Mit den zum Teil sommerlichen Temperaturen ist es ab der Wochenmitte erst einmal vorbei: Am Dienstag erreicht eine Kaltfront Deutschland. "Ab Donnerstag hat uns mit etwas Verfrühung die Schafskälte im Griff“, sagte der Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst. Im größten Teil des Landes würden dann nur noch Höchstwerte von 15 Grad erreicht, nachts sei in windgeschützten Lagen sogar Bodenfrost möglich.
Am Dienstag ist es verbreitet sonnig, südlich der Donau und in einem Streifen von Sachsen nach Vorpommern dagegen wolkig mit Schauern, im Tagesverlauf kann es kurz gewittern. Am Nachmittag liegen die Temperaturen laut Vorhersage zwischen 19 und 26 Grad, wobei es in den großen Flusstälern im Westen am wärmsten wird.
Am Mittwoch gibt es demnach eine Mischung aus Sonne und Wolken, zeitweise ziehen im Osten auch stärkere Wolkenfelder durch. Nordöstlich der Elbe und an den Alpen sind einzelne Schauer möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 16 Grad im äußersten Norden und 23 Grad am Oberrhein.
Am Donnerstag sollen sich Sonne und Wolken abwechseln. Nach Nordosten hin und an den Alpen ist es zeitweise auch stärker bewölkt. Dabei kann dort laut Prognose etwas Regen fallen. Mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 14 und 19 Grad wird es nicht mehr so warm wie bisher. Lediglich am Oberrhein werden noch bis 21 Grad erreicht. In der Nacht sinkt die Temperatur dann schon auf 10 bis 4 Grad. Von Freitag bis Montag wird es dann wechselnd bis stark bewölkt und kühler.
Auf die Schafskälte ist Verlass
Als Schafskälte bezeichnet man einen in Mitteleuropa häufig zu beobachtenden Kälterückfall – meist zwischen dem 10. und 20. Juni. Sie gehört zu den sogenannten Singularitäten – das sind Witterungsereignisse, die zu bestimmten Zeiten des Jahres überdurchschnittlich häufig auftreten. Die bekanntesten Singularitäten in Mitteleuropa sind neben der Schafskälte die Schönwetterperioden Ende September (Altweibersommer) und im November (Martinssommer), Tauwetter zu Weihnachten sowie Kaltlufteinbrüche zwischen dem 11. und 14. Mai (Eisheilige).
Während die Eisheiligen ihrem Namen nicht immer Ehre machen – zuweilen treten sie mit ungewöhnlich hohen Temperaturen sogar eher als "Schweißheilige“ auf – ist die Schafskälte nach Angaben von Meteorologen ein recht verlässliches Ereignis. Dabei leiten nordwestliche Winde Mitte Juni einen feucht-kühlen Witterungsabschnitt ein, der etwa eine Woche anhält. Begleiterscheinungen können Bodenfrost und in den Gipfellagen der Mittelgebirge sogar noch einmal eine dünne Schneedecke sein.
Grundsätzlich sind die Übergangsjahreszeiten Frühling und Herbst anfällig für solche Wetterextreme. Aussagen darüber, ob auch der Sommer kühl und verregnet wird, sind nach Angaben der Wetterforscher von der Schafskälte nicht abzuleiten.
Bis zu dem für das Sommerwetter entscheidenden Siebenschläfertag ist es ja auch noch etwas Zeit: Nach den alten Bauernregeln ist das Wetter am 27. Juni Omen für den ganzen Sommer: "Ist Siebenschläfertag ein Regentag, regnet's noch sieben Wochen danach.“
dpa/AP/ras





