Zunächst hatte die Gefängnisleitung angenommen, es habe sich um selbst gebastelte Bomben aus Zucker und dem Abrieb von Streichholz-Köpfen gehandelt. Die LKA-Experten fanden dem Bericht zufolge nun heraus, dass es Jan Z. offenbar gelungen war, Treibsatzpulver aus Schrotmunition und Gewehrpatronen osteuropäischer Herkunft in seine Zelle zu schmuggeln.
Analysen des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts (LKA) hätten dies jetzt ergeben, schreibt das Bielefelder „Westfalen-Blatt“ in seiner Mittwoch-Ausgabe. Der wegen 14-fachen Banküberfalls zu zwölf Jahren Haft Verurteilte hatte im Februar versucht, zwei Beamte der JVA als Geiseln zu nehmen. Nachdem er überwältigt worden war, entdeckten die Ermittler in seiner Zelle fünf Sprengsätze.
Das Düsseldorfer Justizministerium nahm laut „Westfalen-Blatt“ bislang keine Stellung zu den Untersuchungsergebnissen. Der Sprecher des Justizressorts, Ralph Neubauer, habe auf das noch ausstehende Gutachten verwiesen.
Wie der Sprengstoff in den Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses gelangen konnte, sei noch unklar. Nach Angaben der Gefängnisleitung hat Jan Z. seit seinem Haftantritt vor vier Jahren ausschließlich Kontakt zu Vollzugsbeamten und zwei Anwälten gehabt.
Der Häftling war nach der versuchten Geiselnahme in die JVA Wuppertal verlegt worden. Insgesamt hat er bereits mehr als 16 Jahren hinter Gittern verbracht.
ap/dpa/kami


