Fall Amstetten

Inzest-Prozess gegen Fritzl startet Ende des Jahres

Ein Gutachter soll in den nächsten Tage beginnen, den Tod von einem der sieben Kinder Fritzls zu untersuchen. Dem österreichischem Inzest-Vater wird vorgeworfen, das Baby kurz nach der Geburt in einem Heizkessel verbrannt zu haben. Der Prozess gegen ihn soll dann Ende des Jahres beginnen.

Die österreichische Justiz wird im Inzest-Fall von Amstetten mit der Anhörung der 24 Jahre lang von ihrem Vater in einem Keller gefangengehaltenen Elisabeth F. beginnen.

Dabei soll auch ein medizinischer Gutachter hinzugezogen werden, um zu klären, ob Josef F. eines der sieben Kinder seiner Tochter getötet hat, wie der Sprecher der St. Pöltener Staatsanwalt, Gerhard Sedlacek, am Dienstag erklärte. Für die Aussage der 42 Jahre alte Elisabeth seien mindestens zwei Tage geplant.


Die Anhörung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, der genaue Ort und Zeitpunkt wurden nicht bekanntgegeben. Die Vernehmung soll Mitte Juli stattfinden, dann kann die Anklage vorbereitet werden, um bis Jahresende den Prozess zu beginnen, wie Sedlacek erklärte. Die Aussage Elisabeths wird für die Verteidigung per Video übertragen, damit es keine Begegnung mit dem 73-jährigen Vater gibt.


Ende April wurde bekannt, dass Josef F. seine Tochter 24 Jahre lang in einem Verlies eingesperrt und sexuell missbraucht hatte. Während der Gefangenschaft zeugte er mit ihr sieben Kinder, ein Zwilling starb nach der Geburt 1997. Josef F. hat gestanden, die Kinderleiche verbrannt zu haben – Berichten zufolge in einem Holzofen. Die Todesursache ist bislang unklar. Drei der sechs Geschwister lebten mit dem 73-Jährigen in dessen Haus in Amstetten, westlich von Wien.

Der Fall wurde bekannt, nachdem eines der Kinder, die 19-jährige Kerstin F., schwer krank in eine Klinik eingeliefert wurde und die Ärzte ihre medizinische Vorgeschichte zu erfahren suchten.

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