Bevor die Sprengmeister zur Tat schreiten, versuchen sie, die Herkunft der Bombe zu klären, die Anhaltspunkte über die Art des Zünders und seine Gefährlichkeit liefert.
Brisant sind insbesondere die amerikanischen Langzeitzünder, vor allem wenn sie mit einem heimtückischen Mechanismus ausgestattet sind, der beim Versuch der Entschärfung durch das Herausschrauben die Explosion auslöst.
Es hört sich riskant an, aber die Sprengmeister greifen dabei auch zu dosierten Gewaltaktionen: Sie reißen mittels eines hydraulischen Gerätes den Zünder heraus, ohne ihn im Gewinde zu drehen.
Bei britischen Langzeitzündern wenden sie sogar Pyrotechnik an der scharfen Bombe an: Eine „Raketenklemme“ sorgt dafür, dass der Zünder so schnell herausgedreht wird, dass er erst auslöst, wenn er schon keinen Schaden mehr anrichten kann. Alternativ wird der Zünder auch herausgesägt.
Die eigentliche Entschärfung selbst übernehmen, soweit möglich, ferngesteuerte Geräte. Dafür müssen die Sprengmeister allerdings die Bombe zunächst von Hand vorbereiten, wobei es bereits mehrfach zu tödlichen Explosionen kam. In jedem Fall muss das Gebiet zuvor zur Sicherheit im Umkreis von mehreren Hundert Metern evakuiert und gesperrt werden.
Lässt die Lage eine Sprengung vor Ort zu, weil keine nahen Gebäude oder Ähnliches in Einsturzgefahr geraten können, ziehen die beauftragten Firmen diese Methode vor.
Dazu wird die Bombe mit dämpfendem Material abgedeckt. In der Regel allerdings finden sich Blindgänger bei Bauarbeiten inmitten städtischer Wohn- oder Industriegebiete, die im Krieg die bevorzugten Ziele alliierter Angriffe waren.
Würde sowohl die Entschärfung als auch die Sprengung vor Ort ein vergleichsweise zu hohes Risiko bedeuten, muss die Bombe in Spezialfahrzeugen zum nächsten Sprengplatz abtransportiert werden, wobei der Zünder durch besondere Halterungen, soweit es geht, stabilisiert wird.
In letzter Zeit wurden Verfahren entwickelt, Hinweise auf Blindgänger zu gewinnen durch systematische Vergleiche von Luftaufnahmen aus der Zeit während und nach den Angriffswellen im Zweiten Weltkrieg.
Bei Bauvorhaben in damals von Luftangriffen besonders stark betroffenen Gebieten – etwa in bestimmten Arealen von Hamburg oder Berlin und Umgebung – empfehlen die Experten eine systematische Untersuchung des Bodens vor der Grundsteinlegung.














