Ein italienisches Kriegsschiff hat einen Piratenangriff auf fünf Frachtschiffe vor der Küste Somalias verhindert. Wie die Nato in Brüssel mitteilte, fuhr der Zerstörer „Luigi Durand de la Penne“ nach einem Notruf zwischen die betroffenen Frachtschiffe und die Piraten, die mit bis zu 20 Schnellbooten auf die Schiffe zugefahren waren. Außerdem sei ein Hubschrauber gestartet. Alle Schiffe setzten den Angaben zufolge Wasserschläuche ein, um die Piraten zu vertreiben. Die italienische Marine verfolgte die flüchtenden Piraten nicht, da zu viele Frachtschiffe gleichzeitig geschützt werden mussten. Nach Angaben eines NATO-Vertreters handelte es sich um die bislang größte aufeinander abgestimmte Attacke.

Unterdessen haben somalische Piraten einen Ende November gekaperten jemenitischen Frachter wieder freigegeben. Die Seeräuber hätten die „MV Arena“ nach langen Verhandlungen verlassen und seien an Land gegangen, sagte ein Regierungsvertreter der von Somalia abtrünnigen Region Puntland. Lösegeld sei nicht gezahlt worden.


Somalische Piraten haben in diesem Jahr bereits rund hundert Schiffe entführt. Besonders spektakulär war die Kaperung des saudiarabischen Supertankers „Sirius Star“ Mitte November. Die Seeräuber verlangen 25 Millionen Dollar (rund 19,5 Millionen Euro) Lösegeld für die Freilassung.

Der geplanten EU-Mission gegen Piraten steht hingegen nach Ansicht des EU-Außenbeauftragten Javier Solana nichts mehr im Wege. Der Einsatz am Horn von Afrika könne wenige Tage nach dem für Montag erwarteten Beschluss der EU-Außenminister beginnen, sagte Solana am Rande einer NATO-Konferenz in Brüssel. „Die Mission ist komplett, es gibt robuste Einsatzregeln“, sagte der EU-Chefdiplomat.


Die EU will nach Angaben aus Diplomatenkreisen zunächst eine Fregatte der Bundeswehr sowie Kriegsschiffe aus Griechenland, Frankreich und Großbritannien ans Horn von Afrika entsenden. Hinzu kämen zwei Überwachungsflugzeuge aus Italien und Frankreich.

Daneben erwägt die Nato, ihren eigenen Einsatz gegen Piraten zu verlängern. Die gegenwärtig im Golf von Aden präsenten Nato-Schiffe würden zwar wie geplant zum Jahresende in ihre Heimathäfen zurückkehren, möglicherweise könne aber schon bald danach eine zweite Mission starten, sagte ein NATO-Beamter.


Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßte die Erneuerung des UN-Mandats für die Bekämpfung der Seeräuber vor der somalischen Küste. „Die letzten Tage schon haben gezeigt, dass die Präsenz am Horn von Afrika die eine oder andere Kaperung eines Schiffes verhindert hat“, sagte Steinmeier am Rande der Nato-Sitzung.

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AFP/AP/Reuters/gr