Die Entwicklung des Rindergebräus steht bereits in seinen Endzügen. Das Getränk, welches den Namen „gau jal” oder auch „Milchwasser“ tragen soll, durchläuft gerade die letzten Labortests. Es wird „sehr bald, vielleicht schon Ende diesen Jahres“ auf den Markt kommen, gab Om Prakash, Anführer der „Bewegung für Kuhschutz“, bekannt. Dies berichten die Online-Dienste „Tehran Times“ und „Times Online“. Das „Amt für Kuhschutz“, das Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS), ist eine wichtige hinduistische Nationalbewegung in Indien.

„Machen Sie sich keine Sorgen, es wird nicht nach Urin riechen, es ist sehr bekömmlich“, versprach Prakash in seinem Hauptquartier in Hardwar. „Das Besondere an diesem Getränk ist, dass es sehr gesund ist. Es ist, im Gegensatz zu den kohlensäurehaltigen Getränken auf dem Markt, frei von jeglichen Giftstoffen.“

Das Getränk ist die neueste Aktion der „Bewegung für Kuhschutz“, die 1925 gegründet wurde und zu der acht Millionen Mitglieder zählen. Indien soll von fremden Einflüssen frei gemacht und die Ideologie des Hinduismus gefördert werden, so die Intention der Bewegung.

Hindus verehren Kühe, sie zu schlachten ist in den meisten Teilen Indiens verboten. Kuhdünger wird in Dörfern traditionell als Kraftstoff und Desinfektionsmittel verwendet, während Kuhurin und Dünger oft in reinigenden Ritualen verwendet werden.

Seit 2001 schon preist die „Bewegung für Kuhschutz“ und ihre Ableger Kuh-Urin nicht nur als Heilmittel von Wehwehchen und Leberleiden, sondern sogar von Fettsucht bis hin zu Krebs.

Bereits in der Vergangenheit hat sich die Bewegung gegen fremde Unternehmen in Indien eingesetzt, wie 1994, als sie zu einem landesweiten Boykott multinationaler Konsumgüter, darunter Pepsi und Coca Cola, aufrief. Die Colamarken sind in Indien äußerst beliebt, hatten aber in den letzten Jahren mit den Vorwürfen zu kämpfen, gefährliche Mengen an Pestiziden zu enthalten. Sein Getränk, so Prakash, bestehe neben Kuh-Urin lediglich aus heilenden und ayurvedischen Kräutern.

Krebsvorsorge-Experten stehen einer heilenden Wirkung des Getränks kritisch gegenüber. „Diese Behauptung stammt von Jemandem, der weder einen Titel noch Zeugnisse besitzt, eine leere Behauptung ohne jegliche wissenschaftliche Basis“, sagte Dr. Sam Epstein, Professor an der University of Illinois Chicago School of Public Health.

Om Prakash lässt sich von solcher Kritik nicht beirren. Er ist davon überzeugt, mit den amerikanischen Colamarken mithalten zu können. „Wir werden mit ihnen konkurrieren können, denn unser Getränk ist gut für die Menschheit. Wir denken schon darüber nach, zu exportieren.”

jam