Trennung

Madonna und Guy Ritchie sind geschieden

Turbo-Trennung à la Madonna: Nur wenige Wochen nachdem das offizielle Ende der Beziehung zwischen der Popsängerin und Guy Ritchie bekannt wurde, ist das ehemalige Paar bereits geschieden. Vor dem Londoner High Court wurde die Scheidung rechtskräftig. Der Regisseur zeigte wenig Trauer, sondern wirkte sichtlich erleichtert.

Nur rund fünf Wochen nach Bekanntgabe ihrer Trennung haben sich Popstar Madonna und der Regisseur Guy Ritchie am Freitag in London im Schnellverfahren scheiden lassen.

Vor dem High Court wurde das vorläufige Scheidungsurteil im Fall „Ciccone M. L. gegen Ritchie G. S.“ innerhalb weniger Minuten und neben dem von 16 weiteren nicht-prominenten Ex-Paaren verkündet, wie die BBC berichtete. Die früheren Eheleute mussten nicht persönlich vor dem Richter erscheinen. Dem vorläufigen Scheidungsurteil folgt laut BBC in der Regel innerhalb weniger Wochen das endgültige, das die Ehe offiziell auflöst.

Anders als Ex-Beatle Paul McCartney und Heather Mills haben die Beiden damit einen langwierigen Scheidungskrieg vermieden. Medienberichten zufolge hat Madonna in einer eidesstattlichen Erklärung Ritchies anhaltendes „unzumutbares Verhalten“ als Trennungsgrund angegeben. Aus den Unterlagen, die in Beverly Hills unterzeichnet worden waren, ging laut BBC auch hervor, dass das Paar bereits vor Einreichen der Scheidung ein halbes Jahr nicht mehr im selben Haus gelebt hatte.

Die Popdiva, die mit vollem Namen Madonna Louise Veronica Ciccone heißt, und Ritchie sollen unmittelbar vor ihrer Scheidung eine einvernehmliche Regelung erzielt haben. Diese sieht offenbar vor, dass sich beide das Sorgerecht für den leiblichen Sohn Rocco (8) und den adoptierten David (3) teilen und die Jungen ihre Zeit zu gleichen Teilen bei Madonna in New York und bei Ritchie in London verbringen. Madonnas zwölfjährige Tochter Lourdes aus einer vorherigen Beziehung werde bei der 50-jährigen Sängerin in den USA leben. Auf eine Abfindung von seiner schwerreichen Ex-Frau soll Ritchie indes verzichtet haben.

Der Scheidungsvereinbarung zufolge werden allerdings vier Häuser des einstigen Paares in London verkauft, die Summe soll aufgeteilt werden, wie der „Mirror“ berichtete. Ritchie behalte das Anwesen auf dem Land in der Grafschaft Wiltshire und einen Pub in London. Madonna bleibe im Gegenzug die Villa in Beverly Hills und zwei Wohnungen in New York.

Das Vermögen der Sängerin wird auf rund 300 Millionen Pfund (rund 360 Millionen Euro) geschätzt, jenes von Ritchie auf etwa 30 Millionen Pfund. Sie hatten im Dezember 2000 auf einem Schloss in Schottland geheiratet. Nach monatelangen Krisen-Gerüchten gaben sie Mitte Oktober das Ende ihrer fast achtjährigen Ehe bekannt. Berichte über eine neue Beziehung mit dem Baseballspieler Alex Rodriguez wies Madonna zurück.

Ritchie betonte nun laut „Daily Mirror“, die Verhandlungen über die Scheidungsmodalitäten hätten sich nie um finanzielle Fragen gedreht. „Es hat sich viel zu lange hingezogen, und das lag nicht an mir. Aber es ging niemals ums Geld“, sagte der Regisseur demnach der Zeitung.

Die Zeitung berichtete unter Berufung auf Freunde von ihm, Madonna habe Ritchie zehn Millionen Pfund angeboten, er habe dies aber ausgeschlagen. „Es ging niemals ums Geld – niemals um ihre dumme Kunstsammlung. Ich wollte das einfach regeln und dann nach vorne schauen“, sagte der 40-Jährige. Er habe bei den Verhandlungen nie irgendwelche Einwände gehabt „bis zu dem Zeitpunkt, als sie darauf bestand, dass die Kinder dauerhaft in New York leben“.

Als Ritchie von der Scheidung im Blitztempo erfahren habe, soll er „Gott sei Dank!“ ausgerufen haben, schrieb das Blatt. Der 40-Jährige befindet sich derzeit für Dreharbeiten zu seinem Sherlock-Holmes-Film in Liverpool. Die Söhne sind nach einem Bericht der „Sun“ bei ihm. Madonna tourt gerade durch die USA.

Mit Blick auf den Streit um den Lebensmittelpunkt der Kinder betonte eine nicht näher genannte Quelle: „Das Ganze hätte viel schneller über die Bühne gehen können, wenn Madonna nicht so stur gewesen wäre“. Experten hatten geschätzt, dass Ritchie mit einer Abfindung von rund 50 Millionen Pfund aus Madonnas Vermögen hätte rechnen können. Dass der Eindruck entstanden sei, Ritchie habe keinen Penny gewollt, soll Madonna angesichts der Vereinbarung zu den Immobilien allerdings laut „Sun“ verärgert haben. Der Scheidungsrichter lobte indes, dass sich das Paar über die Sorgerechtsfragen selbst einigen konnte.