Noch ist alles ruhig im „Forest Lawn Memorial Park“ in den Hügeln Hollywoods. Vor vielen Gräbern stehen frische Blumen. Kleine Amerika-Fahnen flattern im Wind. Unter den Bäumen sitzen immer wieder ein paar Menschen zusammen, vermutlich Angehörige. Manche von ihnen haben Kühlboxen dabei und sehen eher aus als würden sie dort picknicken und nicht den Toten die letzte Ehre erweisen.
Es könnte die Ruhe vor dem Sturm sein. Denn hartnäckig hält sich das Gerücht, Michael Jackson werde hier begraben. Vor dem schmiedeisernen Tor haben sich daher Dutzende Übertragungswagen der Fernsehsender schon einmal in Position gebracht. Sie spekulieren darauf, dass Michael Jackson vor der Trauerfeier am kommenden Dienstag hier beerdigt wird. Bislang hält sich die Jackson Familie dazu allerdings bedeckt. Schon einmal hat sie Reporter und Fans in die Irre geführt, in-dem sie ankündigte, Michaels Leichnam auf der Neverland Ranch aufbahren zu wollen. Zwei Tage vorher sagten sie die grotesk anmutende Totenschau jedoch wieder ab.
Sollte die Wahl tatsächlich auf den „Forest Lawn Memorial Park“ fallen, hätte Mi-chael Jackson eine würdige Ruhestätte gefunden.
Auf dem Friedhof sind zahlreiche Hollywood-Größen wie der Komiker Stan Laurel und die Schauspielerin Bette Davis beerdigt. Ihre Namen stehen auf schlichten Metallplatten, die nicht größer oder pompöser sind als die der anderen, weniger berühmten Verstorbenen.
Die Statue George Washingtons wacht über ihnen. Die weiträumige Anlage schmiegt sich an die Hügel Hollywoods und wirkt eher wie eine große Grünanlage als ein Friedhof. Vom Valley weht beständig ein sanfter Wind herauf.
Mit dieser Idylle wäre es vorbei, sollte Michael Jackson hier sein Grab bekommen. Die Angehörigen der Toten dürfte darüber alles andere als erfreut sein. Und noch eine Sache spricht eindeutig gegen den Forest Lawn.
Die strengen Friedshofsre-geln sehen vor, dass nur frische Blumen und Blumentöpfe vor den Gräbern stehen dürfen. Insgesamt sind nur drei Gegenstände pro Grab erlaubt. Dass sich Michael Jacksons Fans daran halten würden, ist äußerst unwahrscheinlich.
Den meisten von ihnen wäre es ohnehin lieber, wenn Michael auf der Neverland Ranch beerdigt werden würde. Überhaupt solle daraus am besten ein Museum werden, wünschen sich viele. So ähnlich wie Graceland in Memphis, wo Fans einen Einblick in das Leben von Elvis erhaschen können.
Ganz abgeneigt scheint Micha-els Bruder Jermaine gegenüber diese Idee auch nicht zu sein. In einem Fernsehin-terview sagte er vergangene Woche, dass er Neverland so sehr liebe, weil er Mi-chael hier ganz nahe sei. Für die Ranch spräche außerdem, dass man das Gelände gut absperren und sichern könnte.
Der Haken daran: für eine Beerdigung auf Neverland gibt es keine Genehmigung. Nun lässt sich für Geld bekanntlich alles kaufen. Aber dann wäre so gut wie ausge-schlossen, dass die Beerdigung bereits kommende Woche stattfindet.
Groß stören dürfte das die Familie nicht. Macht sie doch ohnehin nicht den Eindruck, dass ihr an einer zügigen und vor allem ruhigen Beerdigung ihres verstorbenen Angehörigen gelegen ist.





