Der Brandexperte Craig Beyler erklärte jetzt – fünf Jahre nach Vollstreckung der Todesstrafe – in einem Bericht für die Kriminaltechnische Kommission in Texas, die Ermittlungen hätten weder den damaligen noch den heutigen Standards entsprochen.
Beyler, der Vorsitzender der in London ansässigen Internationalen Vereinigung für Feuer-Sicherheitsforschung (International Association for Fire Safety Science – IAFSS) ist, erklärte, die von dem verantwortlichen Brandermittler geäußerten Erkenntnisse seien „nichts weiter als eine Sammlung von persönlichen Ansichten“ gewesen, die „nichts mit einer wissenschaftlich basierten Untersuchung zu tun“ hätten. Ihm habe jedes Verständnis für Feuer und die durch Feuer verursachten Verletzungen gefehlt.
Die 2005 in Texas eingerichtete Kommission untersucht mögliche kriminaltechnische Fehler bei Ermittlungen. Auf Antrag einer New Yorker Gruppe, die Justizirrtümern nachgeht und die im Fall von Willingham und bei einem weiteren Mann auf fragwürdige Beweise und entlastende Zeugenaussagen verwies, wurde eine unabhängige Untersuchung bei Beyler in Auftrag gegeben.
Willingham wurde 2004 hingerichtet. Er wurde schuldig gesprochen, ein Feuer gelegt zu haben, in dem ein zweijähriges Kind und ein einjähriges Zwillingspaar ums Leben kamen.
Willingham beteuerte damals in einem Gespräch seine Unschuld. Sein Prozess sei „ein Witz“, sagte er. „Das Erschütterndste ist, dass der Staat Texas einen Unschuldigen tötet und sich nicht darum schert, dass er einen Fehler macht.“
AP/cor




