Zuletzt bescherte Tief "Xena" dem Süden Regen und dem ganzen Land empfindlich kalte Temperaturen mit Höchstwerten um 15 Grad – auch an Vatertag: Nur hartgesottene Männer wagten sich zur traditionellen Wandertour raus ins Freie und griffen statt zum kühlen Bier lieber zu Heißgetränken.

"Derzeit strömt relativ viel kühle Luft aus dem Norden zu uns", erklärt Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD) Morgenpost Online die aktuelle Witterung. Diese Luftmassen bescheren Deutschland seit Tagen anhaltend tiefe Temperaturen und vereinzelt starke Regenfälle.

"Deshalb ist die erste Maihälfte bis jetzt ins Wasser gefallen", sagt Kirsche. Im Süden Deutschlands wurden die Menschen sogar von schweren Unwettern überrascht: Heftige Regenfälle und Hagel überfluteten Straßen und Keller in Bayern und Baden. Auf dem Feldberg im Hochschwarzwald fielen sogar etliche Zentimeter Neuschnee.

Der schöne, sonnige "Wonnemonat", den die Deutschen in den vergangenen Jahren genießen durften, lässt diesmal also auf sich warten. Laut DWD war der Mai in diesem Jahr bisher im Schnitt zwei Grad zu kühl; ungewöhnlich ist dies laut den Meteorologen aber nicht.

"Allerdings sind auch die Aussichten für die nächsten Tage nicht so besonders", sagt Wetterexperte Kirsche. Ein Hoch, das die Kaltluft aus Norden verdrängen könnte, ist nicht in Sicht – vorerst hält das kühle, regnerische Wetter also an.

"Es bleibt wechselhaft", bestätigt auch Katrin Hannig vom Dienst "Wetterkontor". Die Frostgefahr dürfte jetzt allerdings überstanden sein; nächste Woche soll das Thermometer sogar knapp unter 20 Grad klettern. Warme Kleidung ist dennoch ratsam: In den nächsten Tagen bleibt es frisch mit Temperaturen um die zwölf Grad.

Ein kleiner Trost bleibt: "Die jetzige Wetterlage muss kein schlechtes Omen für den Sommer sein", sagt Hannig Morgenpost Online. Auch wenn der Mai bisher enttäuschte: Gesetzmäßigkeiten für die kommenden Monate lassen sich aus der aktuellen Lage nicht ableiten – weder im Guten, noch im Schlechten. "Es ist auch ein Irrtum, zu glauben, dass es jetzt viel regnet, weil der April so trocken war", erklärt die Wetterexpertin. Ist ein schöner Sommer also noch möglich? "Wir können nur hoffen."

Immerhin: Die Aschewolke, die den vergangenen Wochen europaweit für Turbulenzen im Flugverkehr sorgte, trägt keine Schuld an dem Schmuddelwetter. "Ein Vulkanausbruch wie dieser auf Island kann zwar die Lage beeinflussen und einen solchen Wetterumsturz auslösen", sagt Uwe Kirsche. "Aber diesmal ist das Gott sei Dank nicht der Fall."


dpa