Blizzard

Chaos und Tote nach Schneesturm in den USA

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Foto: dpa / dpa/DPA

Nach dem ersten schweren Blizzard sind weite Teilen der USA tief verschneit. Vom Mittleren Westen bis zu den Neuenglandstaaten herrschte Chaos: Hunderte Flüge fielen aus, Schulen wurden geschlossen und die Stromversorgung brach zusammen. Bei Unfällen kamen mindestens 16 Menschen ums Leben.

In Iowa und Wisconsin wurde fast ein halber Meter Neuschnee registriert. Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 80 Kilometern in der Stunde führten zu meterhohen Schneeverwehungen, die zahlreiche Autos unter sich begruben. Mindestens 16 Menschen sind bei Unfällen ums Leben gekommen. In Omaha im US-Bundesstaat Nebraska erfasste etwa ein Lastwagen eine 28-jährige Frau, als er beim Ausparken ins Rutschen kam. Sie überlebte den Unfall nicht.

„Diesen Tag habe ich gefürchtet“, sagte Kim Brust in Minneapolis beim Schneeschippen vor Sonnenaufgang. „Ich habe schon angefangen, die globale Erwärmung zu genießen.“

Das Sturmtief bewegte sich nach einem ungewöhnlich warmen November am Donnerstag in Richtung Maine an der Ostküste. Dann könnten zwei Drittel des Landes betroffen sein, sagte der Meteorologe Jim Lee. Weiter südlich kam es zu heftigen Regenfällen und Überschwemmungen.

„Ein Sturm von dem Ausmaß, wie er über weite Teile des Landes gefegt ist, ist wirklich selten“, sagte eine Meteorologin des Nationalen Wetterdienstes, Penny Zabel, der „New York Times“. „Das ist der schlimmste Sturm, den wir seit langem erlebt haben“, sagte ein Einwohner des Ortes Flagstaff in Arizona dem Fernsehsender ABC. Teilweise war die Schneedecke bis zu einem Meter hoch. In Iowa waren Hunderte Autofahrer teils die ganze Nacht in ihren Fahrzeugen gefangen. Polizei und Militär waren unermüdlich im Einsatz, um sie aus den zu Kühlschränken gewordenen Wagen zu befreien.

Zum ersten Mal seit 45 Jahren erlebten Studenten der Universität Wisconsin in Madison, dass ihre Hörsäle wegen des Wetters verschlossen blieben. „Das kommt selten vor, denn die Leute hier sind Schnee gewohnt“, sagte ein Universitätssprecher der "New York Times“.

In Alabama landeten Helfer nach Berichten des Fernsehsenders CNN mit ihrem Gummiboot in einer Baumkrone. Sie hatten versucht, einem Autofahrer zu helfen, sich zu befreien – und waren dabei weggespült worden. Ein anderer Autofahrer klammerte sich eine ganze Weile an einer Brücke fest, nachdem sein Auto in den Fluten eines Flusses weggespült worden war. Er konnte gerettet werden. In Louisiana gab es Berichte von Dutzenden zerstörten Häusern.

Der vielerorts eisige Wind blies in Nashville (Tennessee) derart scharf, dass der Weihnachtsbaum vor dem Regierungsgebäude des Bundesstaats entzwei brach. Am Mittwochabend (Ortszeit) zog der abgeflaute Sturm in Richtung Kanada weiter.

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