Ein 53 Jahre alter Brite steht in China wegen Drogenschmuggels vor seiner Hinrichtung. Ein chinesisches Gericht hatte vor einer Woche eine Berufung gegen das Todesurteil von Akmal Shaikh abgewiesen und angeordnet, dass der Vater dreier Kinder am Dienstag hingerichtet werden soll.

Shaikh wäre der erste Europäer seit Jahrzehnten, der in China exekutiert werden würde. Zuletzt war 1951 der Italieners Antonio Riva 1951, dem ein Attentat auf Mao vorgeworfen wurde, hingerichtet worden.

Bis auf südostasiatische Drogenkuriere, die vom Drogeneldorado des „Goldenen Dreieck“ kamen, wurden Todesurteile gegen alle anderen Ausländer in lebenslange Haft umgewandelt. So verurteilten Kantoner Richter im Dezember 2008 acht Afrikaner aus Uganda, Benin und Zimbabwe wegen Schmuggels von jeweils rund ein Kilo Rauschgift zur Todesstrafe, aber mit zweijährigem Aufschub.

Shaikh wurde zum Tode verurteilt, nachdem er 2007 mit vier Kilogramm Heroin erwischt worden war. Seine Tochter äußerte am Montag die Befürchtung, dass die Zeit für ein letztes Gnadengesuch zu kurz ist. „Ich würde gerne hoffen, aber die Zeit scheint uns davonzulaufen“, sagte Leilla Horsnell der BBC.

Laut der Menschenrechtsorganisation Reprieve sollte Shaikh erst an diesem Montag von seiner bevorstehenden Exekution erfahren. Es sei geistig gestört und könne daher für seine Taten nicht verantwortlich gemacht werden.

Auch der britische Premierminister Gordon Brown hatte an Chinas Regierung appelliert, den Mann von einer Todesstrafe zu verschonen.

Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in London hatte die Todesstrafe verteidigt. Das geschmuggelte Heroin hätte gereicht, um mehr als 26.000 Menschen zu töten. „Selbst in Großbritannien wäre er hart bestraft worden.“

dpa/erl./cn