Barack Obama

Kampf gegen die Ölpest "so gut wie beendet"

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Noch in dieser Woche will BP die Entlastungsbohrung abschließen. US-Präsident Obama ist zuversichtlich, dass kein Öl mehr ins Meer fließt.

Auf dem Weg zur endgültigen Schließung des Bohrlochs im Golf von Mexiko hat der britische Energiekonzern BP die letzten Schritte eingeleitet. Die Entlastungsbohrung habe den Brunnenschacht in rund 5500 Metern Tiefe fast erreicht und werde noch in dieser Woche abgeschlossen, sagte US-Krisenkoordinator Thad Allen am Montag. US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Kampf gegen die Ölpest als „so gut wie beendet“.

Nachdem bis in 5426 Meter Tiefe gebohrt worden sei, habe die Bohrung den Übergang zum unteren Ende der Ölquelle fast erreicht, sagte Allen. Dies solle bis Ende der Woche abgeschlossen sein, um mit der „bottom kill“ genannten Versiegelungsmethode zu beginnen.

Dabei soll über die Entlastungsbohrung mit seitlich eingebrachtem Schlamm und Zement das Bohrloch dauerhaft auch von unten verschlossen werden. Ähnlich hatte BP zuvor das Bohrloch von oben mit der „static kill“-Methode versiegelt. Allen sagte am Montag, der Zementverschluss halte dem Druck stand.

Die Ölplattform „Deepwater Horizon“ war im April explodiert und gesunken. Seitdem waren beim größten Ölunfall der Geschichte insgesamt 780 Millionen Liter Rohöl in den Golf von Mexiko ausgelaufen.

Obama sagte in Washington, der abschließende Schritt zur endgültigen Versiegelung des Bohrlochs werde zwar erst „später im August“ stattfinden. „Was aber klar ist: Der Kampf, das Ausströmen des Öls in den Golf zu verhindern, ist so gut wie beendet.“ Obama stellte gleichzeitig klar, dass die Arbeiten zur Säuberung der Küsten weitergingen.

„Ich habe den Bewohnern der Golfküste versprochen, an ihrer Seite zu stehen und zwar nicht nur, bis das Bohrloch geschlossen ist, sondern bis sie sich von den Schäden erholt haben.“

Im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe gab BP nach eigenen Angaben bislang 6,1 Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro) aus. Das Geld sei für den Kampf gegen das austretende Öl sowie für Hilfen an die Betroffenen ausgegeben worden. Der Konzern hatte vor kurzem mitgeteilt, er rechne mit Belastungen in Höhe von insgesamt 32,2 Milliarden Dollar durch die Katastrophe.

Allein im zweiten Quartal wies das Unternehmen einen Verlust von 16,9 Milliarden Dollar aus, den höchsten in der britischen Wirtschaftsgeschichte. Der Konzern will sich in den nächsten anderthalb Jahren von Vermögen im Wert von rund 30 Milliarden Dollar trennen, um die Kosten zu schultern.

Auf Druck von Obama hatte BP im Juni zudem für die Einrichtung eines Entschädigungsfonds die Bereitstellung von 20 Milliarden Dollar (15,4 Milliarden Euro) zugesagt. Am Montag erklärte das Unternehmen, eine erste Summe von drei Milliarden Dollar hinterlegt zu haben.

( AFP/tts )

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