Miriam Makeba sei während des Konzerts in Castel Volturno zugunsten des von der Mafia bedrohten Schriftstellers Roberto Saviano plötzlich unwohl geworden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Obwohl sie sofort ins Krankenhaus gebracht wurde, sei sie kurz darauf an den Folgen des Herzinfarkts gestorben. Laut Ansa war sie zuvor eine halbe Stunde lang zusammen mit anderen Künstlern und Sängern aufgetreten.

Mit Liedern wie dem „Click Song“ oder dem Tanzlied „Pata Pata“ brachte Makeba die Musik ihres Landes und die Tradition der Xhosa einem internationalen Publikum nahe. Sie teilte sich die Bühne mit großen Jazzern wie Dizzy Gillespie und Nina Simone und sang 1962 neben Marilyn Monroe auf der Geburtstagsparty von US-Präsident John F. Kennedy. Ihr Geburtstagsständchen „Wimoweh“ wurde als „The Lion Sleeps Tonight“ – für andere – ein Kassenschlager.

Die in ihrer Heimat respektvoll „Mama Afrika„ genannte Künstlerin hatte sich und ihre Lieder stets in den Dienst von Freiheit, Gerechtigkeit und Völkerverständigung gestellt. Ihr Kampf gegen Unrecht und Rassentrennung in ihrer Heimat brachte der Schauspielerin, Autorin und Komponistin Auszeichnungen und Ehrungen aus aller Welt ein. Sie habe bereits seit längerem an schwerer Arthritis gelitten, aber dennoch mit einem ihrer Enkel an einem neuen Album gearbeitet. Makeba war am 4. März 1932 in Johannesburg zur Welt gekommen.

Im Jazz der 50er-Jahre groß geworden, brachte die Künstlerin, die wegen des Apartheid-Regimes 31 Jahre ihres Lebens in der Fremde verbringen musste, seit den 60er-Jahren als eine der ersten die Musik ihres Kontinents in den Westen.

Die Sängerin begeisterte mit einer Mischung aus Jazz, Protest und Folklore. 1960 durfte sie wegen ihres öffentlichen Engagements nach einem Auslandsaufenthalt nicht wieder nach Südafrika zurück.

Sie blieb in London, wo Harry Belafonte von ihrer kraftvollen Stimme und ihrem Talent beeindruckt war und ihr später in den USA viele Türen öffnete. Beide traten auch zusammen auf. Sieben Jahre nach dem Beginn ihres Exils landete sie mit „Pata, Pata“ einen Welthit.

Doch als sie den „Black Power“-Aktivisten Stokely Carmichael 1968 heiratete, war es mit dem Wohlwollen ihres Gastlandes vorbei und sie musste die USA verlassen. Sie ging nach Guinea, wo sie mit allen Ehren empfangen wurde und auch einen Diplomatenpass erhielt. Doch aus dem Exil nach Hause zurück durfte sie erst wieder 1990, als die Apartheid zu bröckeln begann.

AFP/dpa/kami