Heftige Gewitter haben in der Nacht zum Dienstag in ganz Franken zu Straßensperrungen und überfluteten Kellern geführt. Strommasten und Bäume stürzten um. Die Polizeipräsidien vermeldeten allerdings keine größeren Schäden. „Die Feuerwehr hat das alles locker verkraftet“, sagte ein Sprecher in Würzburg.
Im Vergleich zu den mancherorts gewaltigen Gewittern vom Montag ist es in den meisten Regionen Deutschlands allerdings ruhig geblieben. Der Polizei zufolge regnete es zwar vor allem in der Mitte Deutschlands zeitweise stark, größere Schäden blieben aber aus. Mit teils kräftigen Gewittern ist an diesem Dienstag noch im Osten Deutschlands zu rechnen, wie der Deutsche Wetterdienst meldete.
Ein orkanartiger Sturm hatte am Montag im Nordwesten für Schäden in Millionenhöhe gesorgt. Mindestens drei Menschen waren bei Unwettern in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen. In Nordhorn und Weener in Niedersachsen wurden zwei Frauen von umstürzenden Bäumen erschlagen. In Köln kam eine Rollerfahrerin ums Leben, die sich in einer Unterführung untergestellt hatte und dort von einem Lastwagen erfasst wurde. Am Montag war zunächst von zwei Toten die Rede.
Tornado über Helgoland
Über die Hochseeinsel Helgoland tobte ein Tornado. Elf Menschen wurden verletzt, ein Campingplatz total verwüstet. Im Leeraner Hafen rissen die Sturmböen einen Schiffsneubau los. Der 157 Meter lange und 17 Meter Meter breite Frachter krachte in die Werftanlage. Dabei wurde ein Portalkran aus den Schienen gerissen, der umstürzte und seinerseits auf das Schiff, aber auch auf zwei Gebäudedächer stürzte.
Der Sachschaden betrug nach Polizeischätzungen rund eine Million Euro. Nun prüft die Wasserschutzpolizei Papenburg, ob das Schiff zum Zeitpunkt des Sturms ordnungsgemäß gesichert war.
In Ostfriesland wurden nach Angaben von Polizeisprecherin Sabine Kahmann einige Häuser bis zur Unbewohnbarkeit beschädigt. In der Ortschaft Utgast sei ein Bauernhaus komplett eingestürzt. Ganze Block- und Gartenhäuser seien durch die Luft geschleudert worden. Auf dem Tannenhausener Badesee bei Aurich kenterte ein Schlauchboot mit drei Personen, die aber unverletzt blieben.
Von den ostfriesischen Inseln sei Baltrum am schlimmsten betroffen gewesen, sagte Kahmann. Der Orkan habe im Bereich Westdorf eine regelrechte Schneise geschlagen. Fast jedes Haus sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Viele Urlauber flüchteten vom Strand in die Dünen. Auch Sportboote wurden beschädigt.
Verspätungen bei der Bahn
Auch die Bahn war vom Unwetter betroffen. „Die Strecke von Rheine nach Emden musste gesperrt werden“, berichtete der zuständige Regionalsprecher der Deutschen Bahn AG, Egbert Meyer-Lovis. Wie viele Züge betroffen waren, stand zunächst nicht fest. Zahlreiche Bäume waren in die Oberleitungen gestürzt.
Auch die Bahnstrecke von Oldenburg nach Osnabrück musste wegen eines umgestürzten Baums bei Großenkneten (Kreis Oldenburg) gesperrt werden. Eine Sprecherin der NordwestBahn in Osnabrück sagte, dass es im gesamten Schienennetz zu Einschränkungen gekommen sei.
Am Dienstag gibt es regional Verspätungen und Zugausfälle im Nahverkehr der Bahn. Gerissene Oberleitungen und umgekippte Masten müssten erst repariert werden, sagte ein Sprecher der Bahn am Dienstag. Die Aufräumarbeiten könnten bis in den Nachmittag dauern, hieß es.
dpa/ab





