Wie beeinflusst die Wetterlage die Ausbreitung der Aschewolke?
Aufgrund des großräumigen Hochdruckgebiets in ganz Deutschland, erwärmt sich die Luft und sinkt leicht ab. Das bedeutet nach Aussagen des Berliner Meteorologen Professor Manfred Geb aber keineswegs, „dass die Vulkanwolke auf die Erde sinkt, sondern nur, dass sie an Höhe verloren hat und sich derzeit auf etwa 6000 Metern bewegt.“ Nur eine großflächige Regenfront würde den Staub aus der Atmosphäre auswaschen. Derzeit wird aber nicht damit gerechnet, dass sich die Wolke in Deutschland niederschlägt.
Besteht eine Gefahr für die Gesundheit?
Da sich die Wolke kleinster Vulkanstaubpartikel derzeit in etwa sechs Kilometern Höhe fern der bodennahen Luftschichten bewegt, sind Ängste vor Vulkan-Feinstaub nach Ansicht von Vulkan-Geologe Peter Halbach in Deutschland unbegründet. Die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf hat jedoch unterdessen bereits vor möglichen Gesundheitsschäden gewarnt. Menschen mit Asthma, Bronchitis und Emphysem (Lungenaufblähung) seien besonders gefährdet, wenn die Aschepartikel auf die Erde fallen. Betroffene sollten dann Aktivitäten an der Luft vermeiden.
Die aktuelle Entwicklung zum Flugverbot lesen Sie in unserem Live-Ticker.
Kann man eine Flugreise wegen des Chaos einfach absagen?
Nein, das ist nicht möglich. Es gibt kein generelles Recht auf Storno. Ist aber bei einer Kurzreise absehbar, dass sich der Abflug in den Urlaub um mehrere Tage verschiebt, kann der Kunde vom Reisevertrag zurücktreten und erhält den Reisepreis zurück.
Muss das gebuchte Zimmer am Urlaubsort bezahlt werden, auch wenn es nicht in Anspruch genommen wird?
Die Flugausfälle sind nach Angaben des Dehoga-Bundesverbandes kein Grund für eine kostenfreie Stornierung. Durch die verbindliche Buchung ist ein Vertrag entstanden. Die Urlauber, die das Hotelzimmer nicht in Anspruch nehmen, müssen auf Kulanz hoffen.
Viele Passagiere, die fliegen wollen, werden derzeit auf die Bahn umgebucht. Können sie das Ticket kostenfrei zurückgeben, wenn der Flug doch möglich ist?
Die Deutsche Bahn hat mit der Lufthansa vereinbart, dass die Lufthansa-Passagiere, die auf die Bahn umgebucht werden, ihre Tickets wieder in Flugscheine umtauschen können. Wie andere Airlines dies handhaben, konnte ein Sprecher der Deutschen Bahn gestern nicht sagen.
Werden die Stellplätze auf den Flughäfen knapp, weil alle Maschinen am Boden sind?
Es wird langsam eng, heißt es beim Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften. Der Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Flughäfen, Ralph Beisel, sagte, in einzelnen Fällen würden Maschinen auch auf den Rollwegen geparkt. Keiner der deutschen Verkehrsflughäfen habe aber Probleme gemeldet.
Warum dürfen Hubschrauber und kleine Flugzeuge trotz Luftraumsperrung fliegen?
Da die Aschewolke sich in einer Höhe von sechs Kilometern befindet, ist grundsätzlich der sogenannte Sichtflugverkehr bis 6000 Meter erlaubt. Dabei gilt nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS), dass der Pilot auf eigenes Risiko und dies der DFS versichern muss. So kann man am Himmel von Berlin auch das röhrende Geräusch des Rosinenbombers vernehmen. Er fliegt nicht höher als 600 Meter.
Warum fliegen nicht auch große Maschinen bis zu 6000 Meter Höhe?
Das ist eine Kostenfrage. Je tiefer diese fliegen, desto mehr Kerosin verbrauchen diese Flugzeuge. Erlaubt aber wurden am Sonnabend sogenannte Überführungsflüge ohne Passagiere unter 6000 Meter nach Sichtflugbedingungen. Die Deutsche Flugsicherung ließ dies zu, damit die Airlines ihre Maschinen an ihre angestammten Orte bringen konnten, um das Chaos geringer zu halten, sollte der Flugverkehr irgendwann wieder aufgenommen werden. Grundsätzlich verboten aber war der Linienverkehr mit Instrumentenflug. Allerdings galt hier am Sonnabend ab 14 Uhr, dass ab 6000 Meter und damit über der Aschewolke geflogen werden durfte, sofern die gesperrten Lufträume überflogen wurden.
Was passiert, wenn der Flugverkehr wieder zugelassen wird?
Bis der reguläre Flugplan wieder in Kraft treten kann, dauert es nach Angaben von Berlins Flughafenchef Rainer Schwarz bis zu einer Woche. Insbesondere die sogenannten Netzwerk-Carrier wie die deutsche Lufthansa brauchen einige Tage, bis ihre Maschinen wieder dort sind, wo sie laut Flugplan hingehören und ihre Drehscheiben wieder funktionieren. Einfacher haben es die Billigflieger, die immer nur von einem Ort zum anderen fliegen.Wird das Nachtflugverbot in Tegel aufgehoben?
Die Berliner Flughäfen werden wohl die Aufhebung des Verbots für Tegel beantragen. „Das ist eine realistische Option“, sagte am Sonnabend Flughafensprecher Ralf Kunkel. Die zuständige Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) will eine schnelle Entscheidung treffen, sobald der Flughafen die Aufhebung beantragt.




















